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Neuartiges Coronavirus (2019-nCoV)/SARS-CoV-2)

Bei Fragen zum neuartigen Coronavirus wenden Sie sich bitte an die neu eingerichteten Hotlines für Bürgerinnen und Bürger bei den zuständigen Gesundheitsämtern:

GesundheitsamtBürger-Hotline:
Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg (Mo.-So. 9-18 Uhr )0711 / 904-39555
Landkreis Böblingen (Mo.-Fr. 8-12 Uhr)07031 / 663-3500
Landkreis Esslingen0711 / 3902-41966
Landkreis Göppingen (Mo.-Mi. 8-15:30 Uhr, Do. 8-17:30 Uhr, Fr. 8-12 Uhr)07161 / 202-5380
Landkreis Ludwigsburg (Mo.-Fr. 8-16 Uhr)07141 / 144-69400
Rems-Murr-Kreis (Mo.-Fr. 8-13 Uhr) 07151 / 501-3000
Ärztlicher Bereitschaftsdienst / Patientenservice116 117

Orientierungshilfe für Bürgerinnen und Bürger:

Das Merkblatt des Robert-Koch-Institut Bürgerinnen und Bürger (Stand 06.05.2020) können Sie hier herunterladen:

Wo gibt es weitere Informationen?

Die Datenlage ändert sich täglich. Informationen zu aktuellen Empfehlungen und Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQs) finden sich bei:

Testung auf Coronavirus (SARS-CoV-2):

  • Aktuell können wir im Labor Enders leider KEINE Abstrichproben entnehmen.
  • In Baden-Württemberg gibt es inzwischen zahlreiche Corona-Anlaufstellen. Dazu gehören Haus- oder Facharztpraxen, die als Corona-Schwerpunktpraxen spezielle Sprechstunden für Corona-Verdachstfälle anbieten und zentrale Corona-/Fieber-Ambulanzen wie z.B. im Klinikum Stuttgart (Katharinenhospital), Marienhospital und Robert-Bosch-Krankenhaus. Darüber hinaus werden teilweise in einigen Landkreisen noch Testzentren für die Abnahme von Abstrichen betrieben.
  • Patienten mit Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung oder mit fieberhaften Infekten sollten vor der Vorstellung in einer Corona-Anlaufstelle immer zuerst telefonisch Kontakt aufnehmen mit
    • dem für ihre Region zuständigen Gesundheitsamt
    • oder ihren Haus-oder Kinderarzt
    • oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst/Patientenservice (116117)
  • Dort erfahren sie, wo es eine Corona-Anlaufstelle in ihrer Nähe gibt und wie sie dort einen Termin bekommen.

Labordiagnostik

Eine Labordiagnostik wird aktuell für Personen empfohlen bei denen ein begründeter Verdacht vorliegt (Falldefinition RKI).

Das RKI hat ein Flussschema erstellt mit Hilfestellungen für Ärztinnen und Ärzten für die Verdachtsabklärung, Schutzmaßnahmen und Veranlassung einer Diagnostik auf SARS-CoV-2. Die aktuellen Kriterien (Stand 12. Mai 2020) für eine Testung sind:

Quelle: Flussschema: Testkriterien und Maßnahmen, RKI Stand 12.05.2020

Meldepflicht

Bei begründetem Verdacht besteht eine gesetzliche Meldepflicht nach IfSG §6 an das zuständige Gesundheitsamt. Meldepflichtig sind Ärzte und Angehörige eines anderen Heil- oder Pflegeberufs und Leiter von Einrichtungen. Zudem besteht eine namentliche Meldepflicht für Labore nach IfSG §7 für den direkten oder indirekten Nachweis von SARS-CoV-2, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.

Zusätzlich müssen Labore seit dem 23. Mai durch das zweite Bevölkerungsschutzgesetz (IfSG §7 Absatz 4) ALLE Untersuchungsergebnisse auf SARS-CoV-2 (positive und negative, direkter und indirekter Nachweis) nichtnamentlich an das RKI melden. Diese Meldepflicht ist allerdings derzeit (RKI, Stand 4.6.2020) ausgesetzt, da die technischen Voraussetzungen noch nicht gegeben sind.

Probenentnahme

Nach Empfehlungen des RKI sollen bei Verdacht auf das Vorliegen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) je nach klinischer Situation möglichst Proben parallel aus den oberen und den tiefen Atemwegen entnommen werden. Die diagnostischen Interventionen sollten unter den notwendigen Schutzmaßnahmen erfolgen (u.a. Tragen einer FFP2-Atemmaske). Weiterführende Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit SARS-CoV-2 finden Sie auf den Internetseiten des Robert-Koch-Instituts.

Bei Patienten mit Verdacht auf akute Infektion und ohne Hinweis auf Pneumonie erachten wir die Durchführung eines tiefen Nasen-Rachenabstrichs (NRA) UND eines Rachenabstrichs (RA) als ausreichend. Auf die Untersuchung von Sputum kann verzichtet werden.

Praktische Hinweise zur Entnahme und Einsendung dieser Abstrichproben finden Sie in folgendem Info:

Wie erfolgt die Kostenübernahme?

Infos zur Abrechung Coronavirus finden sich auf den Internetseiten der KBV und der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, wie z.B.

