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Deutsche Akkreditierungsstelle D-ML-17120-01-00 D-PL-17120-01
 

LAP Nr:7182647
 
CLIA-Akkreditierung
CLIA ID: 99D1030870
 
FDA-Registrierung
3002965587
 
Letzte Aktualisierung:
04.04.2012

Glomeruläre Filtrationsrate (GFR)

 - Abschätzung aus dem Serum-Kreatinin mittels der MDRD-Formel -

Zur exakten Bestimmung der Glomerulären Filtrationsrate wird die Inulin-Clearance als Goldstandard angesehen. Die Durchführung ist jedoch sehr aufwändig, sie erfordert die Infusion einer Testsubstanz und ist und für die Routinediagnostik ungeeignet. Auch die Abschätzung der GFR über die Kreatinin-Clearance bedarf eines gewissen Aufwandes und ist aufgrund von Sammelfehlern nicht selten fehlerhaft. Zudem wird bei höhergradiger Niereninsuffizienz die GFR überschätzt. Die alleinige Messung des Serum-Kreatinins ist insbesondere im Frühstadium einer renalen Schädigung unzureichend. Erst bei einem Verlust der Nierenfunktion von mehr als 50% steigt das Serum-Kreatinin über die obere Normgrenze an (sog. Kreatinin-blinder Bereich). Zudem ist die Kreatinin-Konzentration u.a. abhängig von Alter, Geschlecht u. Muskelmasse.

Anstelle der Kreatinin-Clearance und des Serum-Kreatinins mit fixem Grenzwert wird zur Abschätzung der GFR von den nephrologischen Gesellschaften wie der National Kidney Foundation (NKF) und verschiedenen Initiativen (z.B. KDIGO) heute die MDRD-Formel empfohlen. Die MDRD-Formel (Levey 1999 [1]) wurde anhand der Daten von 1628 Patienten mit Nierenerkrankungen entwickelt, die an der Studie Modification of Diet in Renal Disease (1994) teilnahmen.

Die MDRD-Formel lautet [2]:

GFR [ml/min/1.73m2] = 186 x (Kreatinin [mg/dl] exp (-1.154) x Alter [Jahre] exp (-0.203) x Korrekturfaktor *

* Korrekturfaktor: 0,742 bei Frauen, kein Korrekturfaktor bei Männern.

Das Geschlecht wird vom Labor automatisch berücksichtigt. Bei fehlender Geschlechtsangabe erfolgt keine Berechnung der GFR nach der MDRD-Formel. Bei schwarzer Hautfarbe muss der errechnete GFR-Wert von der Praxis mit 1,21 multipliziert werden.

Medizinische Bewertung/ Einschränkung

Die Formel bildet die GFR über einen weiten Bereich von ca. 10 – 140 ml/min. gut ab und ist bezüglich der Genauigkeit sowohl der vielfach angewendeten Cockcroft-Formel als auch der Kreatinin-Clearance überlegen [1].

In folgenden Situationen soll die MDRD-Formel nicht benutzt werden [2]:

· Kinder (< 18 Jahre), Senioren (> 70 Jahre)

· extreme Körperlänge

· starkes Übergewicht, Unterernährung

· extreme Muskelmasse (Bodybuilding)

· vegetarische Diäten

· Skelettmuskelerkrankungen

· Para- bzw. Tetraplegie (zu geringe Muskelmasse)

· sich schnell verändernde Nierenfunktion

· zur Dosierungsberechnung toxischer Medikamente

· Schwangerschaft.

 

In den oben genannten Situationen wird die Bestimmung von Cystatin C oder alternativ die Messung der Kreatinin-Clearance empfohlen.

Die Berechnung der GFR nach der MDRD-Formel erfolgt durch unser Labor automatisch und kostenlos bei Patienten zwischen 18 und 70 Jahren, sobald Kreatinin im Serum angefordert ist.

Normalbereich der GFR zwischen 18 und 70 Jahren: 80 - 140 ml/min/1,73 m².

Literatur:

[1] Levey AS et al.: A more accurate method to estimate glomerular filtration rate from serum creatinine: A new prediction equation. Ann Intern Med 1999;130:461-470.

[2] Levey AS et al: National kidney foundation practice guidelines for chronic kidney disease: Evaluation, classification and stratification. Ann Intern Med 2003;139:137-147.

[3] Levey AS et al: Definition and classification of chronic kidney disease: A position statement from Kidney Disease: Improving Global Outcomes. (KDIGO). Kidney Intern 2005;67:2089-2100.

[4] National kidney foundation: Kidney Learning System 2006,

www.kidney.org/professionals/kls

 

Verantwortlich für den Inhalt: Dr. K. Lüthgens

 

© Labor Prof. Enders und Partner 2006

 

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