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LAP Nr:7182647
 
CLIA-Akkreditierung
CLIA ID: 99D1030870
 
FDA-Registrierung
3002965587
 
Letzte Aktualisierung:
04.08.2015

Empfohlene Untersuchungen in der Schwangerschaft


Sehr geehrte Patientin,

Im folgenden möchten wir Sie über die wichtigsten Punkte informieren, die für einen problemlosen Verlauf der Schwangerschaft wesentlich sind.

Als Kassenpatientin haben Sie entsprechend den Mutterschaftsrichtlinien zunächst Anspruch auf die folgenden Leistungen:


Untersuchung bei Ihrem Frauenarzt/Ihrer Frauenärztin:

Eine Frauenarztliche Untersuchung sollte in ca. 4-wöchigem Abstand bis zur 32. Schwangerschaftswoche, danach im 2-wöchigen Abstand bis zur Entbindung durchgeführt werden. Bitte nehmen Sie die entsprechenden Termine regelmäßig wahr, sie dienen dazu, einen problemlosen Verlauf Ihrer Schwangerschaft zu gewährleisten.

Zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche, der 19. und 22. Schwangerschaftswoche, und der 29. und 32. Schwangerschaftswoche ist routinemäßig eine Ultraschalluntersuchung vorgesehen.

Mit Hilfe dieser Ultraschalluntersuchungen können in der Regel eventuelle schwere Entwicklungsstörungen des Kindes frühzeitig bemerkt werden, um gegebenenfalls eine entsprechende Diagnostik oder Therapie einleiten zu können.

Blutgruppenbestimmung


Zu Beginn der Schwangerschaft sollte eine Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors (falls noch nicht bekannt), sowie die Durchführung eines Antikörpersuchtests erfolgen, um gegebenenfalls eine Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Ihnen und Ihrem Kind frühzeitig festzustellen. Der Antikörpersuchtest wird zwischen der 24. und 27. Schwangerschaftswoche wiederholt, um zu uberprüfen, ob in der Zwischenzeit eine Blutgruppenunverträglichkeit aufgetreten ist.

Falls bei Ihnen das Blutgruppenmerkmal Rhesus negativ festgestellt wurde, erhalten Sie in der 28.-30. Schwangerschaftswoche vorsorglich eine Spritze, die Antikörper gegen das kindliche Rhesusantigen enthält (Anti-D), um einer möglichen Blutgruppenunvertraglichkeit zwischen Ihnen und Ihrem Kind vorzubeugen.

Sollte bei Ihnen eine Fruchtwasserspiegelung (Amniozentese) notwendig sein oder Blutungen auftreten, erhalten Sie die Spritze auch zu einem anderen Zeitpunkt. Durch diese Spritze wird Ihr Antikörpersuchtest positiv, doch zeigt dies lediglich die Wirkung der Spritze an und bedeutet keine Gefahr für Ihr Kind.

Infektionsverhütung


Zu Beginn der Schwangerschaft wird eine weitere Blutuntersuchung vorgenommen, die feststellt, ob Sie gegenüber einer Infektion mit dem Rötelnvirus immun sind. Dies ist wichtig, da eine Infektion mit dem Rötelnvirus in der Schwangerschaft zu Missbildungen bei Ihrem Kind führen kann. Diese Untersuchung ist nicht erforderlich, wenn in Ihrem Impfpass zwei Rötelnimpfungen dokumentiert sind. Bringen Sie daher zum Termin bei Ihrem Frauenarzt/-ärztin Ihren Impfpass mit. In der Frühschwangerschaft wird auch eine Urinprobe (Morgenurin) auf Chlamydien untersucht, da eine Chlamydieninfektion den Verlauf Ihrer Schwangerschaft ungünstig beeinflussen kann.

Nach der 32. Schwangerschaftswoche wird nochmals eine Blutentnahme durchgeführt, die eine mögliche bestehende Infektion mit dem Hepatitis B-Virus aufdecken soll. Eine solche Infektion könnte unter der Geburt zu einer Ansteckung Ihres Kindes führen.

Wir möchten Ihnen empfehlen, zusätzlich auch eine Untersuchung auf HIV durchführen zu lassen. Die Kenntnis einer möglichen HIV-Infektion ist sehr wichtig, da dann durch verschiedene Maßnahmen einer Übertragung auf des Kind vorgebeugt werden kann. Das Ergebnis des Testes wird nicht im Mutterpass vermerkt. Ebenso haben Sie Anspruch auf einen Test zum Ausschluss einer Lues (Syphilis).

