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LAP Nr:7182647
 
CLIA-Akkreditierung
CLIA ID: 99D1030870
 
FDA-Registrierung
3002965587
 
Letzte Aktualisierung:
30.04.2014

Empfohlene Untersuchungen in der Schwangerschaft


Sehr geehrte Patientin,

Im folgenden möchten wir Sie über die wichtigsten Punkte informieren, die für einen problemlosen Verlauf der Schwangerschaft wesentlich sind.

Als Kassenpatientin haben Sie entsprechend den Mutterschaftsrichtlinien zunächst Anspruch auf die folgenden Leistungen:

Frauenärztliche Untersuchung:

Eine Frauenarztliche Untersuchung sollte in ca. 4-wöchigem Abstand bis zur 32. Schwangerschaftswoche, danach im 2-wöchigen Abstand bis zur Entbindung durchgeführt werden. Bitte nehmen Sie die entsprechenden Termine regelmäßig wahr, sie dienen dazu, einen problemlosen Verlauf Ihrer Schwangerschaft zu gewährleisten.

Zwischen der 9. und 14. Schwangerschaftswoche, der 19. und 22. Schwangerschaftswoche, und der 29. und 32. Schwangerschaftswoche ist in den meisten Fällen eine Ultraschalluntersuchung vorgesehen.

Mit Hilfe dieser Ultraschalluntersuchungen können in vielen Fallen eventuelle schwere Entwicklungsstörungen des Kindes frühzeitig bemerkt werden, um gegebenenfalls eine entsprechende Diagnostik oder Therapie einleiten zu können.

Blutgruppenbestimmung


Zu Beginn der Schwangerschaft sollte eine Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors (falls noch nicht bekannt), sowie die Durchführung eines Antikörpersuchtests erfolgen, um gegebenenfalls eine Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Ihnen und Ihrem Kind frühzeitig festzustellen. Der Antikörpersuchtest wird zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche wiederholt, um zu uberprüfen, ob in der Zwischenzeit eine Blutgruppenunverträglichkeit aufgetreten ist.

Falls bei Ihnen das Blutgruppenmerkmal Rhesus negativ festgestellt wurde, erhalten Sie in der 28. Schwangerschaftswoche eine Spritze, die Antikörper gegen das kindliche Rhesusantigen enthält (Anti-D), um einer möglichen Blutgruppenunvertraglichkeit zwischen Ihnen und Ihrem Kind vorzubeugen.

Sollte bei Ihnen eine Fruchtwasserspiegelung (Amniozentese) notwendig sein oder Blutungen auftreten, erhalten Sie die Spritze auch zu einem anderen Zeitpunkt. Durch diese Spritze wird Ihr Antikörpersuchtest positiv, doch zeigt dies lediglich die Wirkung der Spritze an und bedeutet keine Gefahr für Ihr Kind.

Infektionsverhütung


Zu Beginn der Schwangerschaft wird eine weitere Blutuntersuchung vorgenommen, die feststellt, ob Sie gegenüber einer Infektion mit dem Rötelnvirus immun sind. Dies ist wichtig, da eine Infektion mit dem Rötelnvirus in der Schwangerschaft zu Missbildungen bei Ihrem Kind führen kann. Diese Untersuchung ist nicht erforderlich, wenn in Ihrem Impfpass zwei Rötelnimpfungen dokumentiert sind. In der Frühschwangerschaft wird auch eine Urinprobe (Morgenurin) auf Chlamydien untersucht, da eine Chlamydieninfektion den Verlauf Ihrer Schwangerschaft ungünstig beeinflussen kann.

Nach der 32. Schwangerschaftswoche wird nochmals eine Blutentnahme durchgeführt, die eine mögliche bestehende Infektion mit dem Hepatitis B-Virus aufdecken soll. Eine solche Infektion könnte unter der Geburt zu einer Ansteckung Ihres Kindes führen.

Wir möchten Ihnen empfehlen, zusätzlich auch eine Untersuchung auf HIV (AIDS-Virus) durchführen zu lassen, da diese Infektion bei Eintritt einer Schwangerschaft erfahrungsgemäß nie gänzlich auszuschließen ist. Ebenso haben Sie Anspruch auf einen Test zum Ausschluss einer Lues (Syphilis).

