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Labor Enders - Prof. Dr. med. Gisela Enders & Kollegen, MVZ


Akkreditiert nach
DIN EN ISO/IEC 17 025
DIN EN ISO 15 189
 
Deutsche Akkreditierungsstelle D-ML-17120-01-00 D-PL-17120-01
 

LAP Nr:7182647
 
CLIA-Akkreditierung
CLIA ID: 99D1030870
 
FDA-Registrierung
3002965587
 
Letzte Aktualisierung:
04.04.2012

HIT-4T-Score

Die Heparin-induzierte Thrombozytopenie Typ II (HIT II) ist eine mitunter lebensbedrohliche immunologische Reaktion auf die Gabe von unfraktioniertem Heparin (bei niedermolekularem, fraktionierten Heparin 10 mal seltener). Häufigkeit: 0,2–1,0% heparinisierter Patienten. Unter Heparingabe kann es in 10-20% der Patienten zu paradoxen thromboembolischen Komplikationen (venöse oder arterielle Thrombosen oder Lungenembolien) kommen. Pathogenetisch sind es vor allem Autoantikörper gegen einen Komplex aus Plättchenfaktor 4 und Heparin, die zur Thrombozytopenie und vermehrter Thrombinbildung führen. Der Thrombozytenabfall ist das Leitsymptom der HIT und tritt in der Regel zwischen dem 5. und 10. (14.) Tag der Heparintherapie auf, wobei die Thrombozytenzahl in der Regel um mehr als 50 % bezogen auf den Ausgangswert abfällt und dann meist unter 100.000/µl liegt. Bei bereits früher mit Heparin behandelten Patienten kann das Krankheitsbild innerhalb weniger Stunden auftreten. Der 4T-Score (4 T's = Thrombocytopenia, Timing, Thrombosis and the absence of oTher explanation(s)) zur Beurteilung der Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer HIT Typ II hat einen sehr hohen negativ-prädiktiven Wert (Vorhersage richtig negativ), d.h. Patienten mit einem Score < 4 haben mit großer Wahrscheinlichkeit keine HIT. Der positive Vorhersagewert eines hohen Scores hängt von der Klink des Patienten und der Erfahrung des Anwenders ab und sollte durch Laborteste ergänzt werden.


    Punkte
Thrombozytopenie Abfall der Thrombozytenzahlen um > 50 %  auf einen Nadir ≥ 20.000/µl 2
Abfall der Thrombozytenzahlen um 30 - 50 % auf einen Nadir 10.000-19.000/µl 1
Abfall der Thrombozytenzahlen um < 30 %  auf einen Nadir ≤ 10.000/µl 0
Zeit seit Abfall der Thrombozyten 5-10 Tage oder <= 1 Tag bei früherer Heparintherapie (innerhalb der letzte 30 Tage) 2
> 10 Tage oder  < 1 Tage bei Heparintherapie innerhalb der letzten 31-100 Tage 1
< 4 Tage (keine frühere Heparintherapie) 0
Thrombose Neue Thrombose; Hautnekrose; akute Systemische Reaktion nach Heparinbolus 2
Progressive oder wiederholte Thrombose; erythematöse Hautläsionen; Thromboseverdacht aber nicht bestätigt 1
keine Thrombose / Komplikationen 0
Andere Ursachen für eine Thrombozytopenie keine andere Ursache für einen Thrombozytenabfall 2
mögliche andere Ursache nachweisbar 1
andere Ursache nachgewiesen 0

Punkte Beurteilung

 

Andere Ursachen einer Thrombozytopenie

EDTA-induzierte Pseudothrombopenie
post-transfusionelle Purpura
hämatologische Systemerkrankung
thrombotisch-thrombozytopenische Purpura
andere Medikamente (außer Heparin z.B. Chinin, Chinidin, Co-Trimoxazol, Rifampicin, Paracetamol, Diclofenac, Carbamazepin)
Immunthrombopenie
Sepsis

Literatur:

Lo GK, Juhl D, Warkentin TE, Sigouin CS, Eichler P, Greinacher A. Evaluation of pretest clinical score (4 T's) for the diagnosis of heparin-induced thrombocytopenia in two clinical settings. J Thrombosis and Haemostasis 2006; 4: 759-765

© für diese Zusammenstellung: Labor Dr. Limbach & Kollegen, Heidelberg 2006

 

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