Frauen, die in der Grippesaison (von Dezember bis April) schwanger sind, wird eine Grippeimpfung ab dem 2. Drittel der Schwangerschaft empfohlen.

Allgemeine Hinweise

Die genannten Untersuchungen dienen dazu, eine möglichst gute und ungestörte Entwicklung Ihres Kindes zu gewährleisten. Trotzdem ist es wichtig, dass auch Sie durch eine gesunde Lebensweise und Ernährung (vor allem kein Alkohol, kein Nikotin, keine entbehrlichen Medikamente, keine Röntgenuntersuchung, ausgewogene Mischkost) zu einem guten Verlauf Ihrer Schwangerschaft beitragen. Insbesondere sollten Sie bedenken, dass Ihr Kind viele Substanzen aufnimmt, die sich im mütterlichen Kreislauf befinden.

Beachten Sie einfache Hygienemaßnahmen bei engem Kontakt zu Kleinkindern, um das Risiko einer Infektion mit dem Zytomegalievirus (siehe unten) zu vermindern. Infektionserkrankungen wie z. B. Listeriose oder Toxoplasmose (s.u.) können durch den Verzehr bestimmter Lebensmittel bzw. eine ungenügende Hygiene bei deren Zubereitung erworben werden. Daher ist in der Schwangerschaft zu empfehlen Fleisch immer gut durchzubraten und auf bestimmte Fleisch- und Wurstwaren aus rohem Fleisch sowie auf Produkte aus Rohmilch und rohem Fisch zu verzichten.

Zusätzliche Untersuchungen

In Paragraph 70 des 5. Teil des Sozialgesetzbuches schreibt der Gesetzgeber vor "Die Versorgung der Versicherten muss ausreichend und zweckmäßig sein, sie darf das Maß des Notwendigen nicht überschreiten und muss wirtschaftlich erbracht werden.“ Aus dieser gesetzlichen Grundlage ergibt sich, dass, abgesehen von Sonderfällen, kassenversicherte Patientinnen lediglich Anspruch auf die oben genannten Leistungen haben. Dies gilt nicht für privatversicherte Patientinnen.

Darüber hinaus können jedoch weitere Untersuchungen und Maßnahmen sinnvoll sein, die wir Ihnen nachfolgend erläutern. Die Kosten hierfür müssten jedoch von Ihnen persönlich getragen werden.

1. Stoffwechsel

Spurenelemente und Vitamine

Das im Mutterleib wachsende Kind hat einen besonders hohen Bedarf an verschiedenen Spurenelementen, insbesondere jedoch an Eisen, Jod und Folsäure. Eine Ergänzung der Aufnahme von Eisen, Jod und Folsäure kann in der Schwangerschaft demnach sinnvoll sein.

Von den Spurenelementen und Vitaminen sind besonders Folsäure (= Vitamin B9), Jod, Eisen und Calcium wichtig für die Schwangere und das werdende Kind. Sollte bei Ihnen diesbezüglich ein Mangelzustand erkannt werden, erhalten Sie ein entsprechendes Präparat auf Kassenrezept. Damit ein Folsäure-Mangel erst gar nicht entsteht, wird von medizinischen Fachgesellschaften und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, nachdrücklich die zusätzliche Einnahme von Folsäure-Präparaten (ca. 400–800 Mikrogramm (μg) Folsäure pro Tag) mindestens 4 Wochen vor einer Schwangerschaft und in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten empfohlen. Diese Empfehlung basiert auf weltweit erhobenen Daten, die zeigen, dass durch die mütterliche Folsäure-Prophylaxe bei Ihrem Kind das Risiko eines „offenen Rückens“ (Spina bifida, Neuralrohrdefekt) und nach neuesten Studien auch das Risiko einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte deutlich gesenkt werden kann.

Schilddrüse

Für Schwangere und Stillende wird auch eine zusätzliche Zufuhr von ca. 150 Mikrogramm (μg) Jodid pro Tag empfohlen. Dadurch soll dem Jodmangel bei der Mutter und dem angeborenen kindlichen Kropf (angeborene Schilddrüsenunterfunktion) vorgebeugt werden.
Eine ausreichende Versorgung mit Jod beugt außerdem einer Schilddrüsenunterfunktion bei Mutter und Kind vor.

