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4. Virologie (Erregernachweis)Für virologische ebenso wie für bakteriologische oder parasitologische Untersuchungen bitte getrennte Proben in separaten Entnahmegefäßen einsenden.4.1. Allgemeine RegelnFür den direkten Virusnachweis werden folgende Methoden eingesetzt:
Bitte beachten Sie folgende wichtige Hinweise:
4.2. Probenentnahme und Transportbehälter4.2.1. BlutprobenFür die PCR eignet sich insbesondere EDTA-Blut. Der Gebrauch von Heparinröhrchen soll vermieden werden. Heparin hemmt die PCR-Reaktion! Auch für den direkten CMV-pp65-Antigennachweis werden EDTA-Blutproben benötigt (2 ml). 4.2.1.1 Blutproben für die NAT-Testung von Lebendspendern mittels Procleix Ultrio Assay (TMA) für HBV, HCV und HIV 1
In K2EDTA-, K3EDTA- oder in Becton-Dickinson EDTA-PPTs (Plasma Preparation Tubes, BD PPT™) gesammeltes Plasma kann verwendet werden. Vollblut, Plasma oder Serum kann bis zu 72 Stunden ab Zeitpunkt der Entnahme bei ≤25°C gelagert werden; Temperaturen von bis zu 30°C sind über maximal 24 Stunden zulässig. Die Proben können weitere 5 Tage bei 2°C bis 8°C im Anschluss an die Zentrifugation gelagert werden. Plasma, von dem die Zellen abgetrennt wurden, kann längere Zeit bei ≤-20°C gelagert werden, bevor es getestet wird. Vollblut nicht einfrieren. 4.2.2. Urinproben5−10 ml frisch gewonnenen Mittelstrahlurin in Urin-Monovette geben. 4.2.3. StuhlprobenFür den Virusnachweis wird 1−3 g bzw. 1−3 ml Stuhl, wie für bakteriologische Untersuchungen beschrieben, entnommen und in ein separates Stuhlröhrchen bzw. Stuhl-Monovette eingebracht. 4.2.4. PunktatePunktate (Pleura-Flüssigkeit, Aszites und Fruchtwasser) werden steril abgenommen und nativ verschickt. Für den Transport kann eine steril "abgestöpselte" Spritze verwendet werden.
4.2.5. Abortmaterial, Gewebe und BiopsieWenn keine Austrocknungsgefahr besteht, kann das Material nativ an das Labor in einem neutralen sterilen Röhrchen oder Becher geschickt werden. Andernfalls soll Virustransportmedium verwendet werden. 4.2.6. Liquor, flüssige Proben aus dem RespirationstraktLiquor und flüssige Materialien (2 ml) aus dem Respirationstrakt (Bronchiallavage, Nasen- und Rachenspülwasser, Nasen- und Rachensekret, Speichel, Sputum) sollen in einem neutralen sterilen Röhrchen verschickt werden. 4.2.7. AbstricheFür die Abstrichentnahme sollen normale Tupfer aus Baumwolle , Dacron, Rayon oder Nylon-Flockfaser verwendet werden. Keine Calcium-Alginat-Tupfer verwenden! Calcium-Alginat-Tupfer können auf Viren toxisch wirken. Der Abstrich sollte sofort in ein Röhrchen mit Virustransportmedium eingebracht werden. Der Tupfer wird mit einer Schere so weit gekürzt,, dass der Deckel dicht schließt und der Tupfer im Transportmedium verbleibt. Trockene Abstriche und bakteriologische Abstriche die ein Gel oder Agar-Transportmedium enthalten, sind für den Virusnachweis nicht geeignet! 4.2.7.1. Nasen-, Rachen- und Nasen-Rachen-AbstrichZum Nachweis humaner Influenzaviren scheint vor allem ein tiefer Nasen-Rachen-Abstrich - insbesondere bei Kleinkindern - sinnvoll, aber auch ein Rachenabstrich ist möglich.
4.2.7.2. GenitalabstrichBei offenen Ulcera oder Läsionen wird mit dem Nylon-Flockfasertupfer ein Abstrich vom Wundgrund gemacht. Die Materialentnahme soll gezielt unter Vermeidung einer Kontamination durch die Standortflora des umgebenden Gewebes erfolgen. 4.2.7.3. AugenabstrichZur Abstrichentnahme ist eine lokale Betäubung der Bindehaut durchaus hilfreich. Dafür sollten möglichst konservierungsfreie Präparate eingesetzt werden, um eine Virusinaktivierung in den Proben zu vermeiden (z. B. Oxybuprocain Augentropfen - Conjuncain® EDO®). Den Tupfer zuerst gut mit steriler physiologischer Kochsalzlösung befeuchten, mehrfach über die Konjunktiva streichen, erst dann in das Virustransportmedium geben (Röhrchen mit der grünen Kappe. 4.2.8. Nachweis Humaner Papillomaviren (HPV) aus zervikalen AbstrichenAufgrund der deutlichen Abweichung gegenüber der oben beschriebenen Vorgehensweise wird die Probengewinnung für HPV-Diagnostik im Folgenden gesondert beschrieben. 4.2.8.1 HPV-RNA-Nachweis (Testart TMA)Zum nicht typspezifischen Nachweis der viralen Onkogene E6 und E7 der 14 wichtigsten High-Risk HPV Typen. Bitte unbedingt das spezielle APTIMA Entnahme und Transportsystem benutzen. Den weißen Tupfer zum Entfernen von exzessivem Mucus und bitte nur die blaue Zytobrush für den Abstrich verwenden. Diese dann im Röhrchen belassen. 4.2.8.2 HPV-Genotypisierung (Testart PCR)Dient zum typspezifischen HPV-DNA-Nachweis der 24 gängigsten High- und Low-Risk HPV-Typen, einschließlich der in den HPV-Impfstoffen enthaltenen Typen 6, 11, 16 und 18. Der Abstrich erfolgt unter Verwendungunseres Virustransportröhrchens (Grüne Kappe, Aufschrift "Virustransportmedium") mittels normalem Tupfer oder Cytobrush. 4.2.8.3 HPV-Nachweis nicht typspezifisch (Testart HC2)Dient zum nicht typspezifischen HPV-DNA-Nachweis der Kategorie High-Risk. Für die Abstrichentnahme beachten Sie bitte die jedem Entnahme-Set (DNAPAP Cervical Sampler) beigefügte Anleitung. Der Abstrichträger verbleibt im Röhrchen. 4.2.8.4 Empfohlene Vorgehensweise bei zervikalen HPV-AbstrichenDie Cytobrush nicht bei schwangeren Frauen verwenden.
Die Entnahme des Pap-Abstriches erfolgt vor der Probengewinnung für den HPV-Test. Bei Durchführung einer Kolposkopie ist der HPV-Abstrich vor Applikation von Essigsäure oder Jod zu gewinnen.
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