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Titel der Seite: FSME-Situation (Stand 2009)


Zur Situation der FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) in Deutschland und Baden-Württemberg (Stand Mai 2009)

Neben der Borreliose ist die Frühsommermeningoencephalitis (FSME) die zweitwichtigste durch Zecken übertragene Erkrankung.
Im Vergleich zu Jahr 2007 ist die Zahl der gemeldeten FSME-Fälle im Jahr 2008 wieder um 50 Fälle angestiegen. Trotzdem liegen die Zahlen weit hinter 2006.

Gemeldete FSME-Fälle in Deutschland (Quelle: survStat@RKI)

2001 
2002 
2003 
2004 
2005 
2006 
2007 
2008 
256 
239 
277 
275 
432 
546 
238 
288 

 

Von den im Jahr 2008 gemeldeten Fällen entfallen weiterhin knapp die Hälfte auf Baden-Württemberg.

 

Bundesland:

Baden-Württemberg 130

Bayern 109

Berlin 1

Brandenburg 0

Bremen 0

Hamburg 1

Hessen 11

Mecklenburg-Vorpommern 1

Niedersachsen 4

Nordrhein-Westfalen 2

Rheinland-Pfalz 5

Saarland 3

Sachsen 1

Sachsen-Anhalt 0

Schleswig-Holstein 0

Thüringen 2

Gesamt 288

 

Daten: SurvStat@RKI

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FSME-Risikogebiete

Seit 2007 hat sich die Ermittlung der Risikogebiete durch das RKI geändert. Ein Landkreis wird als Risikogebiet deklariert, wenn die Anzahl der übermittelten FSME-Erkrankungen der jetzten fünf Jahre im Kreis ODER in der Kreisregion (bestehend aus betreffendem Kreis plus allen angrenzenden Kreisen) signifikant (p<0,05) höher liegt als die bei einer Inzidenz von 1 Erkrankung/100.000 Einwohner erwartete Fallzahl.

Die aktuelle Risikogebieten wurden jetzt vom RKI im Epidemiologischen Bulletin 4. Mai 2009 / Nr.18 veröffentlicht. 

 

Neben den bestehenden Risikogebieten kommen 4 Landkreise hinzu:

In Bayern: SK Memmingen, LK Oberallgäu und Unterallgäu

In Baden-Württemberg: LK Heidenheim

 

Insgesamt werden 136 Kreis als FSME-Risikogebiete ausgewiesen:

  • 42 Kreise in Baden-Württemberg
  • 78 Kreise in Bayern
  • 8 Kreise in Hessen
  • 7 Kreise in Thüringen
  • 1 Kreis in Rheinland-Pfalz

Einzelne autochthone Fälle wurden auch aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern (Neustrelitz, Boldekow, Thiessow auf Rügen), Niedersachsen, Nordrhein-Westfahlen, Saarland (Saar-Pfalz-Kreis), Sachsen und Sachsen-Anhalt gemeldet.

 

Risiko einer FSME-Erkrankung

 

Eine FSME-Infektion durch Zeckenstich verläuft in ca. 70% ohne Symptome bzw. mit den Zeichen eines fieberhaften Infektes. Bei den restlichen 30% kommt es zur manifesten Erkrankung mit Befall des ZNS. Bei ca. 50% dieser Patienten äußert sich die Infektion in Form einer Meningitis, bei ca. 40% in Form einer Meningoencephalitis und bei 10% als Meningoencephalomyelitis (Kaiser 2002). Die Letalitätsrate der erkrankten lag bei 1% und betraf hauptsächlich Patienten mit Meningoencephalomyelitis. Bei 30% kommt es zu passageren oder dauerhaften Schäden.

Im Gegensatz zu Erwachsenen erkranken Kinder seltener und mit leichteren Verläufen. Schwere Fälle sind eine Rarität. In einer Studie in Slovenien erkrankten 70% der symptomatischen Kinder mit Meningitis, 29% mit Meningoencephalitis und lediglich 1,4% mit Meningoencephalomyelitis (Lesnicar et al. 2003). Kein Kind verstarb in Folge der Infektion. Eine weitere Arbeit (Cizman et al. 1999) berichtet über eine etwas höhere Komplikationsrate mit 5,2% (7) intensivpflichtigen Kindern und 2 Kindern (von 133) mit leichten und einem Kind mit schweren Folgeschäden. Insgesamt sind schwere Verläufe bei Kindern jedoch sehr selten.

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Maßnahmen zur Verhinderung einer FSME-Infektion

 

Die Möglichkeit der passiven Immunisierung als Postexpositionsprophylaxe mittels FSME-Immunglobulin besteht nicht mehr, da das Präparat schon seit längerem vom Markt genommen wurde. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme war in Fachkreisen immer umstritten gewesen und eine protektive Wirkung beim Menschen nie bewiesen. Daneben gab es Berichte über eine Verschlechterung des Verlaufs der FSME-Erkrankung bei nicht zeitgerechter Gabe.

Das konsequente Absuchen des Körpers auf anhaftende Zecken ist zwar eine gute und wirksame Methode zur Vermeidung einer Borreliose, ist jedoch zur Prävention einer FSME ungeeignet. Im Gegensatz zu den Borrelien, die meist erst nach mehr als 24 Stunden übertragen werden, kann die FSME sofort nach erfolgtem Stich der Zecke übertragen werden. (Zur Untersuchung von Zecken finden Sie hier weitere Infos

Die einzige wirksame Prophylaxe stellt die aktive Immunisierung durch Impfung gegen FSME dar. Die beiden im Handel befindlichen Präparate sind gut verträglich und wirksam. Der Kinderimpfstoff ist ab dem vollendeten 1. Lebensjahr zugelassen.

Die ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfiehlt die FSME-Impfung für alle Personen, die in FSME-Riskogebieten Zecken exponiert oder durch FSME beruflich gefährdet sind. Dies bedeutet, dass für nahezu die gesamte Bevölkerung in BW die FSME-Impfung eine empfohlene Indikationsimpfung darstellt. Da Erwachsene häufiger schwer erkranken, sollten zunächst vor allem sie geimpft werden.

Bei Kindern sind schwere Verläufe selten und deshalb kann hier eine fehlende Immunität eher toleriert werden als bei Erwachsenen. Eine gut verträgliche Impfung kann jedoch auch hier einen Krankenhausaufenthalt wegen einer Meningitis vermeiden. Gleichzeitig bietet eine Grundimmunisierung im Kindesalter eine gute Basis für die Fortführung der FSME-Impfung im Erwachsenenalter. Der Frage nach FSME-Impfung im Kindesalter sollte man deshalb vor allem bei Kindern mit hohem Infektionsrisiko (z.B. Kindern im Waldkindergarten) positiv gegenüberstehen. Gleichzeitig muss das Augenmerk jedoch auch auf die Immunisierung der Erwachsenen gerichtet sein.

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Verantwortlich für den Inhalt

Dr. med. Friedemann Tewald (0711-6357-119)


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