Falls eine Unterfunktion der Schilddrüse in der Schwangerschaft nicht erkannt wird, kann sich dies ungünstig auf die geistige Entwicklung Ihres Kindes auswirken. Eine Unterfunktion kann heute leicht durch Gabe von Schilddrüsenhormon (L-Thyroxin) behandelt werden.

Bei erhöhtem Risiko für eine Störung der Schilddrüsenfunktion, also
- bei einer bereits bekannten Schilddrüsenerkrankung bei Ihnen oder einem Blutsverwandten,
– bei Diabetes mellitus oder
– falls Sie eine Autoimmunerkrankung (z. B. Rheuma) haben,
sollte Ihre Schilddrüsenfunktion daher durch die Bestimmung von TSH (und evtl. fT4) bereits vor einer geplanten Schwangerschaft oder in der Frühschwangerschaft untersucht werden.
Im Falle einer bereits bekannten Schilddrüsenerkrankung ist die TSH-Bestimmung in der Regel eine Kassenleistung.

Zuckerkrankheit in der Schwangerschaft

Ein Schwangerschaftsdiabetes (medizinisch „Gestationsdiabetes mellitus“, GDM) tritt etwa bei jeder 12. Schwangeren auf.

Ein Gestationsdiabetes verursacht keinerlei Beschwerden, führt beim ungeborenen Kind jedoch zu Störungen und Gefährdungen wie:
– erhöhtes Geburtsgewicht mit evtl. Entbindungskomplikationen
– erhöhtes Risiko einer Frühgeburt.
Besonders nach der Geburt besteht eine Reihe von Risiken, wenn die Mutter unter einem unentdeckten Gestationsdiabetes litt:
– Gefahr der schweren Unterzuckerung nach der Geburt
– erhöhtes Risiko für Neugeborenen-Infektionen
– erhöhtes Risiko für Neugeborenen-Gelbsucht.
Im späteren Leben leiden Kinder von Müttern mit GDM vermehrt an Übergewicht, Diabetes und erhöhtem Blutdruck.

In der 24.–27. SSW wird Ihnen ein Screening auf das Vorliegen eines Schwangerschaftsdiabetes mittels oralem Glucosetoleranztest(oGTT) angeboten. Von den gesetzlichen Krankenkassen wird ein einfacher Test (50-g-oGTT) mit einer einmaligen Blutentnahme nach 1 Stunde bezahlt. Dieser erkennt etwa 81 % aller Fälle eines Schwangerschaftsdiabetes.
Der genauere Test mit 75 g Glucose und drei Blutentnahmen wird von den gesetzlichen Krankenkassen nur bezahlt, wenn ein auffälliger 50-g-oGTT vorausgegangen ist.

Ausführliche Informationen zum Gestationsdiabetes

2. Störung der Erbanlagen

Abhängig vom Alter der Mutter besteht ein gewisses Risiko, dass Ihr Kind unter einer Chromosomenstörung leidet. Die häufigste Chromosomenstörung bei ungeborenen Kindern ist eine Trisomie 21, die sich beim Kind als "Down-Syndrom" äußert. Das Risiko beträgt bei einer 20-jährigen Mutter eine von 1100 Schwangerschaften, bei einer 35-Jährigen jedoch schon eine von 300 und bei einer 40-jährigen Frau bereits eine von 68.

Durch eine Fruchtwasseruntersuchung (medizinisch "Amniozentese") oder eine sogenannte Chorionzottenbiopsie (CVS) kann das Vorhandensein einer kindlichen Chromosomenstörung sicher ausgeschlossen werden. Diese Untersuchung wird von den gesetzlichen Krankenkassen für jede Schwangere Über 35 Jahre bezahlt. Eine Fruchtwasseruntersuchung/CVS birgt jedoch auch Gefahren für das Kind in sich: bei jeder 100. bis 200. Untersuchung kommt es zu vorzeitigen Wehen und einer Fehlgeburt. Daher sollte möglichst nur dann eine Fruchtwasseruntersuchung/CVS durchgeführt werden, wenn Ihr persönliches Risiko hoch ist, dass Ihr Kind an einer Chromosomenstörung leidet. Das Kriterium "über oder unter 35 Jahre " zur Entscheidung für oder gegen eine Fruchtwasseruntersuchung/CVS inzwischen als überholt.

Mit Hilfe von Ultraschalluntersuchungen des Kindes und gleichzeitigen Hormonuntersuchungen im mütterlichen Blut ist es heute möglich, gezielt diejenigen Frauen mit hohem Risiko zu erkennen und dabei 95 % aller Trisomie-21-Fälle zu entdecken. Hierfür muss nur bei etwa 5 % aller Frauen eine Fruchtwasseruntersuchung durchgeführt werden.

