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Neuartiges Coronavirus (2019-nCoV / SARS-CoV-2)

Für Patientinnen und Patienten: Wo kann ich mich testen lassen?

Für Ärztinnen und Ärzte: Informationen zur Labordiagnostik:

NEU !!!: Ab 15. Oktober 2020 gilt eine geänderte Rechtsverordnung (RVO) zu Coronavirus-Tests bei asymptomatischen Personen –>Neu ist unter anderem, dass nun auch der behandelnde Arzt und nicht nur das Gesundheitsamt unter Berücksichtigung bestimmter Kriterien eine Testung asymptomatischer Personen veranlassen kann –> Siehe unten Abschnitt 3. und 4.

!!! WICHTIG !!!

Für die Anforderung von SARS-CoV-2-Testungen sollen die neuen Formulare Muster 10C und OEGD verwendet werden.

Die Formulare müssen beim Kohlhammer Verlag in Papierform bestellt werden:
Muster 10C: Bestellformular / Ansichtsexemplar
Muster OEGD: Bestellformular / Ansichtsexemplar

▶Für das Labor ist es wichtig, dass Sie die Coronatestung in eine der vier unten genannten Kategorien/Testszenarien einordnen und diese mit dem richtigen Schein (Muster 10C oder OEGD) mit den notwendigen Angaben anfordern. Ansonsten handelt es sich beim SARS-CoV-2-Nachweis um eine Privat- bzw. IGeL-Leistung.

Wann wird die Testung empfohlen und wie erfolgt die Kostenübernahme?
– die 4 Testszenarien in Baden-Württemberg:

Die Kosten für den Nachweis von SARS-CoV-2 (Erregernachweis) werden aktuell in 4 Fällen / “Testszenarien” übernommen. Kostenträger bei 1. und 2. ist die GKV (Kassenleistung), im 3. und 4. Fall das Land Baden-Württemberg:

Übersichten der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg bzw. KBV zur Abrechnung der SARS-CoV-2-Testung
z. B. :

1. Kurativer Test: Patient hat Symptome

Muster 10C (EBM)

Eine Labordiagnostik wird für Personen empfohlen, bei denen ein begründeter Verdacht vorliegt (Falldefinition RKI). Die aktuellen RKI-Testkriterien (siehe Flussschema: “Maßnahmen und Testkriterien bei COVID-19 Verdacht, Stand 12. Mai 2020) sind:

Quelle: Flussschema: Testkriterien und Maßnahmen, RKI Stand 12.05.2020
  • Bitte das neue Formular Muster 10C für die Veranlassung des PCR-Tests verwenden! (→ Hinweise zum Ausfüllen s. u.)
  • Abrechnung:
    • Abstrichentnahme GOP 02402 (und ggf. Zuschlag 02403, wenn keine Versicherten-, Grund-, Konsiliar- oder Notfallpauschale abgerechnet wird).
    • Patienten, die wegen des klinischen Verdachts oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem SARS-CoV-2 behandelt werden, sind an allen Tagen mit der Pseudo-GOP 88240 zu kennzeichnen.
    • Bei Veranlassung des PCR-Tests soll der Behandlungsfall mit der Labor-Kennnummer GOP 32006 gekennzeichnet werden (keine Belastung des Laborbudgets).
    • Laborärzte rechnen den PCR-Test mit der Laborkennziffer GOP 32816 (+12220, 40100) ab.

2. Testung bei einer Person, die einen Warnhinweis über die Corona-App erhalten hat

Muster 10C (EBM)

  • Bitte das neues Formular Muster 10C für die Veranlassung des PCR-Tests verwenden! (→ Hinweise zum Ausfüllen s. u.)
  • Abrechnung:
    • Abstrichentnahme GOP 02402A (und ggf. Zuschlag 02403, wenn keine Versicherten-, Grund-, Konsiliar- oder Notfallpauschale abgerechnet wird).
    • Bei Veranlassung des PCR-Tests soll der Behandlungsfall mit der Laborkennnummer GOP 32006 gekennzeichnet werden (keine Belastung des Laborbudgets).
    • Laborärzte rechnen den PCR-Test mit der Laborkennziffer GOP 32811 (+12221, 40101) ab.

zu 1. und 2.: Hinweise zum Ausfüllen von Muster 10C:

✗ Bitte ankreuzen, ob es sich um eine
1. “Diagnostische Abklärung (GOP 32816)” ODER
2. “Testung nach Meldung ‘erhöhtes Risiko’ durch Corona-Warn-App (GOP 32811)” handelt.

