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Labor Enders
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Titel der Seite: Gonorrhoe


Antibiotikaresistenz von N. gonorrhoeae (Gonokokken) in Deutschland

 

Seit einigen Jahren wird in Deutschland einer Zunahme von Gonokok-keninfektionen registriert, die in der Regel empirisch, d. h. ohne Durchführung einer bakteriologischen Empfindlichkeitsprüfung, behandelt werden. Im Rahmen der Surveillance werden jedoch keine Resistenzda-ten erfasst. Die letzten Daten zur Antibiotikaempfindlichkeit von Gono-kokken in Deutschland (Berlin) wurden im Jahr 2000 veröffentlicht (Wagner, J. et al). Wir haben deshalb prospektiv von 2004-2005 zusammen mit einem Heidelberger Labor Limbach Empfindlichkeitsprü-fungen von Neisseria gonorrhoeae-Isolaten durchgeführt und aus-gewertet. Die Daten wurden von uns kürzlich veröffentlicht:

Deutsches Abstract:

Ziel der Studie war die Gewinnung prospektiver Daten zur Antibiotikaempfindlichkeit von Neisseria gonorrhoeae in Süddeutschland (Regionen Stuttgart und Heidelberg). Zwischen Juli 2004 und Juni 2005 wurden 65 Isolate von Patienten mit unkomplizierter Gonorrhoe getestet.

Mittels E-Test wurden die minimalen Hemmkonzentrationen (MHK) von Penicillin, Tetracyclin, Ciprofloxacin, Azithromycin, Spectinomycin, Ceftriaxon und Cefixim bestimmt. Alle Isolate waren uneingeschränkt empfindlich auf Ceftriaxon, Cefixim und Spectinomycin.

Hingegen waren 21.5% (14/65), 29.2% (19/65), bzw. 47.7% (31/65) der Isolate resistant gegen Penicillin (>2.0 mg/l), Tetracycline (>2.0 mg/l), bzw. Ciproflo-xacin (>1.0 mg/l). Kritische Azithromycin-MHKs (>1.0 mg/l) wurden bei fünf (7.7%) N. gonorrhoeae-Isolaten gemessen.

Unsere Daten zeigen somit eine hohe Prävalenz von N. gonorrhoeae-Isolaten mit Resistenz gegen Antibiotika, welche zumindest in den Regionen Stuttgart und Heidelberg häufig zur Therapie der Gonorrhoe eingesetzt werden.

 

Die MHK-Verteilungen der Isolate können der folgenden Abbildung entnommen werden:

 




Angegeben ist jeweils die Anzahl der durch die entsprechenden Konzentrationen (blau unterlegt) der in der linken Spalte angegebenen Antibiotika gehemmten Isolate. Dabei sind die entsprechend CLSI als sensibel zu bewertenden Bereiche grün, die intermediären Bereiche gelb und die als resistent zu beurteilenden Bereiche rot hinterlegt.

Schlussfolgerung für die Antibiotikatherapie der Gonorrhoe (Tripper):

 

Uneingeschränkt wirksam sind nach derzeitigem Stand lediglich die Sustanzen Cefixim, Ceftriaxon und Spectinomycin. Bei allen anderen zur Therapie der Gonorrhoe eingesetzten Antibiotika muss davon ausgegangen werden, daß ein Teil der Stämme resistent ist.

In jedem Fall sollte bereits beim ersten Auftreten einer Gonorrhoe eine mikrobiologische Diagnostik (Kultur + Antibiogramm!) durchgeführt werden.

Beim Nachweis einer Gonorrhoe ist zudem die Untersuchung auf andere sexuell übertragbare Erreger, wie HIV, Syphilis-Erreger und Chlamydia trachomatis anzuraten.


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