Neuartiges Coronavirus (SARS-CoV-2)

Für Patientinnen und Patienten: Wo kann ich mich testen lassen?

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Für Ärztinnen und Ärzte: Informationen zur Labordiagnostik:

Die aktuelle Nationale Teststrategie SARS-CoV-2 “Wer wird in Deutschland getestet?” finden Sie hier.
Die Kosten für den Nachweis von SARS-CoV-2 (Erregernachweis) werden aktuell in folgenden 3 Fällen/Testszenarien übernommen.

  1. Die Testung symptomatischer Personen erfolgt als Kassenleistung EBM (Formular Muster 10C) nach den vom RKI definierten Testkriterien.
    –> siehe unten Abschnitt 1
  2. Die Testung asymptomatischer Personen z.B. nach Kontakt, Warnung durch Corona-Warn-App, medizin. Personal etc. erfolgt nach Corona-Testverordnung TestV, Nationale Teststrategie (Muster OEGD). Eine Zusammenfassung der letzten Neuerungen finden sie hier: Info der KVBW
    –> siehe unten Abschnitt 2
  3. Beim Testangebot für Lehrer und Personal an Schulen und Kitas in Baden-Württemberg (“Regionale Sondervereinbarung”) wurde die Teststrategie am 22. Februar 2021 geändert (Info der KVBW)
    –> siehe unten Abschnitt 3

Für das Labor ist es wichtig, dass Sie die Coronatestung in eine der 3 Testszenarien einordnen und mit dem richtigen Schein (Muster 10C oder OEGD) und den notwendigen Angaben anfordern. Ansonsten handelt es sich beim SARS-CoV-2-Nachweis um eine Privat- bzw. IGeL-Leistung.

Übersichten zur PCR-Testung und Kostenübernahme

KVBW (Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg) z. B. :

KBV (Kassenärztliche Bundesvereinigung) z. B.

Kürzliche Änderungen:

Variantenspezifische Testung beauftragen

Bitte beauftragen Sie ab sofort immer zusammen mit der PCR-Labordiagnostik gleichzeitig die variantenspezifische PCR-Testung für den Fall, dass der PCR-Test positiv ausfällt. z.B. “ggf. variantenspezifische Zusatztestung” auf Anforderungsschein vermerken. –> siehe Info der KVBW

Personal an Schulen und Kitas in Baden-Württemberg

Ab 22. Februar 2021 übernimmt das Land die Kosten für 2 anlasslose PoC-Antigen-Schnellteste pro Woche (keine Laborteste!). –> siehe unten Abschnitt 3

Reiserückkehrer/Pendler

Die Testung von Reiserückkehren aus Risikogebieten und Testungen VOR Auslandsreisen werden seit 16. Dezember NICHT mehr erstattet und sind Selbstzahlerleistung.
Ausnahme für Baden-Württemberg: Wird eines der Nachbarländer als Hochinzidenz-Gebiet eingestuft, zahlt das Land Baden-Württemberg die Kosten für PoC-Schnellteste für Berufspendler –> siehe Info der KVBW

Warnung durch Corona-App

Die Testung asymptomatischer Personen nach Warnung durch die Corona-App wird ab 1. Januar nach TestV (Muster OEGD) abgerechnet und NICHT mehr als Kassenleistung, EBM.

Scheine/Formulare

Anforderung von SARS-CoV-2-Testungen sollen über die Formulare Muster 10C und OEGD erfolgen.
Bitte verwenden Sie möglichst immer die aktuelle Version der Formulare. Diese können Sie beim Kohlhammer Verlag bestellen.

