Testung auf SARS-CoV-2 (Erregernachweis)

Für Patientinnen und Patienten: Wo kann ich mich testen lassen?

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Für Ärztinnen und Ärzte: Informationen zur Labordiagnostik:

Die aktuelle Nationale Teststrategie SARS-CoV-2 “Wer wird in Deutschland getestet?” finden Sie hier.
Die Kosten für den Nachweis von SARS-CoV-2 (Erregernachweis) werden aktuell in folgenden 2 Fällen übernommen.

  1. Die Testung symptomatischer Personen erfolgt als Kassenleistung EBM (Formular Muster 10C) nach den vom RKI definierten Testkriterien.
    –> siehe unten Abschnitt 1
  2. Die Testung asymptomatischer Personen z.B. nach Kontakt, Warnung durch Corona-Warn-App, medizin. Personal etc. erfolgt nach Corona-Testverordnung TestV, Nationale Teststrategie (Formular Muster OEGD).
    Ab 8. März können Vertragsarztpraxen in Baden-Württemberg jedem Bürger mindestens einen kostenlosen und anlasslosen Schnelltest pro Woche anbieten. (Info der KVBW)
    –> siehe unten Abschnitt 2

Für das Labor ist es wichtig, dass Sie die Coronatestung in eine der 2 Fälle zuordnen und mit dem richtigen Schein (Muster 10C oder OEGD) und den notwendigen Angaben anfordern. Ansonsten handelt es sich beim SARS-CoV-2-Nachweis um eine Privat- bzw. IGeL-Leistung.

Übersichten zur Kostenübernahme bei PCR und Antigen-Schnelltesten

KVBW (Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg) z. B. :

KBV (Kassenärztliche Bundesvereinigung) z. B.

Kürzliche Änderungen:

Neues OEGD Formular: Version 03/2021

Bitte die neue Version 03/2021 beim Kohlhammer-Verlag bestellen! (Version 12/2020 ist auch weiterhin gültig); Version 03/2021 enthält zusätzlich zwei Ankreuzfelder: 1. für die Bestätigungs-PCR nach positivem Antigenschnelltest und 2. für die Varianten-PCR (letzteres ist laut Sozialministerium in Baden-Württemberg immer anzukreuzen!)

Personal an Schulen und Kitas in Baden-Württemberg

Ab April 2021 endet in Baden-Württemberg das spezielle Testangebot für Lehrer und Personal an Schulen und Kitas (“Regionale Sondervereinbarung”). Die Teste sind nicht mehr über das Land abrechenbar.

Kostenlose Antigen-Schnellteste für alle Bürger

Ab 8. März hat jeder Bürger Anspruch auf mindestens einen anlasslosen Schnelltest pro Woche. –> siehe Info der KVBW und unten –> Abschnitt 2

Bestätigungs-PCR über TestV abrechnen

NEU: Die PCR zur Bestätigung eines positiven Ergebnises im Schnelltest wird in Zukunft über OEGD-Schein beauftragt (Abrechnung nach TestV, nicht wie bisher kurativ)

Variantenspezifische PCR-Testung beauftragen

Bitte beauftragen Sie ab sofort immer zusammen mit der PCR-Labordiagnostik gleichzeitig die variantenspezifische PCR-Testung für den Fall, dass der PCR-Test positiv ausfällt. z.B. “ggf. variantenspezifische Zusatztestung” auf Anforderungsschein vermerken. –> siehe Info der KVBW

Scheine/Formulare

Anforderung von SARS-CoV-2-Testungen im Labor sollen über die Formulare Muster 10C und OEGD erfolgen.
Bitte verwenden Sie möglichst immer die aktuelle Version der Formulare. Diese können Sie beim Kohlhammer Verlag bestellen.

Muster 10C (aktuelle Version 01/2021): Bestellformular / Ansichtsexemplar
Muster OEGD (aktuelle Version 03/2021; weiterhin gültig ist 12/2020): Bestellformular / Ansichtsexemplar / Ausfüllhilfe der KVBW

1. Testung von symptomatischen Patienten (kurativer Test)

  • Abrechnung als EBM (Kassenleistung)
  • Anforderung über Muster 10
  • Die aktuellen RKI-Testkriterien für symptomatische Patienten sind (siehe Flussschema des RKI):
Quelle: Flussschema: Testkriterien und Maßnahmen, RKI Stand 16.April 2021

Abrechnung:

  • Abstrichentnahme GOP 02402 (und ggf. Zuschlag 02403, wenn keine Versicherten-, Grund-, Konsiliar- oder Notfallpauschale abgerechnet wird).
  • Patienten, die wegen des klinischen Verdachts oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem SARS-CoV-2 behandelt werden, sind an allen Tagen mit der Pseudo-GOP 88240 zu kennzeichnen.
  • Das Laborbudget bleibt unbelastet.
  • Laborärzte rechnen den PCR-Test mit der Laborkennziffer GOP 32816 (+12220, 40100) ab.