Zusätzliche Hinweise

Die genannten Untersuchungen dienen dazu, eine möglichst gute und ungestörte Entwicklung Ihres Kindes zu gewährleisten. Trotzdem ist es wichtig, dass auch Sie durch eine gesunde Lebensweise und Ernährung (vor allem kein Alkohol, kein Nikotin, keine entbehrlichen Medikamente, keine Röntgenuntersuchung, ausgewogene Mischkost) zu einem guten Verlauf Ihrer Schwangerschaft beitragen. Insbesondere sollten Sie bedenken, dass Ihr Kind viele Substanzen aufnimmt, die sich im mütterlichen Kreislauf befinden. Gleichzeitig wird das Kind durch den mütterlichen Kreislauf ernährt, wodurch sich bei Schwangeren ein erhöhter Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen ergibt. Bei ausgewogener Ernährung kann auch der zusätzliche Bedarf des Kindes in der Regel abgedeckt werden. Nicht selten entwickelt sich jedoch ein Mangel, insbesondere hinsichtlich Eisen, Jod oder Folsäure. Bei eintretenden Mangelzuständen wird Ihnen daher ein Präparat verordnet, welches diesen Mangel beheben kann. Eine prophylaktische Verordnung auf Kassenrezept ist jedoch nicht in jedem Fall möglich. Falls Sie eine solche Medikation wünschen, müsste diese von Ihnen selbst bezahlt werden.

Allgemein empfohlen wird die prophylaktische Gabe von 0,4 mg Folsäure pro Tag in den ersten drei Monaten zur Senkung der Häufigkeit von "offenem Rücken“ (spina bifida), sowie die Einnahme von täglich 200 Mikrogramm Jodid zum Schutz vor angeborenem kindlichem Kropf.

Weitere Untersuchungen:

In Paragraph 70 des 5. Teil des Sozialgesetzbuches schreibt der Gesetzgeber vor "Die Versorgung der Versicherten muss ausreichend und zweckmäßig sein, sie darf das Maß des Notwendigen nicht überschreiten und muss wirtschaftlich erbracht werden.“

Aus dieser gesetzlichen Grundlage ergibt sich, dass, abgesehen von Sonderfällen, kassenversicherte Patientinnen lediglich Anspruch auf die oben genannten Leistungen haben. Dies gilt nicht für privatversicherte Patientinnen.

Darüber hinaus können jedoch weitere Untersuchungen und Maßnahmen sinnvoll sein, die wir Ihnen nachfolgend erläutern. Die Kosten hierfür müssten jedoch von Ihnen persönlich getragen werden.

Zusätzliche Untersuchungen

1. Stoffwechsel

Spurenelemente und Vitamine

Das im Mutterleib wachsende Kind hat einen besonders hohen Bedarf an verschiedenen Spurenelementen, insbesondere jedoch an Eisen, Jod und Folsäure. Eine Ergänzung der Aufnahme von Eisen, Jod und Folsäure kann in der Schwangerschaft demnach sinnvoll sein.

Von den Spurenelementen und Vitaminen sind besonders Folsäure (= Vitamin B9), Jod, Eisen und Calcium wichtig für die Schwangere und das werdende Kind. Sollte bei Ihnen diesbezüglich ein Mangelzustand erkannt werden, erhalten Sie ein entsprechendes Präparat auf Kassenrezept. Damit ein Folsäure-Mangel erst gar nicht entsteht, wird von medizinischen Fachgesellschaften und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, nachdrücklich die zusätzliche Einnahme von Folsäure-Präparaten (ca. 400–800 Mikrogramm (μg) Folsäure pro Tag) mindestens 4 Wochen vor einer Schwangerschaft und in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten empfohlen. Diese Empfehlung basiert auf weltweit erhobenen Daten, die zeigen, dass durch die mütterliche Folsäure-Prophylaxe bei Ihrem Kind das Risiko eines „offenen Rückens“ (Spina bifida, Neuralrohrdefekt) und nach neuesten Studien auch das Risiko einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte deutlich gesenkt werden kann.

