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Neuartiges Coronavirus (2019-nCoV)/SARS-CoV-2

Bei Fragen zum neuartigen Coronavirus wenden Sie sich bitte an die neu eingerichteten Hotlines für Bürgerinnen und Bürger bei den zuständigen Gesundheitsämtern:

GesundheitsamtBürger-Hotline:
Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg (Mo.-So. 9-18 Uhr )0711 / 904-39555
Landeshauptstadt Stuttgart (Mo.-Fr. 8-18 Uhr, Sa.+So.: 11-15 Uhr)

0711 / 216-88888
0711 / 216-88688
Sa.+So.:
0711 / 216-88200
Landkreis Böblingen (werktags 8-16 Uhr)07031 / 663-3500
Landkreis Esslingen0711 / 3902-41966
Landkreis Göppingen07161 / 202-5380
Landkreis Ludwigsburg (Mo.-Fr. 8.30-12.30 Uhr; Mo.-Do. 14-16 Uhr):

– Anmeldung bei Coronateststelle, vorrangig für Kreiseinwohner (7-22 Uhr):
07141 / 144-69400

07141 / 144-69844
Rems-Murr-Kreis (werktags 8-17 Uhr) 07151 / 501-3000
Ärztlicher Bereitschaftsdienst (Mo.-Fr. 8-16 Uhr) 116 117

Information zur Testung auf Coronavirus (SARS-CoV-2):

  • Aktuell können wir im Labor Enders leider KEINE Abstrichproben entnehmen.
  • Das Klinikum Stuttgart (Katharinenhospital), das Marienhospital und das Robert-Bosch-Krankenhaus haben seit Ende Februar jeweils zentrale Corona-Ambulanzen und -Diagnostikstellen in Betrieb genommen. Diese spezialisierten Anlaufstellen sind über einen eigenen Zugang separiert. Vorrangige Aufgabe der zentralen Corona-Ambulanzen ist die weitere Klärung und Gewinnung diagnostischer Proben in begründeten Verdachtsfällen.
    Inzwischen wurden von den Landkreisen weitere Ambulanzen und Testzentren für die Abnahme von Abstrichen eingerichtet z.B. in
    • Herrenberg
    • Klinikum Ludwigsburg
    • Rems-Murr-Klinik in Schorndorf
    • Leinfelden-Echterdingen bei der Messe (Drive-In)
    • Nürtingen (Drive-In).
  • Für die Vorstellung von Patienten in den Corona-Ambulanzen bzw. Testzentren ist immer eine vorherige telefonische Kontaktaufnahme/Erstberatung über die Hausarztpraxis, das zuständige Gesundheitsamt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefonnummern siehe oben) vorgesehen.

Wo gibt es weitere Informationen?

Die Datenlage ändert sich täglich. Informationen zu aktuellen Empfehlungen und Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQs) finden sich bei:

Labordiagnostik

Eine Labordiagnostik wird aktuell für Personen empfohlen bei denen ein begründeter Verdacht vorliegt (Falldefinition RKI), aber auch zur differentialdiagnostischen Abklärung.

Die aktuellen Kriterien für eine Testung und Empfehlungen zum Vorgehen für den jeweiligen Fall finden sich im
Flussschema des RKI: COVID19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen, Auszug:

Quelle: Flussschema: Verdachtsabklärung und Maßnahmen, RKI Stand 24.03.2020

Bei begründetem Verdacht besteht eine gesetzliche Meldepflicht nach IfSG für den behandelnden Arzt an das zuständige Gesundheitsamt.

Probenentnahme

Nach Empfehlungen des RKI sollen bei Verdacht auf das Vorliegen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) je nach klinischer Situation möglichst Proben parallel aus den oberen und den tiefen Atemwegen entnommen werden. Die diagnostischen Interventionen sollten unter den notwendigen Schutzmaßnahmen erfolgen (u.a. Tragen einer FFP2-Atemmaske). Weiterführende Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit SARS-CoV-2 finden Sie auf den Internetseiten des Robert-Koch-Instituts.