Muster 10C (aktuelle Version 01/2021): Bestellformular / Ansichtsexemplar
Muster OEGD (aktuelle Version 12/2020): Bestellformular / Ansichtsexemplar / Ausfüllhilfe der KVBW

1. PCR-Testung von symptomatischen Patienten (kurativer Test)

  • Abrechnung als EBM (Kassenleistung)
  • Anforderung über Muster 10
  • Die aktuellen RKI-Testkriterien für symptomatische Patienten sind (siehe Flussschema des RKI):
Quelle: Flussschema: Testkriterien und Maßnahmen, RKI Stand 8.Februar 2021

Abrechnung:

  • Abstrichentnahme GOP 02402 (und ggf. Zuschlag 02403, wenn keine Versicherten-, Grund-, Konsiliar- oder Notfallpauschale abgerechnet wird).
  • Patienten, die wegen des klinischen Verdachts oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem SARS-CoV-2 behandelt werden, sind an allen Tagen mit der Pseudo-GOP 88240 zu kennzeichnen.
  • Das Laborbudget bleibt unbelastet.
  • Laborärzte rechnen den PCR-Test mit der Laborkennziffer GOP 32816 (+12220, 40100) ab.

▶ Hinweise zum Ausfüllen von Muster 10C:

✗ Bitte ankreuzen: Diagnostische Abklärung”

!! Das auf älteren Versionen von Muster 10C noch vorhandene Ankreuzfeld “Testung nach Meldung ‘erhöhtes Risiko’ durch Corona-Warn-App (GOP 32811)” ist ab 31.12.2020 ungültig. Diese Testung kann jetzt nicht mehr als Kassenleistung sondern nur noch über das Formular OEGD abgerechnet werden.

✗ Bitte, falls zutreffend, das Einverständnis zur Übermittlung des Testergebnisses an die Corona-Warn-App des Patienten markieren. (Nur wenn dieses Feld angekreuzt ist, darf das Labor das Testergebnis über die Corona-Warn-App direkt an den Patienten übermitteln!)

✗ Bitte eine (!) Telefonnummer des Patienten angeben (nicht mehrere).
Diese wird nur bei positivem Testergebnis an das Gesundheitsamt übermittelt.

2. PCR-Testung von asymptomatischen Personen (Corona-Testverordnung, TestV)

  • Abrechnung nach Corona-Testverordnung TestV (Stand 27. Januar 2021, Nationale Teststrategie)
  • Anforderung über Muster OEGD (bitte die aktuelle Version 12/2020 verwenden –> hier bestellen!.)

Übersichten der KVBW:

Testszenarien asymptomatische Personen (TestV)Auf Muster OEGD ankreuzen:verpflichtend ist zusätzlich der Grund der Testung anzukreuzen
Kontaktperson; der behandelnde Arzt einer mit SARS-CoV-2 infizierten Person oder der ÖGD stellen fest, wer Kontaktperson einer infizierten Person ist (Kriterien für Kontakt siehe TestV)☒ TestV §2 TestV
Kontaktperson
Bei Ausbruchsgeschehen in bestimmten Einrichtungen (Betreute, Beschäftigte etc. ) auf Verlangen der Einrichtung oder des ÖGD☒ TestV§3 TestV Ausbruchsgeschehen
Zur Verhütung der Verbreitung in bestimmten Einrichtungen im Rahmen eines Testkonzeptes von diesen oder direkt vom ÖGD veranlasst. Hierzu gehört unter anderem z. B.
– Vor Aufnahme in eine Alten-/ Pflege-/ Behinderten-/ Reha-Einrichtung
– Vor einer ambulanten OP
☒ TestV§4 Abs. 1 Nr. 1 u. 2 TestV
Verhütung der Verbreitung
Vom Ausland aus RKI-Risikogebieten Einreisende, innerhalb von 10 Tagen (keine Anordnung des ÖGD erforderlich) –> Ist seit 15.Dezember 2020 eine Selbstzahler-Leistung☒ TestV§4 Abs. 3 TestV
Risikogebiet Ausland
Meldung “erhöhtes Risiko” durch Corona-Warn-App
(seit Januar 2021 nur noch nach TestV, nicht mehr als EBM abrechenbar)
☒ TestV§2 TestV
Meldung “erhöhtes Risiko” durch Corona-Warn-App

