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Deutsche Akkreditierungsstelle D-ML-17120-01-00 D-PL-17120-01
 

LAP Nr:7182647
 
CLIA-Akkreditierung
CLIA ID: 99D1030870
 
FDA-Registrierung
3002965587
 
Letzte Aktualisierung:
26.04.2012

Empfehlungen zur Thrombophilie-Stufendiagnostik


dieses Schema zeigt eine sinnvolle Stufendiagnostik zur Abklärung eines Thrombophilie-Verdachtes auf.

Zunächst ist bei der Erstuntersuchung nur eine Bestimmung der Basisparameter notwendig. Bei pathologischen Werten wird die entsprechende Stufendiagnostik angeschlossen.

Wann ist eine Thrombophilie-Diagnostik indiziert:

  • positive Eigenanamnese
  • familiär gehäufte Thrombosen oder Embolien, bekannte Gerinnungsstörungen in der Familie
  • Anwendung oraler Kontrazeptiva oder oraler HRT bei Verdacht auf Prädisposition
  • zur Abklärung habitueller Aborte
  • Wenn die Faktor V-Mutation bei direkten Verwandten nachgewiesen wurde, wird im Rahmen einer Thrombophilie-Diagnostik anstelle der APC-Resistenz der direkte Nachweis der Faktor V-Mutation Typ Leiden (FV R506Q) empfohlen.

Basisdiagnostik

Zur Basisuntersuchung der Thrombophilie-Diagnostik gehören folgende Untersuchungen:

  • Protein S-Aktivität
  • Protein C-Aktivität
  • Antithrombin III-Aktivität
  • APC-Resistenz (Resistenz des Faktor V gegen aktiviertes Protein C)
  • Punktmutation des Faktor II (Prothrombin-Mutation FII G20210A)
  • Lupus-Antikoagulans (im Rahmen einer Abklärung habitueller Aborte werden Cardiolipin- und b-2-Glycoprotein-Ak schon in der Basisdiagnostik mitbestimmt)
  • Homocysteinspiegel.

 

Für die beiden letzten Parameter ist auch ein Einfluss auf das arterielle Gefäßsystem nachgewiesen .

Erweiterte Diagnostik

  • Ist die Aktivität von Protein S, Protein C oder Antithrombin III vermindert, wird zusätzlich deren Proteinmenge gemessen.
  • Ist der Wert der APC-Resistenz auffällig (<2,3), wird eine molekulargenetische Untersuchung auf die Faktor V-Mutation Typ Leiden (FV R506Q) angeschlossen.
  • Bei positivem Lupus-Antikoagulans werden, soweit nicht schon in der Basisdiagnostik geschehen, zusätzlich noch die Cardiolipin- und ß2-Glycoprotein-Ak bestimmt.

 

Bei ausgeprägter Erhöhung des Homocysteinspiegels kann ggf. eine molekulargenetische Untersuchung auf eine Punktmutation im Methylen-Tetra-Hydro-Folat-Reduktase-(MTHFR)-Gen angeschlossen werden.

Durch diese Stufendiagnostik ist gewährleistet, dass das Untersuchungsspektrum alle heute bekannten relevanten thrombophilen Faktoren erfasst, die teilweise kostenintensiven Folgeuntersuchungen aber nur bei auffälligen Basis-Werten durchgeführt werden.

Welches Material muss eingesandt werden?

Für alle nicht-molekulargenetischen Tests werden 1,3 ml gefrorenes Citratplasma benötigt, da insbesondere Protein S sehr labil ist.

Hierzu wird dem Patienten Citratblut entnommen, wie es für jede andere Gerinnungsuntersuchung auch benötigt wird, jedoch muss für die Thrombophilie-Diagnostik das Citratblut sofort nach Abnahme scharf abzentrifugiert werden, der Überstand zellfrei in ein neutrales Röhrchen pipettiert und bei minus 20°C gelagert und transportiert werden.

 

Das Versandmaterial kann bei uns kostenlos unter Tel. 0711 / 6357-104 angefordert werden.

Was muss bei der Blutabnahme beachtet werden?

  • Protein C und Protein S werden Vitamin-K-abhängig gebildet, unter Marcumar sind daher falsch niedrige Spiegel zu erwarten.
  • die APC-Resistenz (APCR) wird über eine modifizierte PTT nachgewiesen. Eine Heparintherapie (nicht unter LMWH!) verhindert eine Bestimmung der APC-Resistenz ebenso wie es das Ergebnis der AT III-Bestimmung beeinflusst.
  • Für die molekulargenetischen Untersuchungen werden kernhaltige Zellen benötigt. Dazu kann entweder der Blutkuchen des Citratblutes verwendet werden oder es wird zusätzlich ein EDTA-Blut mit eingesandt. Dieses Material darf nicht eingefroren werden!  
  • Wird die Verdachtsdiagnose Thrombose oder Embolie gestellt, sollte vor Beginn einer Therapie mit Heparin ein Citratblut gewonnen und das Plasma tiefgefroren werden. So ist eine Diagnostik auch im Nachhinein immer möglich. Wenn sich der Verdacht nicht bestätigt, kann das Plasma verworfen werden.

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an:

Dr. med. R. Alkier, Tel. 0711 / 6357-211

Literatur:

Rosendaal et al: Venous thrombosis: A multicausal disease Lancet 1993;353:1167-73

 

Pabinger et al: Thrombotic Risk in hereditary ATIII PC or PS deficiency. Arterioscelrosis Thrombosis Vask Biol 1996;6:742-748

 

Levine et al: The Antiphospholipid Syndrome. NEJM 2002;346:752-763

 

Den Heijer et al: Hyperhomocysteinemia as a risk factor for deep-vein thrombosis. NEJM 1996;334:759-762

 

Nygard:  Plasma Homocysteine levels and mortality in patients with coronary artery disease. NEJM 1997;337:230-236

 

Vanderbroucke et al: Oral contraceptives and the risk of venous thrombosis. NEJM 2001;344:1527-1533

 

Carp et al: Thromboprophylaxis improves the live birth rate in women with consecutive recurrent miscarriages and hereditary thrombophilia. J Thromb Haemost 2003;1:433-438

 

Heins et al: Präanalytik in der Gerinnungsdiagnostik. Hämostaseologie 1999;19:63-67

 

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