▶ Hinweise zum Ausfüllen von Muster 10C:

✗ Bitte ankreuzen: Diagnostische Abklärung”

!! Das auf älteren Versionen von Muster 10C noch vorhandene Ankreuzfeld “Testung nach Meldung ‘erhöhtes Risiko’ durch Corona-Warn-App (GOP 32811)” ist ab 31.12.2020 ungültig. Diese Testung kann jetzt nicht mehr als Kassenleistung sondern nur noch über das Formular OEGD abgerechnet werden.

✗ Bitte, falls zutreffend, das Einverständnis zur Übermittlung des Testergebnisses an die Corona-Warn-App des Patienten markieren. (Nur wenn dieses Feld angekreuzt ist, darf das Labor das Testergebnis über die Corona-Warn-App direkt an den Patienten übermitteln!)

✗ Bitte eine (!) Telefonnummer des Patienten angeben (nicht mehrere).
Diese wird nur bei positivem Testergebnis an das Gesundheitsamt übermittelt.

2. Testung von asymptomatischen Personen (TestV)

  • Teste bei asymptomatischen Personen werden über Corona-Testverordnung TestV (Stand 8. März 2021) abgerechnet –>Siehe hierzu die Übersichten der KVBW:

A) Antigen-Schnellteste für alle Bürger

  • Vertragsarztpraxen in Baden-Württemberg können die anlasslosen und für Bürger kostenlosen Schnellteste anbieten (–> Info der KVBW) .
  • Die Praxis bestellt die zugelassenen PoC-Antigen-Tests selbst. Als Sachkosten sind GOP 88312 und Euro-Betrag Beschaffungskosten für das Testkit (maximal 9 Euro, ab April dann maximal 6 Euro) abrechenbar.
  • Für Beratungsgespräch, Abstrichentnahme und Erstellung der Bescheinigung über ein positives oder negative Schnelltestergebnis kann GOP 99531 abgerechnet werden.
  • WICHTIG: Die bei einem positiven Ergebnis im Schnelltest vorgesehene zusätzliche PCR-Testung muss über Muster OEGD beauftragt werden (also Abrechnung nach TestV, nicht wie bisher kurativ!)

B) PCR-Testung

  • PCR-Testungen in den unten aufgeführten Szenarien und zur Bestätigung eines positiven Antigen-Schnelltestes müssen über Muster OEGD (Ausfüllhilfe) angefordert werden. (bitte die neue Version 03/2021 beim Kohlhammer-Verlag bestellen! (Version 12/2020 ist auch weiterhin gültig);
  • Version 03/2021 enthält zusätzlich zwei Ankreuzfelder: 1. für die Bestätigungs-PCR nach positivem Antigenschnelltest und 2. für die Varianten-PCR (letzteres in Baden-Württemberg immer ankreuzen!)
Testszenarien asymptomatische Personen (TestV)Auf Muster OEGD ankreuzen:verpflichtend ist zusätzlich der Grund der Testung anzukreuzen
Kontaktperson; der behandelnde Arzt einer mit SARS-CoV-2 infizierten Person oder der ÖGD stellen fest, wer Kontaktperson einer infizierten Person ist (Kriterien für Kontakt siehe TestV)☒ TestV Test nach § 2 TestV
Kontaktperson / CWA
Meldung “erhöhtes Risiko” durch Corona-Warn-App (=CWA)
(seit Januar 2021 nur noch nach TestV, nicht mehr als EBM abrechenbar)
☒ TestVTest nach § 2 TestV
Kontaktperson / CWA
Bei Ausbruchsgeschehen in bestimmten Einrichtungen (Betreute, Beschäftigte etc. ) auf Verlangen der Einrichtung oder des ÖGD☒ TestVTest nach § 3 TestV Ausbruchsgeschehen
Zur Verhütung der Verbreitung in bestimmten Einrichtungen im Rahmen eines Testkonzeptes von diesen oder direkt vom ÖGD veranlasst. Hierzu gehört unter anderem z. B.
– Vor Aufnahme in eine Alten-/ Pflege-/ Behinderten-/ Reha-Einrichtung
– Vor einer ambulanten OP
☒ TestVTest nach § 4 Abs. 1 Nr. 1 u. 2 TestV
Verhütung der Verbreitung
ab OEGD Version 3.2021: Bestätigung-PCR (nach einem positiven Antigen-Schnelltest)☒ TestVBestätigung-PCR nach § 4b Satz 1 TestV
ab OEGD Version 3.2021:
Varianten-PCR (nach positivem PCR-Test)
In BW immer ankreuzen!
☒ TestVVarianten-PCR nach § 4b Satz 2 TestV
Vom Ausland aus RKI-Risikogebieten Einreisende, innerhalb von 10 Tagen (keine Anordnung des ÖGD erforderlich) –> Ist seit 15.Dezember 2020 eine Selbstzahler-Leistung☒ TestV§4 Abs. 3 TestV
Risikogebiet Ausland

