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Influenza Saison 2011/2012
Allgemeine Situation:
Die in unserem Labor isolierten Influenzaviren gehörten den folgenden Subtypen an: Die A(H3N2)-Viren reagieren sehr gut mit dem Immunserum gegen den aktuellen Impfstamm A/Perth/16/2009. Genetische Analysen der im vergangenen Jahr global zirkulierenden A(H3N2)-Viren zeigten eine Ko-Zirkulation zwei verschiedener Gruppen (A/Perth/16/2009- Clade und A/Victoria/208/2009-Clade). Die bis Ende Februar angezüchteten A(H3N2)-Viren werden den A/Perth/16/2009- Clade zugeordnet. Seit März verändern sich die H3N2-Subtypen: Es wurden v.a. Viren der A/Stockholm/18/2011-Subgruppe (gehört zum A/Victoria/208/2009-Clade) nachgewiesen. Bei den Influenza B-Viren kozirkulieren 2 Linien; die Yamagata-Linie und die Victoria-Linie. Im Impfstoff ist immer nur eine der beiden Linie enthalten und in der Saison 2011/12 ist es die Victoria-Linie. Ca. 70 % unserer Influenza B-Virus-Isolate gehören zur Victoria-Linie und reagieren sehr gut mit dem Immunserum gegen den aktuellen Impfstamm B/Brisbane/60/2008. Die Isolate, der nicht in der Impfung enthaltenen Yamagata-Linie, spalten sich je zur Hälfte in B/Florida/04/2006 – like Viren (Impfstoffkomponente 2008/09) und der neuen Variante B/Bangladesh/3333/07-like Viren auf. Für die kommende Saison 2012/13 steht bereits die Stammzusammensetzung fest:
- ein A/California/7/2009 (pandemischer H1N1) -like Stamm - ein A/Victoria/361/2011 (H3N2) -like Stamm (gehört zum A/Perth/16/2009- Clade) - ein B/Wisconsin/1/2010 -like Stamm (Victoria-Linie)
Man darf nun gespannt sein, welche Viren in der nächsten Saison auftreten werden. Sollte sich bei den A(H3N2)-Viren die neue A/Stockholm/18/2011-Subgruppe oder vermehrt Infektionen mit der Virctoria-Linie bei den Influenza B-Viren durchsetzen, dürften Impfdurchbrüche zu erwarten sein. Bereits in der Saison 2007/08 konnte man weltweit beobachten, dass der Impfstoff nicht alle H3N2-Varianten bzw. B-Linie abdeckte. Die Sequenzdaten der Impfdurchbrüche einiger ausgewählter Isolate zeigte damals die Zugehörigkeit zur neuaufgetretenen A/Nepal/921/06-like Subgruppe.
Insbesondere Angehörige einer Risikogruppe sollten unbedingt eine Influenzaimpfung erhalten haben. In der letzten Saison trat in Europa bei Ungeimpften 10 mal häufiger eine Influenzainfektion auf als nach Impfung. Der Impfschutz stellt sich frühestens nach 8 Tagen ein. Der Impferfolg bzw. das Vorhandensein neutralisierender Antikörper kann mittels eines Neutralistionstests bestimmt werden. Die Impferfolgskontrolle mit dem Neutralistionstest ist frühestens nach 2 Wochen möglich. Aktuelle Daten für Deutschland und Europa stehen auf den Internetseiten der AGI und von EISS zur Verfügung.
Weitere Hinweise finden Sie auf unseren Internetseiten:
Influenzanachweis im Labor Enders
ProbenmaterialBei Verdacht auf Influenza-Erkrankung in der Akutphase bitte einen Rachen- oder tiefen Nasenabstrich in Röhrchen mit grüner Kappe (Virustransportmedium) oder in 1 ml NaCl einsenden. Bitte beachten Sie, dass bei Influenza-Verdacht die Ausnahmeziffer 32006 angegeben werden kann.
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