Die Kosten für den Nachweis von SARS-CoV-2 (Erregernachweis) werden aktuell in folgenden 3 Fällen / “Testszenarien” übernommen (Kostenträger bei 1. und 2. ist die GkV=Kassenleistung, im dritten Fall das Land Baden-Württemberg):

  1. Kurativer Test: Patient hat Symptome
    (nach Kriterien des RKI, siehe oben bzw. im Flussschema: “Maßnahmen und Testkriterien bei COVID-19 Verdacht)
    • Die Abstrichentnahme ist Teil der Grund- beziehungsweise Versichertenpauschale.
    • Bei Veranlassung des PCR-Tests (neues Formular Muster 10 C, übergangsweise Muster 10, siehe unten) soll der Behandlungsfalls mit der Laborkennnummmer GOP 32006 gekennzeichnet werden.
    • Patienten, die wegen des klinischen Verdachts oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem SARS-CoV-2 behandelt werden, sind an allen Tagen mit der Pseudo-GOP 88240 zu kennzeichnen.
    • Laborärzte rechnen den PCR-Test wird mit der Laborkennziffer GOP 32816 (+12220, 40100) ab.
  1. Testung bei einer Person, die einen Warnhinweis über die Corona-App erhalten hat
    • Für die Abstrichentnahme und/oder das Gespräch kann GOP 02402 abgerechnet werden.
    • Bei Veranlassung des PCR-Tests (neues Formular Muster 10 C, übergangsweise Muster 10, siehe unten) soll der Behandlungsfalls mit der Laborkennnummmer GOP 32006 gekennzeichnet werden.
    • Laborärzte rechnen den PCR-Test wird mit der Laborkennziffer GOP 32811 (+12221, 40101) ab.

zum Laborauftrag:

Für die (Vor-)Bestellung der Formulare Muster 10C (und OEGD) in Papierform stellt die KVBW FAX-BESTELLFORMULARE zur Verfügung.

Bis zur Bereitstellung des neuen Formulars Muster 10C kann übergangsweise das Muster 10 verwendet werden. Veranlassende Ärzte sollten hier im Feld „Auftrag“ explizit die Laborpauschale 32811 angeben, wenn es sich um eine Testung nach einem Warnhinweis durch die Corona-Warn-App handelt.

Auf Muster 10C kann der veranlassende Arzt ankreuzen, ob es sich um eine
1. “Diagnostische Abklärung (GOP 32816)” ODER eine
2. “Testung nach Meldung ‘erhöhtes Risiko’ durch Corona-Warn-App (GOP 32811)” handelt.

  1. Ausschließlich vom Gesundheitsamt veranlasste Testungen bei asymptomatischen Personen in Baden-Württemberg
    (z.B. Reihentestungen in Kitas, Schulen oder Pflegeheimen)
    • Die Abstrichentnahme erfolgt vorrangig in Corona-Schwerpunktpraxen und Fieberambulanzen und wird mit Pseudo-GOP 99533 gekennzeichnet.
    • Die Laboruntersuchung wird nur über das neue Muster OEGD und ausschließlich bei Laboren in Baden-Württemberg veranlasst.
    • Laborärzte müssen für diese Untersuchungen monatlich gesonderte Abrechungen erstellen.

Hier finden sie Informationen zum Antikörpernachweis:

SARS-CoV-2 / COVID 19: Was wissen wir bisher?

Ende 2019 wurde erstmals über einen Ausbruch von Pneumonien in Wuhan, Provinz Hubei in China berichtet. Als Auslöser dieser Erkrankungen konnte im Januar 2020 ein neuartiges Coronavirus mit der vorläufigen Bezeichnung 2019-nCoV identifiziert werden. 2019-nCoV gehört wie MERS (Middle East Respiratory Syndrome)-CoV und SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome)-CoV zu den beta-Coronaviren. Inzwischen erhielt das neue Coronavirus den offiziellen Namen “SARS-CoV-2“, die neue Lungenerkrankung wird als “COVID-19” (COrona VIrus Disease 2019) bezeichnet.

Das Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar und kann zu schweren Atemwegserkrankungen führen. Die Übertragung geschieht wohl in erster Linie durch Tröpfchen und kleine Partikel (Aerosole). Die direkte Übertragung von Person-zu-Person durch Niesen/Husten erfordert einen nahen Kontakt (< 2m). Der längere Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über eine größere Distanz. Die Inkubationszeit beträgt nach den aktuell vorliegenden Daten im Mittel 5 Tage (Bereich: 1-14 Tage). Klinische Manifestationen sind z. B. Husten, Fieber, Schnupfen sowie Geruchs- und Geschmacksverlust und Durchfall und Pneumonie. Die Häufigkeit asymptomatischer Verläufe und die schwerer Krankheitsverläufe ist unklar. Hospitalisierte Patienten haben in 30-50% Komorbiditäten und ein Durchschnittsalter von 49 bis 56 Jahren. Momentan steht für SARS-CoV-2 keine Impfung und keine etablierte antivirale Therapie zur Verfügung.

Wie hoch ist das Risiko für Schwangere?

Der Kenntnisstand zu Infektionen mit SARS-CoV-2 bei Schwangeren ist noch sehr begrenzt. Es liegen Daten aus kleinen Kohortenstudien mit schwangeren Patientinnen vor, die im 3.Trimenon oder um Geburt erkrankten. Basierend auf diesen Studien und den verfügbaren Daten von anderen respiratorischen Erregern wie SARS und Influenza, kann aktuell noch keine Aussage getroffen werden, ob Schwangere mit COVID-19 im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung häufiger oder schwerer erkranken. Das klinische Bild zeigte in den Studien eine ähnliche Bandbreite wie bei nicht-schwangeren Patienten.

Verantwortlich für den Inhalt:
Priv.-Doz. Dr. med. Martin Enders
Stand 07/2020