Abrechnung:

  • Veranlasser ist der behandelnde Arzt oder der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD)
  • Für das vom Arzt persönlich (auch telefonisch) durchgeführte Beratungsgespräch im Zusammenhang mit der Feststellung einer Kontaktperson OHNE anschließende Testung (kein Abstrich) kann GOP 99529 abgerechnet werden.
  • Für die Abstrichentnahme kann GOP 99531 abgerechnet werden.
  • Abrechnung bei GKV-Patienten immer über die eGK des Patienten, ebenso bei Sonstigen Kostenträgern (SKT) mit Versichertenkarte (z. B. Polizeibeamte) über diesen Kostenträger
  • Abrechnung bei Privatversicherten, SKT ohne Versichertenkarte (z. B. Asylbewerber) oder Personen ohne Krankenversicherung in Deutschland als Ersatzverfahren über folgenden Kostenträger (ggf. im PVS anlegen): Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS); VKNR: 48850 IK: 100048850 KT-Gruppe: 30 KT-Abrechnungsbereich: 00
  • Laborärzte müssen für diese Untersuchungen monatlich eine gesonderte Abrechnung erstellen.

▶ Hinweise zum Ausfüllen von Muster OEGD (siehe auch Ausfüllhilfe der KVBW):

  • Bitte oben rechts “TestV” ankreuzen . Es darf nicht gleichzeitig “Selbstzahler” oder “regionale Sondervereinbarung” angekreuzt sein
  • Zusätzlich ist der Grund der Testung verpflichtend anzugeben (bitte nur ein Feld mit zutreffendem Paragraph der TestV ankreuzen)
  • Zusätzlich sind besondere Risikomerkmale anzugeben: Wird der Getestete in einer der genannten Einrichtungen betreut bzw. ist dort untergebracht oder tätig?
  • Ist der Veranlasser der Testung ein Gesundheitsamt oder ggf. eine Einrichtung/ein Unternehmen? –> dann dessen Postleitzahl eintragen.
  • Bitte, falls zutreffend, das Einverständnis zur Übermittlung des Testergebnisses an die Corona-Warn-App des Patienten markieren. (Nur wenn dieses Feld angekreuzt ist, darf das Labor das Testergebnis über die Corona-Warn-App direkt an den Patienten übermitteln!)
  • Bitte unbedingt eine (!) Telefonnummer des Patienten angeben (nicht mehrere). Diese wird nur bei positivem Testergebnis an das Gesundheitsamt übermittelt.

3. Antigen-Schnellteste bei Lehrern und Personal in Schulen oder Kitas (nur in Baden-Württemberg)

Teststrategie gilt ab 22. Februar 2021:

  • Das Land Baden-Württemberg trägt die Kosten für 2 anlasslose PoC-Antigen-Schnellteste pro Woche bei Personal von Schulen und Kitas.
  • Labortests sind NICHT mehr auf Kosten des Landes BW abrechenbar. Wird eine PCR-Testung gewünscht, handelt es sich um eine Selbstzahlerleistung.
  • Die Arbeitgeber stellen für die PoC-Schnellteste neue Berechtigungsscheine zur Verfügung. Die bisherigen Berechtigungsscheine werden ungültig.
  • Abrechnung
    • PoC-Antigen-Testkit wird von der Praxis gekauft: Schnelltest incl. Abstrich, Sachkosten und Auswertung: GOP 99548
    • PoC-Antigen-Testkit wird gestellt: Schnelltest incl. Abstrich, Sachkosten und Auswertung: GOP 99549
    • siehe “Behalten Sie den Überblick” der KVBW.: Dort heißt es “Sie legen im Ersatzverfahren einen Pseudo-Fall auf den Namen Corona Testung an und geben als Multiplikator zur GOP 99548 die Gesamtzahl der Schnelltests an, die Sie für Beschäftigte in Schule und Kita erbracht haben. Gilt auch für Nicht-GKV-Versicherte sowie in den Selektivvertrag eingeschriebenen Versicherte. Kostenträger Land BW, VKNR: 61900. IK:100061900
  • Quelle: Info der KVBW vom 15. Feb. 2021

