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Akkreditiert nach
DIN EN ISO/IEC 17 025
DIN EN ISO 15 189
 
Deutsche Akkreditierungsstelle D-ML-17120-01-00 D-PL-17120-01
 

LAP Nr:7182647
 
CLIA-Akkreditierung
CLIA ID: 99D1030870
 
FDA-Registrierung
3002965587
 
Letzte Aktualisierung:
17.04.2014

Die CTU-Kriterien

Im folgenden finden sie eine Beschreibung der vier CTU-Kriterien [1].

Am Beginn steht eine Hypothese (Annahme), die es zu erfüllen gilt. Danach werden in den 4 CTU-Kriterien Forderungen an die Untersuchungsmethodik und den Ablauf der Überwachung gestellt, deren Erfüllung dazu führt, dass der Abstinenznachweis für eine zuvor bestimmte Zeit von den MPU-Stellen anerkannt wird.

Im folgenden wird der Inhalt der CTU-Kriterien näher erläutert.





"Die im Rahmen der Begutachtung berücksichtigten toxikologischen Befunde sind fachkundig erstellt worden, aussagekräftig und forensisch verwertbar" [1].


Um diesem grundlegenden Anspruch gerecht zu werden, wurden 4 Kriterien definiert, deren Einhaltung dazu führt, dass die o.g. Hypothese erfüllt wird.




Das CTU-1 Kriterium  beschreibt das Verfahren der Einbestellung und die Regelungen bei Nichterscheinen bzw. die Handhabung von Fehlzeiten.

"Die Durchführungsbedingungen der Drogen- oder Alkoholabstinenzkontrolle sind transparent und nachvollziehbar, insbesondere erfolgt die Einbestellung des zu Un­tersuchenden zur Abgabe einer Urinprobe kurzfristig und unvorhersehbar" [1].

In den Unterpunkten des CTU-1 Kriteriums ist näher geregelt, was im voraus definiert sein muss:

  • Zwischen der einbestellenden Institution und dem zu Untersuchenden muss im voraus der Überwachungszeitraum und die Anzahl und Art der Screenings (z. B. 3 Screenings in 6 Monaten oder 4 Screenings in 12 Monaten) definiert.
  • Es muss sichergestellt sein, dass der Zeitpunkt der Einbestellung nicht vorhersehbar ist
  • Zwischen der Einbestellung und der Abgabe des Urins darf eine Frist von 24 Stunden nicht überschreiten.
  • Es muss klar geregelt sein, wie eine Verhinderung angekündigt werden muss und welche Dokumente gefordert werden (z. B. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung („gelber Zettel“) im Falle einer Erkrankung, Bestätigung des Arbeitgebers bei Dienstreisen / Montage).
  • Dem zu Untersuchenden sind Hinweise auf Störfaktoren zu geben, die das Untersuchungsergebnis beeinflussen wie z. B. Mohnprodukte für Opiate oder Lebensmittel die Spuren von Trinkalkohol enthalten (z. B. „alkoholfreies Bier“) für den ETG-Test.

 




Im zweiten CTU-Kriterium werden die Forderungen für die Gewinnung der Probe beschrieben.

"Das Untersuchungsmaterial wurde auf eine Weise gewonnen und an das Analysela­bor übermittelt, dass die toxikologische Untersuchung zur Abstinenzüberprüfung oder zum Nachweis einer aktuellen Alkohol-/Drogenfreiheit am Untersuchungstag den aktuellen Status des Untersuchten zuverlässig wiedergeben kann" [1].

In den Unterpunkten des CTU-2 Kriteriums ist näher geregelt, wie die Probenabgabe abzulaufen hat:

  • Uringewinnung unter Aufsicht
  • ggf. Temepratukontrolle
  • Vorgaben zum Versand der Proben, wenn sie nicht am Ort der Probengewinnung untersucht werden.




Das dritte Kriterium regelt die Anforderungen an die Analytik die das Labor erfüllen muss.

"Die Untersuchung findet in einem nach DIN ISO EN 17025 für forensische Zwecke akkreditierten Labor nach den Standards der GTFCh statt, ist als Abstinenznachweis oder Nachweis einer aktuellen Drogenfreiheit am Untersuchungstag verwertbar und umfasst alle relevanten Stoffgruppen" [1].

In den Unterpunkten des CTU-3 Kriteriums ist näher geregelt, welche Qualifikation das Labor haben muss. Weiterhin ist festgelegt, welche Substanzen gefunden werden müssen und wie niedrig die Nachweisgrenze für diese Substanzen sein muss. Außerdem ist geregelt, unter welchen Bedingungen die Probe wie lange aufzubewahren ist.

 




Das vierte Kriterium regelt die Dokumentation der erhobenen Befunde und deren Beurteilung.

"Die toxikologische Befundübermittlung an die Begutachtungsstelle lässt eine Inter­pretation vor dem Hintergrund der Fragestellung (Abstinenzkontrolle oder aktueller Nachweis der Alkohol-/Drogenfreiheit am Untersuchungstag) zu" [1].

In den Unterpunkten des CTU-4 Kriteriums ist näher geregelt, welche Daten der Abschlussbericht enthalten muss. So sind der Überwachungszeitraum, Anzahl und Art der Screenings, die Fehlzeiten, eventuelle Unregelmäßigkeiten sowie eine Beurteilung des Scrennings im Abschlussbericht anzugeben.

 

[1]

Schubert, W. & Mattern, R. (Hrsg.)(2009): Urteilsbildung in der Fahreignungsdiagnostik, Beurteilungskriterien, Bonn, Kirschbaum Verlag, www.kirschbaum.de 2. Auflage, Kapitel 7.1.6 S. 172 ff.“

 

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