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LAP Nr:7182647
 
CLIA-Akkreditierung
CLIA ID: 99D1030870
 
FDA-Registrierung
3002965587
 
Letzte Aktualisierung:
11.04.2014

Anti-Müller-Hormon (AMH): ein valider Marker der ovariellen Funktionsreserve im Rahmen der Sterilitätsdiagnostik

AMH i. R. d. Sterilitätsdiagnostik



Abb. 1: Bildung und Wirkung von AMH, aus [3]

Physiologie von AMH:

Während der Embryonalentwicklung spielt AMH eine Rolle bei der Gechlechtsdifferenzierung: beim männlichen Feten wird es von den Sertolizellen gebildet und führt zur Rückbildung der Müller'schen Gänge und somit zur normalen Entwicklung der männlichen Genitalien.

 

Bei weiblichen Feten fehlt AMH, was zur Ausbildung der inneren weiblichen Geschlechtsorgane führt. Mit Beginn der Pubertät wird AMH bei der Frau, ähnlich wie Inhibin B, von den Granulosazellen der heranwachsenden Follikel des Ovars, nicht jedoch von den Primordialfollikeln und auch nicht von den unter direkter FSH-Regulation stehenden, antralen Follikeln im Endstadium des follikulären Wachstums (Abb. 1), gebildet. Da AMH nur von den potentiell reifungsfähigen Primärfollikeln und den Sekundärfollikeln gebildet wird, ist AMH ein idealer Marker der ovariellen Funktionsreserve. Es besteht eine sehr gute Korrelation zwischen dem Serum-AMHSpiegel und der Anzahl der potentiell reifungsfähigen Follikel und somit der Funktionsreserve des Ovars [1].



Abb.2: AMH im Verlauf des Menstruationszyklus.
Tag 0 = Ovulationszeitpunkt, aus [4]

 

Die Vorhersagefähigkeit von AMH bezüglich der Ansprechrate auf eine ovarielle Stimulation ist deutlich besser als diejenige von z. B. Inhibin B [1]. Weiterer Vorteil der AMH-Bestimmung gegenüber Inhibin B und FSH zur Abschätzung der ovariellen Funktionsreserve ist die Tatsache, dass AMH keinen zyklusabhängigen Schwankungen unterliegt (siehe Abb. 2). Anders als bei FSH und Inhibin B, bei denen die Untersuchung in einem engen Zeitfenster des Zyklus (3. - 5. ZT) erfolgen sollte, kann AMH zu jedem beliebigen Zeitpunkt des Menstruationszyklus untersucht werden [4].

Mit zunehmendem Alter sinkt der AMH-Spiegel der Frau entsprechend dem Verlust an ovarieller Funktionsreserve kontinuierlich ab. Dabei ist ein signifikanter Abfall schon Jahre vor einem eindeutigen Anstieg des FSH nachweisbar [1].

Normbereich AMH

Frauen
WerteBeurteilung
 1 – 8 µg/l Normwert für fertile Frauen
 0,4 – 1,0 µg/l eingeschränkte Fertilität
Liegt AMH in diesem Bereich, spricht das für eine eingeschränkte ovarielle Funktionsreserve und ein schlechtes Ansprechen auf eine ovarielle Stimulation. Patientinnen mit niedrigen AMH-Werten benötigen signifikant höhere rFSH-Dosen, als Frauen mit hohen/normalen Spiegeln [4].
 < 0,4 µg/l stark eingeschränkte Fertilität
Bei AMH-Werten unter 0,4 µg/l muss von einer deutlich eingeschränkten Ovarfunktion ausgegangen werden.
 > 8 µg/lV.a. PCO-Syndrom
Werte oberhalb 8 µg/l können ein Hinweis auf ein PCO-Syndrom sein. Hier werden z. T. deutlich erhöhte AMH-Spiegel im Serum gemessen. Unter einer Therapie mit Metformin sinken die AMH-Spiegel längerfristig ab [6].
Männer
WerteBeurteilung
 1,5 – 4,3 µg/l Normwert für erwachsene Männer

Probenmaterial und -menge: 0,3 ml Serum. Postversand möglich.


Kosten:

AbrechnungPreisZiffer
GOÄ 1,0fach€ 43,724069

Literatur:

[1] de Vet A et al., Fertil Steril 2002;77:357-362

[2] Meduri G et al., Hum Reprod 2007;22:117-123

[3] Durlinger ALL et al., Reproduction 2002;124:601-609

[4] La Marca A et al., Hum Reprod 2007;22:766-771

[5] Visser JA et al., Reproduction 2006;131:1-9

[6] Piltonen T et al., Hum Reprod 2005;20:1820-1826

 

Verantwortlich für den Text: Dr. med. K. Lüthgens

 

 

 

 

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