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Deutsche Akkreditierungsstelle D-ML-17120-01-00 D-PL-17120-01
 

LAP Nr:7182647
 
CLIA-Akkreditierung
CLIA ID: 99D1030870
 
FDA-Registrierung
3002965587
 
Letzte Aktualisierung:
11.07.2014

Sandfliegenfieber (SF, synonym Pappataci-Fieber)



Sandmücke (Phlebotomus pappatasi) überträgt neben dem SF-Virus auch Leishmanien (Quelle CDC)

Das SF wird durch das gleichnamige Sandfliegen-Virus verursacht. Übertagen wird es durch den Stich von Sandmücken (Phlebotomus-Spezies). Das Virus gehört zur Familie der Bunyaviridae; man unterscheidet 3 Serotypen: Sicilian (SFS), Toscana (TOS) und Naples (SFN).

In Europa kommen die drei Serotypen in unterschiedlicher Verbreitung vor allem im Mittelmeerraum vor. In endemischen Gebieten, z.B. Kroatien, Zypern, Ägypten liegt die Durchseuchung in der Bevölkerung teilweise bei über 60%. In den jetzten Jahren trat diese Erkrankung immer wieder bei Urlaubern auf, die sich diesen Gebieten (u.a. Italien, Zypern, Iberische Halbinsel, Slowenien, Albanien, Kroatien, Türkei) aufgehalten hatten.

Im August 2010 wird jetzt von Medizinern der Universitäten Göttingen und Freiburg sowie dem Klinikum Pforzheim über Erkrankungsfälle im Bereich des Oberrheins in Baden-Württemberg berichtet. Es wurden unklare Erkrankungfälle der letzen Jahre untersucht und bei 10 Personen Antikörper gegen dieses Virus gefunden. Eine importierte Infektion wurde anamnestisch ausgeschlossen.

 



Verbreitung der einzelnen Serotypen im Mittelmeerraum (Quelle Wikipedia, Autor: Gleiberg)


Erkrankung und Verlauf

Die Inkubationszeit ist relativ kurz und beträgt 2- 5 Tage.

Die Infektion verläuft oft mild als unspezifischer grippaler Infekt. Hier können aber auch hohes Fieber (bis 40°C), frontal-betonte Kopfschmerzen, retrobulbäre Schmerzen, Myalgien, Arthralgien und gastrointestinale Beschwerden auftreten. Nach ca. einer Woche klingen diese Beschwerden wieder ab. Ähnlich wie bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) kann sich nach vorübergehender Remission (1-2 Wochen) eine 2. Phase mit neurologischer Symtomatik anschließen. Diese kann sich wie bei der FSME als Meningitis, Enzephalitis und Hirnnerverparesen äußern. Bleibende Schäden sind glücklicherweise selten, jedoch können Kopfscherzen noch über Wochen persistieren.

Serologische Diagnostik

In der Regel sind Antikörper 5 - 7 Tage nach Erkrankungsbeginn nachweisbar. Wir bieten den getrennten Nachweis von IgG u IgM-Antikörpern mittels Immunoblot an. Als Antigen wird  ein rekombinantes Protein des Toscana Virus (TOS) verwendet. Aufgrund bestehender Kreuzreaktivität werden auch die anderen Serotypen zuverlässig erfasst. Unter Umständen ist eine Verlaufskontrolle in 1-2 Wochen notwendig

Bitte senden Sie mindesten 1ml Serum mit der Anforderung "Sandmückenfieber-Antikörper" ein. Zur besseren Beurteilung des Ergebnisses bitte immer Erkrankungsbeginn, Symptome und (Reise-)Anamnese angeben.

 

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung

Dr. med. F. Tewald (0711/6357-119)

 

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