Probenentnahme

Nach Empfehlungen des RKI sollen bei Verdacht auf das Vorliegen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) je nach klinischer Situation möglichst Proben parallel aus den oberen und den tiefen Atemwegen entnommen werden. Die diagnostischen Interventionen sollten unter den notwendigen Schutzmaßnahmen erfolgen (u. a. Tragen einer FFP2-Atemmaske). Weiterführende Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit SARS-CoV-2 finden Sie auf den Internetseiten des Robert-Koch-Instituts.

Bei Patienten mit Verdacht auf akute Infektion und ohne Hinweis auf Pneumonie erachten wir die Durchführung eines tiefen Nasen-Rachenabstrichs (NRA) UND eines Rachenabstrichs (RA) als ausreichend. Auf die Untersuchung von Sputum kann verzichtet werden.

Praktische Hinweise zur Entnahme und Einsendung dieser Abstrichproben finden Sie in folgendem Info:

Weitere SARS-CoV-2 Untersuchungen im Labor Enders:

Meldepflicht

Bei begründetem Verdacht besteht eine gesetzliche Meldepflicht nach IfSG §6 an das zuständige Gesundheitsamt. Meldepflichtig sind Ärzte und Angehörige eines anderen Heil- oder Pflegeberufs und Leiter von Einrichtungen. Zudem besteht eine namentliche Meldepflicht für Labore nach IfSG §7 für den direkten oder indirekten Nachweis von SARS-CoV-2, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.

Zusätzlich müssen Labore seit dem 23. Mai durch das zweite Bevölkerungsschutzgesetz (IfSG §7 Absatz 4) ALLE Untersuchungsergebnisse auf SARS-CoV-2 (positive und negative, direkter und indirekter Nachweis) nichtnamentlich an das RKI melden. Diese Meldepflicht ist allerdings derzeit ausgesetzt, da die technischen Voraussetzungen noch nicht gegeben sind.

Wie hoch ist das Risiko für Schwangere?

Zurzeit gibt es keinen Anhalt für ein generell erhöhtes SARS-CoV-2-Infektionsrisiko in der Schwangerschaft.

Das absolute Risiko schwerer Krankheitsverläufe ist bei Frauen insgesamt niedrig. Es gibt jedoch Hinweise, dass die Erkrankung bei Schwangeren schwerer verlaufen kann als bei Nichtschwangeren. Basierend auf Auswertungen US-amerikanischer Daten mussten Schwangere häufiger als Nichtschwangere intensivmedizinisch behandelt (10,5/1000 versus 3,9/1000) und/oder invasiv beatmet (2,9/1000 versus 1,1/1000) werden. Bei 0,7/1000 Schwangeren bzw. 0,3/1000 Nichtschwangeren wurde eine extrakorporale Membranoxigenierung durchgeführt. Die Mortalität bei symptomatischer SARS-CoV-2-Infektion lag für Schwangere bei 1,5/1000, für Nichtschwangeren (gleichen Alters) bei 1,2/1000.

Risikofaktoren für schwere Verläufe in der Schwangerschaft sind maternales Alter >35 Jahre, hoher Body Mass Index, chronische Hypertension, vorbestehende Diabetes.

Neugeborene von Müttern mit SARS-CoV-2-Infektion sind in den meisten Fällen asymptomatisch oder zeigen einen milden Verlauf. Nach bisherigem Stand wird das Virus nur selten und dann am Ende des 3. Trimenons auf das Kind übertragen. Eine abschließende Bewertung einer möglichen Transmission im 1. und 2. Trimenon ist aufgrund fehlender Daten bisher nicht möglich.

Verantwortlich für den Inhalt:
Priv.-Doz. Dr. med. Martin Enders
Stand 02/2021