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LAP Nr:7182647
 
CLIA-Akkreditierung
CLIA ID: 99D1030870
 
FDA-Registrierung
3002965587
 
Letzte Aktualisierung:
04.04.2012

Untersuchungen bei der Frau



Voraussagekraft verschiedener Marker bezüglich des Ansprechens auf ovarielle Stimulation, aus [7]
Angabe in AUC = area under the ROC curve,
1,00 = 100%ige Vorhersagekraft
<Anklicken vergrößert die Grafik>

Von zentraler Bedeutung in der Fertilitätsdiagnostik der Frau ist die Beurteilung der ovariellen Restfunktion und die Frage der Stimulierbarkeit der Ovarien.

Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass sich durch Bestimmung des Anti-Müller-Hormons (AMH) die Ovarfunktion am besten abschätzen lässt [1-5]. AMH wird ausschließlich von den heranreifenden, nicht unter FSH-Einfluss stehenden Eizellen des Ovars produziert. Hierdurch sind die Werte über den Zyklusverlauf relativ konstant [6,8], so dass die Bestimmung nicht auf einen bestimmten Zyklustag beschränkt ist. Selbst durch Ovulationshemmer-Einnahme oder eine Schwangerschaft wird AMH nicht beeinflusst [9].

FSH ist ebenfalls ein zuverlässiger Marker der ovariellen Funktionsreserve. In der Prämenopause unterliegt der FSH-Spiegel jedoch zum Teil erheblichen Schwankungen von Zyklus zu Zyklus [3].

Auch Estradiol, am 5. Zyklustag bestimmt, schwankt von Zylus zu Zyklus erheblich [3]. Es ist daher der Marker mit der geringsten Vorhersagekraft bezüglich des Ansprechens auf eine ovarielle Stimulation (siehe unten stehende Tabelle). Am 3.-5. ZT zusammen mit FSH untersucht, ist die Bestimmung von Estradiol dennoch sinnvoll, um die Ovarfunktion abzuschätzen.

Inhibin B weist zwar eine wesentlich höhere Konstanz von Zyklus zu Zyklus auf, unterliegt jedoch innerhalb des Zyklus starken Schwankungen. Wenn überhaupt, sollte die Bestimmung am 5. Zyklustag erfolgen.

Inihibin-B-Werte > 45 ng/l sprechen für eine ausreichende Ovarfunktion und eine voraussichtlich gute Stimulierbarkeit, Werte < 45 ng/l zeigen eine eingeschränkte Ovarfunktion und eine signifikant geringere Erfolgsaussicht einer Sterilitätstherapie an.

Fertilitätsuntersuchung beim Mann:

Inhibin B stellt beim Mann das negative Rückkopplungssignal aus dem Hoden (Sertolizellen) für die Sekretion von FSH dar. Die Inhibin-B-Konzentration im Serum korreliert sehr gut mit der Spermatogenese. Bei allen Hodenfunktions­störungen, einschließlich dem hypogonadotropen Hypogonadismus ist die Serum-Inhibin-Konzen­tration unter 100 ng/l erniedrigt.

Einzig beim Spermatogenese-Arrest werden normal hohe Inhibin-B-Konzentrationen gemessen. Inhibin B zeigt auch gut den Grad der Schädigung des keimbildenden Epithels nach Radiatio des Hodens an und ist hier ein prognostischer Faktor für die anschließende Erholung der Spermatogenese. Die kombinierte Bestimmung von FSH, LH und Inhibin B führt zu einer deutlich verbesserten Einschätzung der Hodenfunktion als die alleinige FSH- und LH-Bestimmung.

Material für AMH, FSH, Inhibin B oder Estradiol:
0,3 ml Serum, Transport bei Raumtemperatur möglich.

 

Literatur:

[1]            Sowers MR et al, JCEM 2008;93:3478-3483

[2]            van Disseldorp J et al, JCEM 2008;93:2129-2134

[3]            Ludwig M, Hahn T, Frauenarzt 2008;49:400-405

[4]            La Marca A et al, Hum Reprod 2007;22:766-771

[5]            Nelson SM et al, Hum Reprod 2007;2414-2421

[6]               Hehenkamp WJK et al, JCEM 2006;91:4057-4063

[7]            Visser JA et al, Reprod 2006;131:1-9

[8]            La Marca et al, Hum Reprod 2006;21:3103-3107

[9]            La Marca et al, Hum Reprod 2005;20:1569-1572

 

Verantwortlich für den Text: Dr. med. K.-J Lüthgens


 

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