Schilddrüse

Für Schwangere und Stillende wird auch eine zusätzliche Zufuhr von ca. 150 Mikrogramm (μg) Jodid pro Tag empfohlen. Dadurch soll dem Jodmangel bei der Mutter und dem angeborenen kindlichen Kropf (angeborene Schilddrüsenunterfunktion) vorgebeugt werden.
Eine ausreichende Versorgung mit Jod beugt außerdem einer Schilddrüsenunterfunktion bei Mutter und Kind vor.

Falls eine Unterfunktion der Schilddrüse in der Schwangerschaft nicht erkannt wird, kann sich dies ungünstig auf die geistige Entwicklung Ihres Kindes auswirken. Eine Unterfunktion kann heute leicht durch Gabe von Schilddrüsenhormon (L-Thyroxin) behandelt werden.

Bei erhöhtem Risiko für eine Störung der Schilddrüsenfunktion, also
- bei einer bereits bekannten Schilddrüsenerkrankung bei Ihnen oder einem Blutsverwandten,
– bei Diabetes mellitus oder
– falls Sie eine Autoimmunerkrankung (z. B. Rheuma) haben,
sollte Ihre Schilddrüsenfunktion daher durch die Bestimmung von TSH (und evtl. fT4) bereits vor einer geplanten Schwangerschaft oder in der Frühschwangerschaft untersucht werden.
Im Falle einer bereits bekannten Schilddrüsenerkrankung ist die TSH-Bestimmung in der Regel eine Kassenleistung.

Zuckerkrankheit in der Schwangerschaft

Ein Schwangerschaftsdiabetes (medizinisch „Gestationsdiabetes mellitus“, GDM) tritt etwa bei jeder 12. Schwangeren auf.

Ein Gestationsdiabetes verursacht keinerlei Beschwerden, führt beim ungeborenen Kind jedoch zu Störungen und Gefährdungen wie:
– erhöhtes Geburtsgewicht mit evtl. Entbindungskomplikationen
– erhöhtes Risiko einer Frühgeburt.
Besonders nach der Geburt besteht eine Reihe von Risiken, wenn die Mutter unter einem unentdeckten Gestationsdiabetes litt:
– Gefahr der schweren Unterzuckerung nach der Geburt
– erhöhtes Risiko für Neugeborenen-Infektionen
– erhöhtes Risiko für Neugeborenen-Gelbsucht.
Im späteren Leben leiden Kinder von Müttern mit GDM vermehrt an Übergewicht, Diabetes und erhöhtem Blutdruck.

In der 24.–27. SSW wird Ihnen ein Screening auf das Vorliegen eines Schwangerschaftsdiabetes mittels oralem Glucosetoleranztest

(oGTT) angeboten. Von den gesetzlichen Krankenkassen wird ein einfacher Test (50-g-oGTT) mit einer einmaligen Blutentnahme nach
1 Stunde bezahlt. Dieser erkennt etwa 81 % aller Fälle eines Schwangerschaftsdiabetes.
Der genauere Test mit 75 g Glucose und drei Blutentnahmen wird von den gesetzlichen Krankenkassen nur bezahlt, wenn ein auffälliger 50-g-oGTT vorausgegangen ist.

Ausführliche Informationen zum Gestationsdiabetes

2. Störung der Erbanlagen

Abhängig vom Alter der Mutter besteht ein gewisses Risiko, dass Ihr Kind unter einer Chromosomenstörung leidet. Die häufigste Chromosomenstörung bei ungeborenen Kindern ist eine Trisomie 21, die sich beim Kind als "Down-Syndrom" äußert. Das Risiko beträgt bei einer 20-jährigen Mutter eine von 1100 Schwangerschaften, bei einer 35-Jährigen jedoch schon eine von 300 und bei einer 40-jährigen Frau bereits eine von 68.

Durch eine Fruchtwasseruntersuchung (medizinisch "Amniozentese") oder eine sogenannte Chorionzottenbiopsie (CVS) kann das Vorhandensein einer kindlichen Chromosomenstörung sicher ausgeschlossen werden. Diese Untersuchung wird von den gesetzlichen Krankenkassen für jede Schwangere Über 35 Jahre bezahlt. Eine Fruchtwasseruntersuchung/CVS birgt jedoch auch Gefahren für das Kind in sich: bei jeder 100. bis 200. Untersuchung kommt es zu vorzeitigen Wehen und einer Fehlgeburt. Daher sollte möglichst nur dann eine Fruchtwasseruntersuchung/CVS durchgeführt werden, wenn Ihr persönliches Risiko hoch ist, dass Ihr Kind an einer Chromosomenstörung leidet. Das Kriterium "über oder unter 35 Jahre " zur Entscheidung für oder gegen eine Fruchtwasseruntersuchung/CVS inzwischen als überholt.

