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BabesioseDie Babesiose wird durch mit den Plasmodien (Malaria) verwandte Blutparasiten verursacht. Vom Genus Babesia existieren mehr als 100 Spezies mit hauptsächlich veterinärmedizinischer Bedeutung. Die Rinderbabesiose z.B., die bedingt durch die auftretende Hämoglobinurie auch Weiderot genannt wird, ist bei den Bauern seit langem bekannt. In letzter Zeit taucht ein Vertreter vermehrt in der Presse auf. Es handelt sich um B. canis, den Erreger der "Hunde-Malaria". Er wird durch die Auwaldzecke D. reticulatus übertragen, die von Südeuropa kommend zunehmend weiter nach Norden einwandert.
Für den Menschen sind zwei Spezies von Bedeutung:
Babesien sind weltweit verbreitet, in den Vereinigten Staaten werden Infektionen beim Menschen jedoch vorwiegend mit B. microti gefunden, wärend in Europa B. divergens von größerer Bedeutung zu sein scheint. ErkankungNach einer Inkubationszeit von 1-3 Wochen nach Zeckenstich kommt es zu einem uncharakteristischen Krankheitsbild mit Krankheitsgefühl, Fieber (bis >40 °C), Schüttelfrost, Schwäche, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen. Hinzu kommt häufig eine Hepatomegalie, erhöhte Billirubin- und Transaminasenwerte infolge der Hämolyse. Unbehandelt dauert diese Erkrankung einige Wochen. In Mitteleuropa werden die Fälle durch B. divergens verursacht (Ein B. microti-Fall in der Schweiz). Schwere Fälle sind in Europa praktisch ausnahmslos bei splenektomierten Patienten aufgetreten. Hier tritt vermehrt eine ausgeprägte Hämolyse mit daraus resultierender Hämoglobinurie auf. Problematisch ist, dass sowohl das Krankheitsbild als auch der Parasitenbefund im Blutausstrich mit einer Malaria verwechselt werden kann!
DiagnostikDer Errgernachweis erfolgt analog zur Malariadiagnostik mittels Blutausstrich und Dickem Tropfen. Gesucht werden die Babesien als intraerythrozytäre Parasiten. Typisch sind Malteserkreuz-förmige Tetramere, die aber auch fehlen können. Ringformen können mit Malariaerregern verwechselt werden, sodass eine Abgrenzung von Plasmodium falciparum (Malaria tropica) schwierig ist. Hier sollte in jedem Fall die (Reise-)Anamnese berücksichtigt werden. Eine weitere Möglichkeit des Erregernachweises ist die PCR. Daneben lassen sich in der 2.-3. Krankheitswoche Antikörper nachweisen Wir verwenden hier einen indirekten Immunfluoreszenztest (IIFT) mit B. microti und einen zweiten mit B. divergens als Antigen. In der Regel gibt es keine Kreuzreaktion zwischen den beiden Spezies.
Wichtig ist, dass die Parasiten auch nach Therapie noch lange (Monate) persistieren können, ohne dass Symptome vorliegen.
TherapieChinin und Clindamycin (in vitro auch Atovaquon). Andere Malariamittel sind wirkungslos! Ggf. Austauschtransfusionen
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