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G6PDH-MangelDem G6PDH-Mangel liegt ein X-chromosomal vererbter Mangel des Enzyms Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase zugrunde. Von schweren Verlaufsformen sind somit fast ausschließlich Jungen und Männer betroffen. Bei weiblichen Patienten ist in jeder Zelle prinzipiell nur ein X-Chromosom aktiv. Dabei ist nicht in allen Zellen das gleiche X-Chromosom inaktiviert. Bei heterozygoten Trägerinnen des G6PDH-Mangels führt dies somit zu einem Mosaik an Erythrozyten mit normaler und verminderter G6PDH-Aktivität.
Epidemiologie Weltweit sind in Regionen, in denen Malaria endemisch ist oder war – somit auch im südlichen Europa – etwa 400 Millionen Menschen von diesem genetischen Enzymdefekt betroffen [1].
Pathophysiologie
Liegt ein G6PDH-Mangel vor, führt dies über einen Gluthation-Mangel und oxidative Schäden zu einer Hämolyse und damit zu einer Verkürzung der durchschnittlichen Überlebensdauer der Erythrozyten (normal ca. 120 Tage). Eine zusätzliche Oxidation von außen (z. B. durch Medikamente, Infektionen oder Lebensmittel wie z. B. Fava-Bohnen) kann dann zu einer akuten Hämolyse führen. Die häufigen Formen der G6PDH-assoziierten Hämolysen sind im Folgenden aufgelistet:
Diagnose Bei Verdacht auf einen G6PDH-Mangel sollte parallel zur Erhebung der Anamnese (Favabohnen, Medikamente etc.) die Aktivität des Enzyms bestimmt werden. Die G6PDH-Aktivität ist in Retikulozyten fünf mal höher als in älteren Erythrozyten, somit kann eine Retikulozytose einen G6PDH-Mangel kaschieren. Wir empfehlen daher, die Retikulozytenzahl grundsätzlich mitbestimmen zu lassen. Aus dem gleichen Grund ist eine Bestimmung der G6PDH-Aktivität direkt nach einer hämolytischen Krise nicht zu empfehlen. Hierzu benötigen wir 1 ml EDTA-Blut, das zum Zeitpunkt der Bestimmung nicht älter als 24 h sein darf. Therapie Eine kausale Therapie existiert noch nicht. Wichtig ist die Vermeidung von Substanzen, die eine hämolytische Krise auslösen können (s. Anhang). Bei schweren hämolytischen Krisen kann eine Transfusion oder eine Dialyse notwendig werden. Die Goethe-Universität Frankfurt am Main hat eine Liste von Medikamentenzusammenegstellt, die bei G6PDH-Mangel bedingt oder ganz kontraindiziert sind.
Prognose Für alle Betroffenen ist das Wichtigste, dass sie sich des G6PDH-Mangels bewusst sind, um auslösende Faktoren wie Fava-Bohnen oder Medikamente zu meiden. Die Prognose des G6PD-Mangels hängt von der vorhandenen Form des G6PD-Mangels ab. Wenn die Patienten die entsprechenden Lebensmittel, Medikamente und Substanzen meiden, ist die Prognose sehr gut und geht nicht mit einer verminderten Lebenserwartung einher. Liegt jedoch ein schwerer G6PD-Mangel vor und der Patienten leidet unter häufigen hämolytischen Krisen, ist die Morbidität gegenüber Menschen ohne G6PD-Mangel erhöht. Betroffenen Patienten bzw. Eltern sei folgender Internetauftritt empfohlen: Literatur [1] I. Ittig Boo Sedano Hereditäre Enzymdefekte der Erythrozyten: Glukose-6-Phosphatdehydrogenase-Mangel und Pyruvatkinase-Mangel, Therapeutische Umschau 2006(63) 1: 47-56 [2] Minucci, Glucose-6-phosphate dehydrogenase laboratory assay: How, when, and why? IUBMB Life, 2009: 27–34. [3] Cappellini Glucose-6-phosphate dehydrogenase deficiency Lancet 2008 (371): 64-74
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