✗ Bitte, falls zutreffend, das Einverständnis zur Übermittlung des Testergebnisses an die Corona-Warn-App des Patienten markieren. (Nur wenn dieses Feld angekreuzt ist, darf das Labor das Testergebnis über die Corona-Warn-App direkt an den Patienten übermitteln!)

✗ Bitte eine (!) Telefonnummer des Patienten angeben (nicht mehrere).
Diese wird nur bei positivem Testergebnis an das Gesundheitsamt übermittelt.

3. Testungen von asymptomatischen Personen nach der Rechtsverordnung (RVO) vom 14. Oktober 2020

Muster OEGD

Testszenarien asymptomatische Personen (RVO):
(Kriterien siehe Übersicht der KVBW)
Auf Muster OEGD ankreuzen:zusätzlich die Indikation ankreuzen:
Kontaktperson; der behandelnde Arzt einer mit SARS-CoV-2 infizierten Person oder der ÖGD stellen fest, wer Kontaktperson einer infizierten Person ist (Kriterien für Kontakt siehe RVO)☒ RVO§2 RVO Kontaktperson
Bei Ausbruchsgeschehen in bestimmten Einrichtungen (Betreute, Beschäftigte etc. ) auf Verlangen der Einrichtung oder des ÖGD☒ RVO§3 RVO Ausbruchsgeschehen
Zur Verhütung der Verbreitung in bestimmten Einrichtungen im Rahmen eines Testkonzeptes von diesen oder direkt vom ÖGD veranlasst. Hierzu gehört unter anderem z. B.
– Vor Aufnahme in eine Alten-/ Pflege-/ Behinderten-/ Reha-Einrichtung
– Vor einer ambulanten OP
☒ RVO§4 Nr. 1-3 RVO Verhütung der Verbreitung
Vom Ausland aus RKI-Risikogebieten Einreisende, innerhalb von 10 Tagen
(keine Anordnung des ÖGD erforderlich)
☒ RVO§4 Nr. 4 a) RVO Auslandsaufenthalt
In inländischen Gebieten mit >50 Neuinfektionen pro 100.00 Einwohner in 7 Tagen, (bei Veranlassung durch den ÖGD), gültig bis 8.11.2020☒ RVO§4 Nr. 4 b) RVO Risikogebiet (Inland)
Meldung “erhöhtes Risiko” durch Corona-Warn-App – nur auf Anordnung des ÖGD, anderenfalls Muster 10C verwenden☒ RVO§2 RVO Meldung “erhöhtes Risiko” durch Corona-Warn-App

  • Veranlasser ist der behandelnde Arzt (Neu seit 14. Oktober) oder der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD)
  • Die Laboruntersuchung wird nur über das neue Muster OEGD veranlasst.
  • Ausfüllhinweise (siehe auch Ausfüllhilfe der KVBW):
    • Bitte oben rechts “RVO” ankreuzen
      (darf nicht zusammen mit “Regionaler Sondervereinbarung” siehe Punkt 4. angekreuzt sein!)
    • Zusätzlich zu “RVO” muss der einsendende Arzt die entsprechende Indikation ankreuzen (bitte nur ein Feld ankreuzen)
    • Bei Beauftragung durch ein Gesundheitsamt muss dessen Postleitzahl eingetragen werden.
    • Besondere Risikomerkmale sind ggf. ebenfalls anzukreuzen.
    • Bitte, falls zutreffend, das Einverständnis zur Übermittlung des Testergebnisses an die Corona-Warn-App des Patienten markieren. (Nur wenn dieses Feld angekreuzt ist, darf das Labor das Testergebnis über die Corona-Warn-App direkt an den Patienten übermitteln!)
    • Bitte eine (!) Telefonnummer des Patienten angeben (nicht mehrere). Diese wird nur bei positivem Testergebnis an das Gesundheitsamt übermittelt.
  • Abrechnung:
    • Für die Abstrichentnahme kann GOP 99531 abgerechnet werden.
    • Laborärzte müssen für diese Untersuchungen monatlich eine gesonderte Abrechnung erstellen.