Folgende Verfahren stehen zur Verfügung:

Das sogenannte "Ersttrimester-Screening" in der 12. bis 14. SSW.

Hierbei wird durch den Frauenarzt die sogenannte "Nackentransparenz" (NT) bei Ihrem Kind gemessen und der Wert mit zwei Hormonuntersuchungen PAPP-A und freies -hCG kombiniert. Wie eine solche NT-Messung aussieht, finden Sie im Kapitel Screening auf Chromosomenstörungen. Mit Hilfe dieser Technik können, sofern die Untersuchung zusammen mit den zwei Hormonwerten kombiniert wird, etwa 90 % aller Kinder mit Trisomie 21 erkannt werden. Neuerdings ist auch die Kombination mit dem Hormon PlGF möglich. Hierdurch steigt die Erkennungsrate für eine Trisomie 21 auf ca. 92% an.

Ab der 15. SSW stehen für die Risikoabschätzung im Zweittrimester-Screening der sogenannte "Triple-Test" und der "Quadruple-Test" zur Verfügung. Beide Verfahren sind nicht ganz so genau wie das Ersttrimester-Screening. So werden durch den "Triple-Test" 69 % und durch den "Quadruple-Test" ca. 81% aller Trisomie-21-Fälle erkannt.

Die höchste Aussagekraft haben neue Verfahren, bei denen das Risiko im Ersttrimester-Screening mit dem Quadruple-Test ab der 15. SSW kombiniert wird (das sogenannte "integrierte Screening"). Die Erkennungsrate beträgt etwa 95 %.

Bitte beachten Sie, dass bei allen genannten Screening-Verfahren ein persönliches Risiko ermittelt wird, welches anzeigt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Ihr Kind an einer Trisomie 21 leidet. Bei hohen Risiken (1:300 oder höher) wird dann zur weiteren Abklärung eine Fruchtwasseruntersuchung oder CVS angeraten. Aus dem entnommenen Fruchtwasser können die kindlichen Chromosomen untersucht werden und dann eine genaue Aussage getroffen werden, ob eine Chromosomenstörung vorliegt oder nicht.

Weitere Informationen finden Sie unter Pränataldiagnostik sowie in unserem Patientenflyer Screening auf Chromosomenstörungen, den Sie hier als pdf downloaden oder unter Tel. 0711 63 57-104 kostenlos bestellen können.

3. Infektionen

Verschiedene Infektionskrankheiten können wahrend der Schwangerschaft und bei der Entbindung zu Problemen bzw. zu Störungen der Entwicklung des Kindes führen. Wichtig ist, dass viele dieser Infektionen, wie z. B. Infektionen mit Zytomegalievirus oder mit Toxoplasmose, sowie mit B-Streptokokken in der Schwangerschaft ohne Symptome oder symptomarm verlaufen, so dass sie nicht akut bemerkt werden.

Trotzdem können solche Infektionen zu einer Schädigung des Kindes führen. Im einzelnen handelt es sich um folgende Infektionserreger:

Zytomegalie-Virus-Infektion

Die Zytomegalie-Virus-Infektion ist eine häufige Infektion in der Schwangerschaft. Man geht davon aus, dass pro Jahr 1 von 100 Schwangeren, die keine Antikörper gegen CMV haben, von einer Erstinfektion mit diesem Virus betroffen ist. Ca. 10% der Kinder, die im Mutterleib infiziert werden, zeigen bei der Geburt oder später Symptome, bei 10 - 15% der Kinder kommt es zu Spätschäden. Die Symptome des Kindes können nur vorübergehend sein, aber auch ernsthafte bleibende Schädigungen wie Taubheit bis hin zu Verkalkungen im Gehirn mit schweren Folgen für die geistige und körperliche Entwicklung sind möglich.

Hauptansteckungsquelle für junge Schwangere ist ein längerfristiger Intimkontakt mit einem Zytomegalie-Antikörper-positiven Partner über Speichel und Genitalsekrete. Die Frauen mittleren Alters in Deutschland stecken sich hauptsächlich über virushaltigen Speichel und Urin symptomloser Säuglinge und Kleinkinder an. Etwas weniger als die Hälfte der deutschen Frauen im gebärfähigen Alter haben die Infektion durchgemacht und besitzen Antikörper. Ca. 55% haben keine Antikörper gegen CMV und sind nicht vor einer Erstinfektion geschützt. Im allgemeinen sind Schäden des Kindes nur bei der Erstinfektion der Mutter zu erwarten, insbesondere wenn sich die Schwangere im ersten Drittel der Schwangerschaft ansteckt.

