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DIN EN ISO/IEC 17 025
DIN EN ISO 15 189
 
Deutsche Akkreditierungsstelle D-ML-17120-01-00 D-PL-17120-01
 

LAP Nr:7182647
 
CLIA-Akkreditierung
CLIA ID: 99D1030870
 
FDA-Registrierung
3002965587
 
Letzte Aktualisierung:
12.08.2013

2. Parameter aus anderen Materialien
     (ohne Bakteriologie und Virologie)

2.1. Urindiagnostik

Für den kulturellen Erregernachweis siehe Kap. 3.5., für den viralen Erregernachweis siehe Kap. 4.

Bei der Urindiagnostik muss zwischen 2 Gruppen von Parametern unterschieden werden. 

  1. Parameter, die etwas über den Zustand der ableitenden Harnwege aussagen. So z. B. das Sediment mit Kristallen, Leukozyten oder Erythrozyten. Diese Parameter werden i. d. R. nur qualitativ bis semiquantitativ angegeben. Hierzu muss der Urin frisch und ohne Zusätze im Labor eintreffen.
  2. Die anderen Parameter erlauben eine Aussage über die Ausscheidungsfunktion der Niere bzw. des Organismus. Diese Urin-Parameter werden optimalerweise aus einem 24 h-Urin bestimmt. Falls dies problematisch sein sollte, können bestimmte Werte alternativ auch auf "Gramm Kreatinin" (z. B. mg/g Krea) bezogen werden. Hierzu muss nur Spontanurin eingesandt werden. Für die Stabilisierung der einzelnen Parameter muss z. T. ein bestimmter pH-Wert eingestellt werden. Dies wird durch den Zusatz bestimmter Säuren erreicht. Andere können nur aus unangesäuertem Urin bestimmt werden. Findet sich das Parameter-Spektrum in mehreren der folgenden Spalten, muss mehrmals gesammelt bzw. womöglich auf die Bestimmung aus Spontanurin ausgewichen werden.

 

 

 
 

Tab. 9: Parameter, die aus Urin bestimmt werden
24 h-Urin ohne Zusatz oder Spontanurin24 h-Urin ohne Zusatz+ dunkle Lagerung24 h-Urin+ HCl 33%ig24 h-Urin+ Essigsäure 96%ig
• Proteindifferenzierung:• Δ-Amino-Lävulin-Säure• Katecholamine• 5-Hydroxy-Indol-Essigsäure
  • Gesamteiweiß• Porphobilinogen  • Adrenalin• Homovanillinsäure
  • Albumin• Porphyrie-Screening  • Noradrenalin• Vanillinmandelsäure
  • Transferrin• Porphyrin-Differenzierung  • Dopamin
  • IgG• Oxalat
  • α1-Microglobulin
  • Retinol-bind. Protein
  • ggf. α2-Makroglobulin
• Elektrolyte (Na, K, Ca, P04)
• Cortisol
• Aldosteron

 
 



2.2. Punktate

Für den kulturellen Erregernachweis siehe Kap. 3.4.

Auch wenn es aus präanalytischer Sicht bei Punktaten unerheblich ist, woher das Punktat stammt - sowohl für Gelenk- als auch Zystenpunktate sowie punktierten Aszites oder Pleuraerguss gelten die gleichen präanalytischen Anforderungen - ist für die Beurteilung der Messwerte die Angabe des Ursprungs des Punktates unabdingbar.

2.2.1. Klinisch-chemische Parameter aus Punktaten

Punktate sollten immer in 2 verschiedenen Abnahmesystemen eingesandt werden:

  1. In einer EDTA-Monovette. Hierdurch wird eine Adhäsion der Zellen vermieden, deren Zahl sonst falsch niedrig liegen könnte.
  2. In einem neutralen Röhrchen, um alle klinisch-chemischen Parameter -  bei Gelenkpunktaten eventuell auch die Kristalle - zu bestimmen.

