Coronavirus SARS-CoV-2 – Wo kann ich mich testen lassen?

Patienteninfo

  • Aktuell können wir im Labor Enders leider KEINE Abstrichproben entnehmen.
  • In Baden-Württemberg gibt es inzwischen zahlreiche Corona-Anlaufstellen an die Sie sich wenden können. Dazu gehören Haus- oder Facharztpraxen, die als Corona-Schwerpunktpraxen spezielle Sprechstunden für Corona-Verdachtsfälle anbieten und zentrale Corona-/Fieber-Ambulanzen wie z. B. im Klinikum Stuttgart (Katharinenhospital), Marienhospital und Robert-Bosch-Krankenhaus. Darüber hinaus werden teilweise in einigen Landkreisen noch Testzentren für die Abnahme von Abstrichen betrieben. Eine Corona-Anlaufstelle in Ihrer Nähe finden sie unter:
    Wegweiser Corona-Virus” bzw. auf der interaktiven Karte der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg.
  • Vorher anrufen!! Vor der Vorstellung in einer Corona-Anlaufstelle immer zuerst telefonisch Kontakt aufnehmen:
    • mit der Anlaufstelle (Teilweise können Sie einen Termin für eine Abstrichentnahme auch online buchen)
    • ihrem Haus- oder Kinderarzt
    • oder mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst/Patientenservice (116117)

Was ist zu tun, wenn ich “COVID-19-verdächtige” Symptome habe?

Folgendes Merkblatt des Robert-Koch-Instituts bietet Ihnen eine Orientierungshilfe:

Bei Fragen zum neuartigen Coronavirus können Sie sich auch an die verschiedenen eingerichteten Hotlines für Bürgerinnen und Bürger wenden:

GesundheitsamtBürger-Hotline:
Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg (Mo.-Fr. 9-18 Uhr )0711 / 904-39555
Landkreis Böblingen (Mo.-Fr. 8-12 Uhr)07031 / 663-3500
Landkreis Esslingen0711 / 3902-41966
Landkreis Göppingen (Mo.-Mi. 8-15:30 Uhr, Do. 8-17:30 Uhr, Fr. 8-12 Uhr)07161 / 202-5380
Landkreis Ludwigsburg (Mo.-Fr. 8-18 Uhr, Sa,So. 9-16 Uhr)07141 / 144-69400
Rems-Murr-Kreis (Mo.-Fr. 8-17 Uhr) 07151 / 501-3000
Ärztlicher Bereitschaftsdienst / Patientenservice116 117

Die Datenlage ändert sich täglich. Informationen zu aktuellen Empfehlungen und Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQs) finden sich bei:

SARS-CoV-2 / COVID 19: Was wissen wir bisher?

Ende 2019 wurde erstmals über einen Ausbruch von Pneumonien in Wuhan, Provinz Hubei in China berichtet. Als Auslöser dieser Erkrankungen konnte im Januar 2020 ein neuartiges Coronavirus mit der vorläufigen Bezeichnung 2019-nCoV identifiziert werden. 2019-nCoV gehört wie MERS (Middle East Respiratory Syndrome)-CoV und SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome)-CoV zu den beta-Coronaviren. Inzwischen erhielt das neue Coronavirus den offiziellen Namen “SARS-CoV-2“, die neue Lungenerkrankung wird als “COVID-19” (COrona VIrus Disease 2019) bezeichnet.

Das Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar und kann zu schweren Atemwegserkrankungen führen. Die Übertragung geschieht wohl in erster Linie durch Tröpfchen und kleine Partikel (Aerosole). Die direkte Übertragung von Person-zu-Person durch Niesen/Husten erfordert einen nahen Kontakt (< 2m). Der längere Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über eine größere Distanz. Die Inkubationszeit beträgt nach den aktuell vorliegenden Daten im Mittel 5 Tage (Bereich: 1-14 Tage). Klinische Manifestationen sind z. B. Husten, Fieber, Schnupfen sowie Geruchs- und Geschmacksverlust und Durchfall und Pneumonie. Die Häufigkeit asymptomatischer Verläufe und die schwerer Krankheitsverläufe ist unklar. Hospitalisierte Patienten haben in 30-50 % der Fälle Komorbiditäten und ein Durchschnittsalter von 49 bis 56 Jahren. Momentan steht für SARS-CoV-2 keine Impfung und keine etablierte antivirale Therapie zur Verfügung.

Wie hoch ist das Risiko für Schwangere?

Zurzeit gibt es keinen Anhalt für ein generell erhöhtes SARS-CoV-2-Infektionsrisiko in der Schwangerschaft.

Das absolute Risiko schwerer Krankheitsverläufe ist bei Frauen insgesamt niedrig. Es gibt jedoch Hinweise, dass die Erkrankung bei Schwangeren schwerer verlaufen kann als bei Nichtschwangeren. Basierend auf Auswertungen US-amerikanischer Daten mussten Schwangere häufiger als Nichtschwangere intensivmedizinisch behandelt (10,5/1000 versus 3,9/1000) und/oder invasiv beatmet (2,9/1000 versus 1,1/1000) werden. Bei 0,7/1000 Schwangeren bzw. 0,3/1000 Nichtschwangeren wurde eine extrakorporale Membranoxigenierung durchgeführt. Die Mortalität bei symptomatischer SARS-CoV-2-Infektion lag für Schwangere bei 1,5/1000, für Nichtschwangeren (gleichen Alters) bei 1,2/1000.

Risikofaktoren für schwere Verläufe in der Schwangerschaft sind maternales Alter >35 Jahre, hoher Body Mass Index, chronische Hypertension, vorbestehende Diabetes.

Neugeborene von Müttern mit SARS-CoV-2-Infektion sind in den meisten Fällen asymptomatisch oder zeigen einen milden Verlauf. Nach bisherigem Stand wird das Virus nur selten und dann am Ende des 3. Trimenons auf das Kind übertragen. Eine abschließende Bewertung einer möglichen Transmission im 1. und 2. Trimenon ist aufgrund fehlender Daten bisher nicht möglich.

Verantwortlich für den Inhalt:
Priv.-Doz. Dr. med. Martin Enders
Stand 11/2020