Mit Hilfe von Ultraschalluntersuchungen des Kindes und gleichzeitigen Hormonuntersuchungen im mütterlichen Blut ist es heute möglich, gezielt diejenigen Frauen mit hohem Risiko zu erkennen und dabei 95 % aller Trisomie-21-Fälle zu entdecken. Hierfür muss nur bei etwa 5 % aller Frauen eine Fruchtwasseruntersuchung durchgeführt werden.

Folgende Verfahren stehen zur Verfügung:

Das sogenannte "Ersttrimester-Screening" in der 12. bis 14. SSW.

Hierbei wird durch den Frauenarzt die sogenannte "Nackentransparenz" (NT) bei Ihrem Kind gemessen und der Wert mit zwei Hormonuntersuchungen PAPP-A und freies -hCG kombiniert. Wie eine solche NT-Messung aussieht, finden Sie im Kapitel Screening auf Chromosomenstörungen. Mit Hilfe dieser Technik können, sofern die Untersuchung zusammen mit den zwei Hormonwerten kombiniert wird, etwa 90 % aller Kinder mit Trisomie 21 erkannt werden. Neuerdings ist auch die Kombination mit dem Hormon PlGF möglich. Hierdurch steigt die Erkennungsrate für eine Trisomie 21 auf ca. 92% an.

Ab der 15. SSW stehen für die Risikoabschätzung im Zweittrimester-Screening der sogenannte "Triple-Test" und der "Quadruple-Test" zur Verfügung. Beide Verfahren sind nicht ganz so genau wie das Ersttrimester-Screening. So werden durch den "Triple-Test" 69 % und durch den "Quadruple-Test" ca. 81% aller Trisomie-21-Fälle erkannt.

Die höchste Aussagekraft haben neue Verfahren, bei denen das Risiko im Ersttrimester-Screening mit dem Quadruple-Test ab der 15. SSW kombiniert wird (das sogenannte "integrierte Screening"). Die Erkennungsrate beträgt etwa 95 %.

Bitte beachten Sie, dass bei allen genannten Screening-Verfahren ein persönliches Risiko ermittelt wird, welches anzeigt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Ihr Kind an einer Trisomie 21 leidet. Bei hohen Risiken (1:300 oder höher) wird dann zur weiteren Abklärung eine Fruchtwasseruntersuchung oder CVS angeraten. Aus dem entnommenen Fruchtwasser können die kindlichen Chromosomen untersucht werden und dann eine genaue Aussage getroffen werden, ob eine Chromosomenstörung vorliegt oder nicht.

Weitere Informationen finden Sie unter Pränataldiagnostik sowie in unserem Patientenflyer Screening auf Chromosomenstörungen, den Sie hier als pdf downloaden oder unter Tel. 0711 63 57-104 kostenlos bestellen können.

3. Infektionen

Verschiedene Infektionskrankheiten können wahrend der Schwangerschaft und bei der Entbindung zu Problemen bzw. zu Störungen der Entwicklung des Kindes führen. Wichtig ist, dass viele dieser Infektionen, wie z. B. Infektionen mit Zytomegalievirus oder mit Toxoplasmose, sowie mit B-Streptokokken in der Schwangerschaft ohne Symptome oder symptomarm verlaufen, so dass sie nicht akut bemerkt werden.

Trotzdem können solche Infektionen zu einer Schädigung des Kindes führen. Im einzelnen handelt es sich um folgende Infektionserreger:

Zytomegalie-Virus-Infektion

Die Zytomegalie-Virus-Infektion ist die häufigste Infektion in der Schwangerschaft, die jährlich in 1 bis 4 Prozent zu primären Infektionen bei empfänglichen, d.h. Antikörper-negativen schwangeren Patientinnen fuhrt. Ca. 10% der betroffenen Kinder zeigen bei der Geburt oder später Infektionssymptome, bei 10 - 15% der Kinder kommt es zu Spätschäden. Die Symptome des Kindes können ernsthaft sein und von Verkalkungen des Gehirns bis hin zu einer Wachstumsstörung des Gehirns, einer Entzündung der Netzhaut oder Taubheit reichen.