Durch eine Antikörperbestimmung im Blut kann nachgewiesen werden, ob ein Schutz vor einer CMV-Erstinfektion besteht oder nicht. Diese Untersuchung ist in der Frühschwangerschaft bzw. idealerweise vor einer geplanten Schwangerschaft sinnvoll.

Weitere Informationen sowie unser Patienteninfo (PDF) finden Sie hier

Varizella-Zoster-Virus (Windpocken)

Windpocken können bei Auftreten in der Frühschwangerschaft (bis ca. 21. Woche) zu einem sogenannten kongenitalen Varizellen-Syndrom (Hautnarben, Gliedmaßenveränderungen, geringes Geburtsgewicht, Lähmungen u.a.) beim Neugeborenen führen. Dabei handelt es sich um eine sehr schwerwiegende Schädigung, die aber nur sehr selten (bei ca. 1.2% der erkrankten Schwangeren) auftritt. Auch bei Windpocken der Mutter kurz vor der Geburt, kann es beim Kind zu einer schwer verlaufenden Infektion, ggf. auch mit Folgeschäden kommen.

Schwangere, die Windpocken schon durchgemacht haben, sind geschützt. Dies ist bei fast allen Schwangeren der Fall, nur ca. 3-4 % der Frauen im gebärfähigen Alter haben keine Antikörper gegen das Varizella-Zoster-Virus.

Bei nicht geschützten Schwangeren, die Kontakt mit Windpockenpatienten haben, kann durch die rechtzeitige Gabe eines Immunglobulins die Erkrankung in ca. der Hälfte der Fälle verhindert oder der Krankheitsverlauf abgeschwächt werden. Wir empfehlen Ihnen daher, Ihren Immunstatus bestimmen zu lassen, falls Sie (bzw. Ihre Mutter) sich nicht an eine frühere Windpockenerkrankung bei Ihnen erinnern. Wenn Sie sich diesbezüglich nicht sicher sind und auch nicht erfolgreich (d.h. mit Antikorpernachweis) gegen Windpocken geimpft wurden, ist eine Antikörperbestimmung sinnvoll. Bei fehlenden Antikörpern sollten Sie den Kontakt mit an Windpocken erkrankten Kindern und Erwachsenen meiden. Im allgemeinen besteht Ansteckungsgefahr einige Tage vor Auftreten der Bläschen bis zum Eintrocknen der Pusteln.

Ringelröteln (Parvovirus B19)

Wichtig zu wissen ist, dass die Ringelrötelninfektion im Erwachsenenalter oft ohne den typischen Hautausschlag verlaufen. Daher kann die Infektion nur durch eine Blutuntersuchung im Labor (Bestimmung der IgG- und IgM-Antikörper) erkannt werden. Die Ringelröteln werden durch ein Virus (Parvovirus B19) verursacht. Es handelt sich ebenso wie bei den Windpocken um eine Tröpfcheninfektion. Auch hier sind Patientinnen, die die Infektion bereits durchgemacht haben (ca. 60%) vor einer Erkrankung in der Schwangerschaft geschützt. Bei nicht geschützten Patientinnen besteht bei einer Infektion mit Parvovirus B19 in den ersten 20 Schwangerschaftswochen ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt und für Komplikationen beim ungeborenen Kind wie eine ausgeprägte Blutarmut (Anämie) und Wasseransammung in Haut, Gewebe und Körperhöhlen ("Hydrops fetalis"). Dies kann zum Absterben der Frucht führen.

Da das Ansteckungsrisiko vor Beginn des Exanthems (Hautausschlag) am höchsten ist und im Erwachsenenalter die Infektion atypisch verläuft, kann man sich vor einer Infektion meist nicht erfolgreich schützen. Daher sollte der Immunstatus bei Beginn der Schwangerschaft bekannt sein.