4. “Testungen von asymptomatischen Personen nach regionaler Sondervereinbarung (nur bis 1. November 2020; nur in Baden-Württemberg)

Muster OEGD

Auf Muster OEGD ankreuzen:
Testung von Lehrern und Personal an Schulen und Kitas☒ regionale Sondervereinbarung
KV-Sonderziffer: 99535
  • Diese Leistung kann ausschließlich bei Laboren in Baden-Württemberg veranlasst werden.
  • Für die Abstrichentnahme kann GOP 99533 abgerechnet werden.
  • Die Laboruntersuchung wird nur über das neue Muster OEGD veranlasst.
  • Ausfüllhinweise (siehe auch Ausfüllhilfe der KVBW):
    • Bitte oben rechts “regionale Sondervereinbarung” ankreuzen und die KV-Sonderziffer 99535 eintragen (Feld verfügbar ab Muster OEGD Version 08/2020). Bei Verwendung der früheren Version 06/2020 bitte alternativ im rechten Bereich des Formulars handschriftlich vermerken: „asymptomatische Corona-Testung nach Pseudo-GOP 99535“); (“RVO” darf nicht zusätzlich angekreuzt sein)
    • Bitte, falls zutreffend, das Einverständnis zur Übermittlung des Testergebnisses an die Corona-Warn-App des Patienten markieren. (Nur wenn dieses Feld angekreuzt ist, darf das Labor das Testergebnis über die Corona-Warn-App direkt an den Patienten übermitteln!)
    • Bitte eine (!) Telefonnummer des Patienten angeben (nicht mehrere). Diese wird nur bei positivem Testergebnis an das Gesundheitsamt übermittelt.
  • Abrechnung:
    • Als Kostenträger wird der Kostenträger der eGK angegeben. Die Leistung wird allerdings dem Land Baden-Württemberg in Rechnung gestellt.
    • Die Abrechnung bei Privatpatienten oder SKT ohne Versichertenkarte erfolgt als Ersatzverfahren über folgenden Kostenträger (muss im PVS angelegt werden):
      VKNR: 61900 IK: 100061900 Name: Land BW / SM (SARS-CoV-2) KT-Gruppe: 35 KT-Abrechnungsbereich: 00

Probenentnahme

Nach Empfehlungen des RKI sollen bei Verdacht auf das Vorliegen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) je nach klinischer Situation möglichst Proben parallel aus den oberen und den tiefen Atemwegen entnommen werden. Die diagnostischen Interventionen sollten unter den notwendigen Schutzmaßnahmen erfolgen (u. a. Tragen einer FFP2-Atemmaske). Weiterführende Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit SARS-CoV-2 finden Sie auf den Internetseiten des Robert-Koch-Instituts.

Bei Patienten mit Verdacht auf akute Infektion und ohne Hinweis auf Pneumonie erachten wir die Durchführung eines tiefen Nasen-Rachenabstrichs (NRA) UND eines Rachenabstrichs (RA) als ausreichend. Auf die Untersuchung von Sputum kann verzichtet werden.

Praktische Hinweise zur Entnahme und Einsendung dieser Abstrichproben finden Sie in folgendem Info:

Informationen zum Antikörpernachweis:

Meldepflicht

Bei begründetem Verdacht besteht eine gesetzliche Meldepflicht nach IfSG §6 an das zuständige Gesundheitsamt. Meldepflichtig sind Ärzte und Angehörige eines anderen Heil- oder Pflegeberufs und Leiter von Einrichtungen. Zudem besteht eine namentliche Meldepflicht für Labore nach IfSG §7 für den direkten oder indirekten Nachweis von SARS-CoV-2, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.

Zusätzlich müssen Labore seit dem 23. Mai durch das zweite Bevölkerungsschutzgesetz (IfSG §7 Absatz 4) ALLE Untersuchungsergebnisse auf SARS-CoV-2 (positive und negative, direkter und indirekter Nachweis) nichtnamentlich an das RKI melden. Diese Meldepflicht ist allerdings derzeit (RKI, Stand 4.6.2020) ausgesetzt, da die technischen Voraussetzungen noch nicht gegeben sind.

Informationen für Patientinnen und Patienten:

Wo kann ich mich auf Coronavirus (SARS-CoV-2) testen lassen?

  • Aktuell können wir im Labor Enders leider KEINE Abstrichproben entnehmen.
  • In Baden-Württemberg gibt es inzwischen zahlreiche Corona-Anlaufstellen. Dazu gehören Haus- oder Facharztpraxen, die als Corona-Schwerpunktpraxen spezielle Sprechstunden für Corona-Verdachtsfälle anbieten und zentrale Corona-/Fieber-Ambulanzen wie z. B. im Klinikum Stuttgart (Katharinenhospital), Marienhospital und Robert-Bosch-Krankenhaus. Darüber hinaus werden teilweise in einigen Landkreisen noch Testzentren für die Abnahme von Abstrichen betrieben (siehe “Wegweiser Corona-Virus” der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg)
  • Patienten mit Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung oder mit fieberhaften Infekten sollten vor der Vorstellung in einer Corona-Anlaufstelle immer zuerst telefonisch Kontakt aufnehmen mit
    • dem für ihre Region zuständigen Gesundheitsamt
    • oder ihrem Haus- oder Kinderarzt
    • oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst/Patientenservice (116117)
  • Dort erfahren Sie, wo es eine Corona-Anlaufstelle in ihrer Nähe gibt und wie Sie dort einen Termin bekommen.