Es ist zu beachten, dass bei sehr speziellen Fragestellungen (z. B. Tumormarker im Pleurapunktat) nicht für alle Parameter Normwerte existieren.



2.3. Liquordiagnostik

Für den kulturellen Erregernachweis siehe Kap. 3.3., für den viralen Erregernachweis siehe Kap. 4.

2.3.1. Liquor-Parameter, die rasch nach der Gewinnung bestimmt werden müssen

Eine Liquorprobe für Parameter, die möglichst sofort nach dem Gewinnen bestimmt werden müssen, sollte zeitnah (<4 h) im Labor eintreffen. Hierzu bitte nativen Liquor einsenden.


Zu diesen Parametern zählen die Zellzahl, die Zelldifferenzierung, Glucose und Lactat.

2.3.2. Weniger zeitkritische Liquor-Parameter

Für die weitere über die in 2.3.1. genannten Parameter hinausgehende Liquor-Diagnostik muss sowohl Serum als auch Liquor eingesandt werden. Die Blutprobe sollte hierfür zeitgleich mit dem Liquor (z. B. am gleichen Vormittag) entnommen werden.

Dies gilt für die Bestimmung der Blut-Liquor-Schranken-Funktion (Albumin-Quotient), Nachweis autochthon d. h. intrathekal gebildeter Immunglobuline (IgG-, IgM-, IgA-Quotient, oligoklonale Banden) und spezifischer Antikörperindices zum Nachweis einer autochthonen Immunantwort gegen einen bestimmten Krankheitserreger (z. B. bei Borreliose, HSV, VZV, Syphilis oder auch der "MRZ-Reaktion" bei V. a. Enzephalomyelitis disseminata).

Daneben besteht die Möglichkeit des Erregernachweises mittels PCR (z. B. bei HSV, Enteroviren, VZV etc.). Um Kontaminationen zu vermeiden, darf die Liquor-Probe nach der Abnahme nicht mehr geöffnet werden.

Für eine adäquate Diagnostik müssen 2 ml Liquor eingesandt werden. Einige Bestimmungen sind auch bei Einsendung geringerer Liquor-Mengen (z. B. 500 µl) möglich. Für eine Blut-Liquor-Schranke (nur Albumin) werden mindestens 400 µl benötigt, für eine Abklärung der intrathekalen Ig-Produktion nach Reiber 500 µl.


Für den kulturellen Erregernachweis siehe Kap. 3.3.



2.4. Stuhldiagnostik

Für die nicht bakteriologische Stuhldiagnostik wird immer frischer nativer Stuhl benötigt. Viele dieser Parameter werden auf 1 g Stuhl bezogen. Hierfür müssen bestimmte Stuhl-Monovetten verwendet werden, deren Löffel so beschaffen ist, dass er ca. 1 g Stuhl aufnimmt.


Der Stuhl sollte das Labor am Tage der Gewinnung erreichen. Wir bitten daher auf eine Gewinnung an Sonn- und Feiertagen zu verzichten. Lässt sich dies nicht vermeiden, müssen diese Stühle bis zum nächsten Werktag tiefgefroren werden.


Für den kulturellen Erregernachweis siehe Kap. 3.8


 

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Kapitel 2:

2.1. Urindiagnostik
Tab. 9: Parameter aus Urin
2.2. Punktate
2.2.1. Klinisch-chemische Parameter aus Punktaten
2.3. Liquordiagnostik
2.3.1. Liquor-Parameter, die rasch nach der Gewinnung bestimmt werden müssen
2.3.2. Weniger zeitkritische Liquor-Parameter
2.4. Stuhldiagnostik

andere Präanalytik-Seiten


1. Blut, Serum, Plasma und Co

2. andere Materialien

3. Bakteriologie (kultureller Erregernachweis)

4. Virologie (Erregernachweis)

5. Abnahme-Systeme