Toxoplasmose

Diese Infektion, die vermutlich hauptsächlich durch den Genuss von rohen, nicht durchgebratenen Fleisch und rohen Wurstwaren zustande kommt, führt bei gesunden Schwangeren selten zu Symptomen. Bei Erstinfektion der Mutter kurz vor oder wahrend der Schwangerschaft können jedoch ohne Behandlung schwerwiegende Folgen beim Kind auftreten, die von Verkalkungen im Gehirn mit möglichen Krampfanfällen bis hin zum Wasserkopf oder zur Blindheit reichen. In Deutschland haben ca. 35-40% aller schwangeren Patientinnen diese Infektion durchgemacht und sind daher geschützt. Bei nicht geschützten Patientinnen sollte eine Kontrolle in der Frühschwangerschaft und ca. alle 8 Wochen erfolgen. Falls eine akute Infektion festgestellt wird, wird eine Behandlung je nach Schwangerschaftsalter empfohlen.

Weitere Informationen sowie unser Patienteninfo (PDF) finden Sie hier.

Untersuchung auf Bakterien

Kurz vor der Geburt -  in der 35 bis 37. Schwangerschaftswoche - kann durch die Untersuchung eines Abstriches ausgeschlossen werden, dass sich in den Geburtswegen Bakterien befinden, die Ihr Kind unter der Geburt infizieren können und dann zu schweren Infektionen, wie z.B. zur Lungenentzündung beim Kind führen. Es handelt sich hierbei im wesentlichen um B-Streptokokken. Falls diese bei Ihnen nachgewiesen werden, kann noch vor oder unter der Geburt eine entsprechende Therapie erfolgen.

Weitere Informationen sowie unser Patienteninfo (PDF) finden hier.

Nach der Geburt erhält Ihr Kind eine sogenannte Credésche Prophylaxe. Hierbei wird dem Neugeborenen 0,5 - 1% Silbernitratlösung in die Lidfalten des Auges geträufelt, um eine (seltene) Augeninfektion mit Gonokokken zu verhindern. Dies ist für Ihr Kind jedoch schmerzhaft. Falls daher vor der Geburt durch die Untersuchung eines Abstriches eine Infektion mit Gonokokken ausgeschlossen werden kann, ist die Credésche Prophylaxe nicht erforderlich.

4. Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung)

Frauen mit Übergewicht, Diabetes mellitus oder einem Alter von über 40 Jahre haben ein erhöhtes Risiko eine Präeklampsie zu entwickeln. Dabei handelt es sich um eine schwerwiegende Erkrankung in der 2. Hälfte der Schwangerschaft, die sich mit erhöhtem Blutdruck und vermehrter Eiweißauscheidung im Urin äußert. Sie kann zu einer mangelhaften Durchblutung des Mutterkuchens und so zu Wachstumsstörungen beim Kind führen.

Durch eine spezielle Ultraschalluntersuchung in Kombination mit Laborwerten kann Ihr individuelles Risiko für das Auftreten einer Präeklampsie berechnet werden. Bei Feststellung eines erhöhten Risikos wird die vorbeugende Einnahme von Aspirin empfohlen.

Nähere Informationen finden Sie hier.

5. Ultraschalluntersuchungen

Ihr Frauenarzt ist bemüht, neben schweren Entwicklungsstörungen auch eventuelle grobe kindliche Fehlbildungen durch Ultraschall zu erkennen. Es gibt jedoch auch Fehlbildungen, die durch Ultraschall überhaupt nicht oder nur schwer erkennbar sind. Schwer erkennbare Fehlbildungen werden - wenn überhaupt - oft nur durch eine spezielle Ultraschall-Feinuntersuchung entdeckt, welche spezialisierte Frauenarzte am besten in der 20. bis 24. Schwangerschaftswoche durchführen.

Eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung in der 36. Schwangerschaftswoche ist sinnvoll, um die Lage des Kindes im Mutterleib vor der Geburt zu bestimmen, sowie zur Beurteilung der Plazenta und zur Bestimmung des Verhältnisses von Fruchtwassermenge zu Kindsgröße. Durch diese Voruntersuchung kann das Management am Ende der Schwangerschaft verbessert und die Planung des Geburtstermins wie auch des Geburtsmodus beeinflusst werden.

Unsere ausführliche Patienteninformations-Broschüre 2014 können Sie hier herunterladen:

 

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Absätze:

Empfohlene Untersuchungen in der Schwangerschaft
Untersuchung bei Ihrem Frauenarzt/Ihrer Frauenärztin:
Blutgruppenbestimmung
Infektionsverhütung
Allgemeine Hinweise
Zusätzliche Untersuchungen
1. Stoffwechsel
2. Störung der Erbanlagen
3. Infektionen
4. Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung)
5. Ultraschalluntersuchungen

Unsere ausführliche Patienteninformation (4. Auflage 2014)



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