Hauptansteckungsquelle für junge Schwangere ist ein längerfristiger Intimkontakt mit einem Zytomegalie-Antikörper-positiven Partner über Speichel und Genitalsekrete. Die Frauen mittleren Alters in Deutschland stecken sich hauptsächlich über virushaltigen Speichel und Urin symptomloser Säuglinge und Kleinkinder an. Ca. 60% der deutschen Frauen im gebarfähigen Alter haben die Infektion durchgemacht und besitzen Antikörper, so dass keine Erstinfektion mehr stattfinden kann. Ca. 40% der Frauen haben noch keine Infektion durchgemacht. Im allgemeinen sind Schäden des Kindes nur bei der Erstinfektion der Mutter in der Schwangerschaft zu erwarten.

Die serologische Untersuchung (IgG- und IgM-Nachweis) sollte in der Frühschwangerschaft erfolgen.

Varizella-Zoster-Virus (Windpocken)

Eine Windpockeninfektion kann in der Frühschwangerschaft (bis ca. 23. Woche) zu einem sogenannten kongenitalen Varizellen-Syndrom (Hautnarben, Gliedmaßenveränderungen, geringes Geburtsgewicht, Lähmungen u.a.) führen, welches mit einer Häufigkeit von ca. 1.2% bei den erkrankten Patientinnen auftritt.

Auch bei einer erstmaligen Windpockeninfektion der Mutter kurz vor der Geburt, kann es beim Kind zu einer schwer verlaufenden Infektion, ggf. auch mit Folgeschäden kommen. Auch hier sind Schwangere, die die Erkrankung schon durchgemacht haben, geschützt. Dies ist bei ca. 94% aller Schwangeren der Fall. Bei nicht geschützten Schwangeren, die Kontakt mit Windpockenpatienten haben, kann der Erkrankung durch die rechtzeitige Gabe eines Immunglobulins in ca. 50% vorgebeugt werden. Wir empfehlen Ihnen daher, den Immunstatus zu bestimmen, falls sich die Schwangere oder deren Mutter nicht an Varizellen erinnern. Sollte dies nicht der Fall sein, sollten Sie Kontakt mit an Windpocken erkrankten Kindern und Erwachsenen meiden. Im allgemeinen besteht Ansteckungsgefahr einige Tage vor Auftreten der Bläschen bis zum Eintrocknen der Pusteln.

Ringelröteln (Parvovirus B19)

Wichtig zu wissen ist, dass die Ringelrötelninfektion im Erwachsenenalter in mehr als 60% ohne charakteristische Symptome verläuft. Daher kann die Infektion nur serologisch (IgG- und IgM-Antikörperbestimmung) erkannt werden, so auch in der Schwangerschaft. Die Ringelröteln werden durch ein Virus (Parvovirus B19) verursacht. Es handelt sich ebenso wie bei den Windpocken um eine Tröpfcheninfektion. Auch hier sind Patientinnen, die die Infektion bereits durchgemacht haben (ca. 60%) vor einer Erkrankung in der Schwangerschaft geschützt. Bei nicht geschützten Patientinnen besteht ein erhöhtes Risiko für fetale Komplikationen (ausgepragte Anämie und Wassersucht), die ohne Blutaustausch zum Absterben der Frucht führen können, insbesondere zwischen der 14. und 28. Schwangerschaftswoche. Da das Ansteckungsrisiko vor Beginn des Exanthems (Hautausschlag) am höchsten ist und im Erwachsenenalter die Infektion atypisch verläuft, kann man sich vor einer Infektion meist nicht erfolgreich schützen. Daher sollte der Immunstatus bei Beginn der Schwangerschaft bekannt sein.