Wo erhalte ich weitere Informationen?

Wenn Sie “COVID-19-verdächtige” Symptome haben, bietet Ihnen das Merkblatt des Robert-Koch-Instituts (Stand 06.05.2020) eine Orientierungshilfe:

Bei Fragen zum neuartigen Coronavirus wenden Sie sich bitte an die neu eingerichteten Hotlines für Bürgerinnen und Bürger bei den zuständigen Gesundheitsämtern:

GesundheitsamtBürger-Hotline:
Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg (Mo.-Fr. 9-18 Uhr )0711 / 904-39555
Landkreis Böblingen (Mo.-Fr. 8-12 Uhr)07031 / 663-3500
Landkreis Esslingen0711 / 3902-41966
Landkreis Göppingen (Mo.-Mi. 8-15:30 Uhr, Do. 8-17:30 Uhr, Fr. 8-12 Uhr)07161 / 202-5380
Landkreis Ludwigsburg (Mo.-Fr. 8-18 Uhr, Sa,So. 9-16 Uhr)07141 / 144-69400
Rems-Murr-Kreis (Mo.-Fr. 8-17 Uhr) 07151 / 501-3000
Ärztlicher Bereitschaftsdienst / Patientenservice116 117

Die Datenlage ändert sich täglich. Informationen zu aktuellen Empfehlungen und Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQs) finden sich bei:

SARS-CoV-2 / COVID 19: Was wissen wir bisher?

Ende 2019 wurde erstmals über einen Ausbruch von Pneumonien in Wuhan, Provinz Hubei in China berichtet. Als Auslöser dieser Erkrankungen konnte im Januar 2020 ein neuartiges Coronavirus mit der vorläufigen Bezeichnung 2019-nCoV identifiziert werden. 2019-nCoV gehört wie MERS (Middle East Respiratory Syndrome)-CoV und SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome)-CoV zu den beta-Coronaviren. Inzwischen erhielt das neue Coronavirus den offiziellen Namen “SARS-CoV-2“, die neue Lungenerkrankung wird als “COVID-19” (COrona VIrus Disease 2019) bezeichnet.

Das Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar und kann zu schweren Atemwegserkrankungen führen. Die Übertragung geschieht wohl in erster Linie durch Tröpfchen und kleine Partikel (Aerosole). Die direkte Übertragung von Person-zu-Person durch Niesen/Husten erfordert einen nahen Kontakt (< 2m). Der längere Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über eine größere Distanz. Die Inkubationszeit beträgt nach den aktuell vorliegenden Daten im Mittel 5 Tage (Bereich: 1-14 Tage). Klinische Manifestationen sind z. B. Husten, Fieber, Schnupfen sowie Geruchs- und Geschmacksverlust und Durchfall und Pneumonie. Die Häufigkeit asymptomatischer Verläufe und die schwerer Krankheitsverläufe ist unklar. Hospitalisierte Patienten haben in 30-50 % der Fälle Komorbiditäten und ein Durchschnittsalter von 49 bis 56 Jahren. Momentan steht für SARS-CoV-2 keine Impfung und keine etablierte antivirale Therapie zur Verfügung.

Wie hoch ist das Risiko für Schwangere?

Der Kenntnisstand zu Infektionen mit SARS-CoV-2 bei Schwangeren ist noch sehr begrenzt. Es liegen Daten aus kleinen Kohortenstudien mit schwangeren Patientinnen vor, die im 3.Trimenon oder um Geburt erkrankten. Basierend auf diesen Studien und den verfügbaren Daten von anderen respiratorischen Erregern wie SARS und Influenza, kann aktuell noch keine Aussage getroffen werden, ob Schwangere mit COVID-19 im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung häufiger oder schwerer erkranken. Das klinische Bild zeigte in den Studien eine ähnliche Bandbreite wie bei nicht-schwangeren Patienten.

Verantwortlich für den Inhalt:
Priv.-Doz. Dr. med. Martin Enders
Stand 10/2020