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Letzte Aktualisierung:
03.06.2016

Erweiterte Möglichkeiten in Prävention und Diagnostik genitaler HPV-Infektionen


(Stand April 2016)

Humane Papillomaviren (HPV) sind die am häufigsten sexuell übertragenen viralen Erreger. Da viele dieser Infektionen ohne Symptome (z.B. keine Genitalwarzen, kein auffälliger Pap-Befund) verlaufen, werden sie von den Betroffenen oft nicht bemerkt. In den allermeisten Fällen eliminiert das Immunsystem die Viren erfolgreich und man spricht von transienten Infektionen. Gelingt dies nicht, besteht die Gefahr einer Virus Persistenz, die es zu erkennen gilt, denn nur in dieser Konstellation kann das Virus seine onkogene Potenz entfalten. Von den bis heute bekannten ca. 100 HPV-Typen befallen knapp 40 den Uro-Anogenitalbereich. Mindestens 14 von ihnen gelten als Hochrisiko-HPV, da eine persistierende Infektion mit diesen HPV-Typen als Hauptursache für die Entstehung von Anogenitalkarzinomen, insbesondere der Zervix angesehen wird.

Zur Abklärung der Frage nach Vorliegen einer  Virus Persistenz stehen verschiedene Testverfahren zur Verfügung. Bei jenen, die auf dem Nachweis der viralen DNA basieren, geht man von einer persistierenden Infektion aus, wenn DNA von High-Risk HPV-Typen 12 Monate und länger nachweisbar ist. Bei solchen, die auf dem Nachweis von z.B. der RNA der viralen Onkogene E6 und E7 basieren, kann diese Frage schon nach der ersten Testung, also ohne zeitliche Verzögerung, beantwortet werden.

Infektionen mit Low-Risk HPV-Typen verursachen gutartige Haut- und Schleimhautveränderungen (z.B. Papillome und Kondylome). Mischinfektionen mit verschiedenden HPV-Typen kommen vor.

HPV-Infektionen in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft begünstigt wahrscheinlich das Aufflackern inapparenter HPV-Infektionen, sowohl bedingt durch die Unterdrückung der zellulären Immunität als auch durch hormonelle Veränderungen. Obwohl der Nachweis von HPV-DNA in der Mundschleimhaut gesunder Neugeborener HPV-positiver Mütter auf einen intra/perinatalen Übertragungsweg schließen läßt, ist es jedoch fraglich, ob das gelegentliche Auftreten von Larynxpapillomen (LP) bei Kindern auch wirklich auf diesen Übertragungsweg zurückzuführen ist. Trotz der Zunahme genitaler HPV-Infektionen bei Schwangeren ist ein Anstieg der Rate an LP bei Kindern nämlich nicht zu beobachten. Hier sind wohl eher postnatale Infektionswege (z. B. Kontakt zu Personen mit Warzen oder sexueller Mißbrauch) ursächlich. Daher gilt:

 

Ein positiver HPV-Nachweis oder eine suspekte Zytologie sind keine Indikation für einen Kaiserschnitt!!

 

Diese Indikation gilt allenfalls bei Vorliegen eines geburtsmechanischen Hindernisses (z. B. ausgedehnte Condylomata accuminata).

Therapie in Schwangerschaft: eine Therapie ist nur bei Vorliegen von ausgedehnten Condylomata accuminata indiziert, um Traumata, Blutungen und der Ausbildung eines geburtsmechanischen Hindernisses vorzubeugen.

Diagnostik

High-Risk HPV RNA mittels APTIMA (Testart: TMA)

Dieser Test basiert auf dem Nachweis der mRNA der viralen Onkogene E6/E7 der 14 wichtigsten High-Risk HPV-Genotypen. Im Vergleich zu den nachstehend genannten DNA-Tests verfügt er über eine höhere Genauigkeit für den Nachweis von Krebsvorstufen. Der APTIMA-Test vereinigt die hohe Sensitivität der DNA-Tests mit der Spezifität von Zytologie und Histologie und bietet somit einen ausgezeichneten positiven und negativen Vorhersagewert.

 

High-Risk HPV DNA mit Typ-Spezifizierung (Testart: PCR)

Dieser Test ist DNA-basiert. Im Unterschied zu dem zuvor genannten TMA-Test bietet er die Möglichkeit einer Typ-spezifischen Aussage. Er erkennt die 14 gängigsten High-Risk HPV-Typen.