Toxoplasmose

Diese Infektion, die hauptsächlich durch Katzenkotkontakt und Genuss von rohem Fleisch zustande kommt, führt bei gesunden Schwangeren selten zu Symptomen. Bei Erstinfektion der Mutter kurz vor oder wahrend der Schwangerschaft können jedoch ohne Behandlung für das Kind schwerwiegende Folgen auftreten, die von Verkalkungen im Gehirn mit möglichen Krampfanfällen bis hin zum Wasserkopf oder zur Blindheit reichen. In Deutschland haben ca. 35-40% aller schwangeren Patientinnen diese Infektion durchgemacht und sind daher geschützt. Bei nicht geschützten Patientinnen sollte eine Kontrolle in der Frühschwangerschaft und ca. alle 8 Wochen erfolgen. Falls eine akute Infektion festgestellt wird, wird eine Behandlung je nach Schwangerschaftsalter empfohlen.

Untersuchung auf Bakterien

Kurz vor der Geburt, ca. in der 38. Schwangerschaftswoche, kann durch die Untersuchung eines Abstriches ausgeschlossen werden, dass sich in den Geburtswegen Bakterien befinden, die Ihr Kind unter der Geburt infizieren können und dann zu schweren Infektionen, wie z.B. zur Lungenentzündung beim Kind führen. Es handelt sich hierbei im wesentlichen um B-Streptokken. Falls diese bei Ihnen nachgewiesen werden, kann noch vor oder unter der Geburt eine entsprechende Therapie erfolgen.

Nach der Geburt erhält Ihr Kind eine sogenannte Credésche Prophylaxe. Hierbei wird dem Neugeborenen 0,5 - 1% Silbernitratlösung in die Lidfalten des Auges geträufelt, um eine (seltene) Augeninfektion mit Gonokokken zu verhindern. Dies ist für Ihr Kind jedoch schmerzhaft. Falls daher vor der Geburt durch die Untersuchung eines Abstriches eine Infektion mit Gonokokken ausgeschlossen werden kann, ist die Credésche Prophylaxe nicht erforderlich.

4. Ultraschalluntersuchungen

Ihr Frauenarzt ist bemüht, neben schweren Entwicklungsstörungen auch eventuelle grobe kindliche Fehlbildungen durch Ultraschall zu erkennen. Es gibt jedoch auch Fehlbildungen, die durch Ultraschall überhaupt nicht oder nur schwer erkennbar sind. Schwer erkennbare Fehlbildungen werden - wenn überhaupt - oft nur durch eine spezielle Ultraschall-Feinuntersuchung entdeckt, welche spezialisierte Frauenarzte am besten in der 20. bis 22. Schwangerschaftswoche durchführen.

Eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung in der 36. Schwangerschaftswoche ist sinnvoll, um die Lage des Kindes im Mutterleib vor der Geburt zu bestimmen, sowie zur Beurteilung der Plazenta und zur Bestimmung des Verhältnisses von Fruchtwassermenge zu Kindsgröße. Eine solche Untersuchung hilft, eventuell unter der Geburt auftretende Komplikationen zu vermeiden. Falls Sie noch Fragen haben, sprechen Sie uns gerne an. Wir werden Sie stets nach dem neuesten Stand der medizinischen Kenntnisse beraten.

Publikation: Mütterliche Infektionen mit dem Risiko der Prä- und perinatalen Übertragung

- Teil I: Röteln und Hepatitis B

(gynäkologie + geburtshilfe Nr 06 /2005 S.38 -46)

- Teil II: Zytomegalie und Toxoplasmose

(gynäkologie + geburtshilfe Nr 01 /2006 S.24 -28)

Unsere ausführliche Patienteninformations-Broschüre 2012 können Sie hier herunterladen:

 

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Absätze:

Empfohlene Untersuchungen in der Schwangerschaft
Frauenärztliche Untersuchung:
Blutgruppenbestimmung
Infektionsverhütung
Zusätzliche Hinweise
Zusätzliche Untersuchungen
1. Stoffwechsel
2. Störung der Erbanlagen
3. Infektionen
4. Ultraschalluntersuchungen
Publikation: Mütterliche Infektionen mit dem Risiko der Prä- und perinatalen Übertragung
- Teil I: Röteln und Hepatitis B
- Teil II: Zytomegalie und Toxoplasmose

Unsere ausführliche Patienteninformation (3. Auflage 2012)



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