Bei Patienten ohne Hinweis auf Pneumonie erachten wir die Durchführung eines tiefen Nasen-Rachenabstrichs (NRA) UND eines Rachenabstrichs (RA) als ausreichend. Auf die Untersuchung von Sputum kann verzichtet werden.

Praktische Hinweise zur Entnahme und Einsendung dieser Abstrichproben finden Sie in folgendem Info:

Wie erfolgt die Kostenübernahme?

Der Nachweis von SARS-CoV-2 kann als Kassenleistung (Laborziffer GOP 32816) unter Berücksichtigung der Kriterien des RKI (siehe Schema des RKI zur Verdachtsabklärung: www.rki.de/covid-19-flussschema) angefordert werden. Für die Diagnostik kann der Veranlasser die Kennnummer 32006 angeben.
KBV und GKV-Spitzenverband haben zudem vereinbart, dass Fälle, bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt oder eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, mit der Ziffer 88240 zu kennzeichnen sind. 

Kosten für Schutzausrüstung: Mundschutz, Einmalschutzkittel und Handschuhe sind aktuell ausnahmsweise bei Fällen, bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt oder eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, als Materialkosten berechnungsfähig, wenn der Fall mit der Pseudo-GOP 88240 gekennzeichnet ist. Sonstige Materialien sind mit den Praxiskosten abgegolten.

Was wissen wir bisher?

Ende 2019 wurde erstmals über einen Ausbruch von Pneumonien in Wuhan, Provinz Hubei in China berichtet. Als Auslöser dieser Erkrankungen konnte im Januar 2020 ein neuartiges Coronavirus mit der vorläufigen Bezeichnung 2019-nCoV identifiziert werden. 2019-nCoV gehört wie MERS (Middle East Respiratory Syndrome)-CoV und SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome)-CoV zu den beta-Coronaviren. Inzwischen erhielt das neue Coronavirus den offiziellen Namen “SARS-CoV-2“, die neue Lungenerkrankung wird als “COVID-19” (COrona VIrus Disease 2019) bezeichnet.

Das Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar und kann zu schweren Atemwegserkrankungen führen. Die Übertragung geschieht wohl in erster Linie durch Tröpfchen (direkt bzw. indirekt über Hände oder Gegenstände). Die direkte Übertragung von Person-zu-Person durch Niesen/Husten erfordert einen nahen Kontakt (< 2m). Die Inkubationszeit beträgt nach den aktuell vorliegenden Daten im Mittel 5 Tage (Bereich: 2-14 Tage). Klinische Manifestationen sind z. B. Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen und Durchfall. Die Häufigkeit asymptomatischer Verläufe und die schwerer Krankheitsverläufe ist unklar. Die Sterblichkeit wird aktuell auf ca. 1% geschätzt. Hospitalisierte Patienten haben in 30-50% Komorbiditäten und ein Durchschnittsalter von 49 bis 56 Jahren. Momentan steht für SARS-CoV-2 keine Impfung und keine etablierte antivirale Therapie zur Verfügung.

Wie hoch ist das Risiko für Schwangere?

Der Kenntnisstand zu Infektionen mit SARS-CoV-2 bei Schwangeren ist noch sehr begrenzt. Es liegen nur Daten aus kleinen Kohortenstudien mit jeweils 9 schwangeren Patientinnen vor, die im 3.Trimenon oder um Geburt erkrankten. Basierend auf diesen Studien und den verfügbaren Daten von anderen respiratorischen Erregern wie SARS und Influenza, kann aktuell noch keine Aussage getroffen werden, ob Schwangere mit COVID-19 im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung häufiger oder schwerer erkranken. Das klinische Bild zeigte in den Studien eine ähnliche Bandbreite wie bei nicht-schwangeren Patienten. Eine intrauterine Mutter-Kind-Übertragung konnte bisher in keinem Fall nachgewiesen werden.

Verantwortlich für den Inhalt:
Priv.-Doz. Dr. med. Martin Enders (0711-6357-120)
Stand 03/2020