Low- und High-Risk HPV DNA mit Typ-Spezifizierung (Testart: PCR)

Auch dieser Test ist DNA-basiert. Im Unterschied zu dem zuvor genannten DNA-Test bietet er die zusätzliche Möglichkeit einer HPV Low-Risk Typ-spezifischen Aussage. Er erkennt und unterscheidet die 37 gängigsten Low- und High-Risk HPV-Typen.

 

Antikörpernachweis

Spezielle Tests zum Nachweis von HPV-spezifischen Serumantikörpern stehen nicht zur Verfügung. Auch elektronenmikroskopische oder auf Zellkultur basierende Nachweismethoden haben keine Bedeutung in der klinischen Diagnostik der HPV-Infektion.

Prävention

Auf dem EUROGIN Kongress (2006) in Paris wurden einem breiten Publikum zwei rekombinante HPV-Impfstoffe vorgestellt. Seit Oktober 2006 ist der quadrivalente (HPV-Typen 6, 11, 16, 18) HPV-Impfstoff Gardasil auf dem europäischen Markt zugelassen. Die neue STIKO-Empfehlung für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren gilt seit August 2014. Seit September 2007 ist auch das bivalente (HPV-Typen 16, 18) Konkurrenzprodukt Cervarix in Europa zugelassen. Beiden Impfstoffen wird ein großes Potential in der Prävention HPV-vermittelter Zervix-, Vulva- und Vaginalkarzinomen beigemessen. Die Impfstoffhersteller gehen von einer Dauer des Impfschutzes von mindestens 5 Jahren aus. Während der Schwangerschaft sollte nicht geimpft werden. Nähere Informationen zu Vorbeugung, Erkennung und Behandlung bietet der Krebsinformationsdienst des DKFZ in Heidelberg (Telefon: 0800 - 420 30 40) oder ZERVITA (Telefon: 07071 - 29 80196 / E-Mail: info@zervita.de).

Hauptindikationsstellung

bei Frauen:

- Absicherung einer auffälligen Zytologie

- Im Rahmen einer erweiterten Krebsvorsorge

- Partnerdiagnostik

- Vor HPV-Impfung

 

bei Männern:

- Peniskarzinome

- genitale bowenoide Papulose

- Partnerdiagnostik

Untersuchungsmaterial

bei Frauen:

ausreichend Epithelzellen aus Zervixabstrich

 

bei Männern:

ausreichend Epithelzellen aus Abstrich im Bereich von glans penis oder distalen Urethra

Untersuchungsauftrag, Versandmaterial und Versand

Zur Anforderung der Untersuchung benutzen Sie bitte unseren "Untersuchungsauftrag zur Durchführung von HPV-Tests". Diesen, sowie die APTIMA oder PCR Entnahme- und Transportsysteme fordern Sie mit unserer Anforderungskarte oder direkt bei unserer Versandabteilung (Tel: 0711-6357-104) an.

Wichtig: Je nach gewünschter Testart (APTIMA oder PCR) bitte jeweils das spezielle Entnahme/Transportsystem benutzen.



Untersuchungskosten

Für gesetzlich krankenversicherte Patientinnen

Bei einem Zervixzytologiebefund ab Gruppe III nach Münchner Nomenklatur werden die Kosten für den High-Risk HPV-RNA oder DNA-Nachweis (Ziffer 32820, Bewertung 28,00 Euro) einmal im Behandlungsfall von den gesetzlichen Kassen übernommen. Nach operativem Eingriff an der Cervix uteri wegen CIN I bis CIN III übernehmen die gesetzlichen Kassen nur den High-Risk HPV-DNA-Nachweis (Ziffer 32819, Bewertung 28,00 Euro).

Für Selbstzahler/selbstzahlende Kassenpatienten (IGeL) und Privatpatienten betragen die Kosten:

 

                                                                                   IGeL                       Privat

HPV-RNA High-Risk (APTIMA):                                 € 29,14                    € 53,62

 

HPV-DNA High-Risk (PCR):                                       € 17,49                   € 33,51

 

HPV-DNA High & Low Risk (PCR):                            € 52,46                    € 80,44

 

Weitere Informationen:

Dr. Gunnar Schalasta  (Tel. 0711-6357-140)

Dr. Michael Schmid      (Tel. 0711-6357-142)

 

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