Abrechnung der PCR-Testung:

  • Veranlasser ist der behandelnde Arzt oder der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD)
  • Für das vom Arzt persönlich (auch telefonisch) durchgeführte Beratungsgespräch im Zusammenhang mit der Feststellung einer Kontaktperson OHNE anschließende Testung (kein Abstrich) kann GOP 99529 abgerechnet werden.
  • Für die Abstrichentnahme kann GOP 99531 abgerechnet werden.
  • Abrechnung bei GKV-Patienten immer über die eGK des Patienten, ebenso bei Sonstigen Kostenträgern (SKT) mit Versichertenkarte (z. B. Polizeibeamte) über diesen Kostenträger
  • Abrechnung bei Privatversicherten, SKT ohne Versichertenkarte (z. B. Asylbewerber) oder Personen ohne Krankenversicherung in Deutschland als Ersatzverfahren über folgenden Kostenträger (ggf. im PVS anlegen): Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS); VKNR: 48850 IK: 100048850 KT-Gruppe: 30 KT-Abrechnungsbereich: 00
  • Laborärzte müssen für diese Untersuchungen monatlich eine gesonderte Abrechnung erstellen.

▶ Hinweise zum Ausfüllen von Muster OEGD (siehe auch Ausfüllhilfe der KVBW):

  • Bitte oben rechts “TestV” ankreuzen . Es darf nicht gleichzeitig “Selbstzahler” oder “regionale Sondervereinbarung” angekreuzt sein
  • Zusätzlich ist der Grund der Testung verpflichtend anzugeben (bitte nur ein Feld mit zutreffendem Paragraph der TestV ankreuzen); nach Maßgabe des Sozialministeriums ist in Baden-Württemberg das Feld zur Varianten-PCR bei jedem Auftrag anzukreuzen (Feld in neuer Version 03/2021 verfügbar)!
  • Zusätzlich sind besondere Risikomerkmale anzugeben: Wird der Getestete in einer der genannten Einrichtungen betreut bzw. ist dort untergebracht oder tätig?
  • Ist der Veranlasser der Testung ein Gesundheitsamt oder ggf. eine Einrichtung/ein Unternehmen? –> dann dessen Postleitzahl eintragen.
  • Bitte, falls zutreffend, das Einverständnis zur Übermittlung des Testergebnisses an die Corona-Warn-App des Patienten markieren. (Nur wenn dieses Feld angekreuzt ist, darf das Labor das Testergebnis über die Corona-Warn-App direkt an den Patienten übermitteln!)
  • Bitte unbedingt eine (!) Telefonnummer des Patienten angeben (nicht mehrere). Diese wird nur bei positivem Testergebnis an das Gesundheitsamt übermittelt.

Probenentnahme

Nach Empfehlungen des RKI sollen bei Verdacht auf das Vorliegen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) je nach klinischer Situation möglichst Proben parallel aus den oberen und den tiefen Atemwegen entnommen werden. Die diagnostischen Interventionen sollten unter den notwendigen Schutzmaßnahmen erfolgen (u. a. Tragen einer FFP2-Atemmaske). Weiterführende Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit SARS-CoV-2 finden Sie auf den Internetseiten des Robert-Koch-Instituts.

Bei Patienten mit Verdacht auf akute Infektion und ohne Hinweis auf Pneumonie erachten wir die Durchführung eines tiefen Nasen-Rachenabstrichs (NRA) UND eines Rachenabstrichs (RA) als ausreichend. Auf die Untersuchung von Sputum kann verzichtet werden.

Weitere SARS-CoV-2 Untersuchungen im Labor Enders:

Meldepflicht

Bei begründetem Verdacht besteht eine gesetzliche Meldepflicht nach IfSG §6 an das zuständige Gesundheitsamt. Meldepflichtig sind Ärzte und Angehörige eines anderen Heil- oder Pflegeberufs und Leiter von Einrichtungen. Zudem besteht eine namentliche Meldepflicht für Labore nach IfSG §7 für den direkten oder indirekten Nachweis von SARS-CoV-2, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.

Zusätzlich müssen Labore seit dem 23. Mai durch das zweite Bevölkerungsschutzgesetz (IfSG §7 Absatz 4) ALLE Untersuchungsergebnisse auf SARS-CoV-2 (positive und negative, direkter und indirekter Nachweis) nichtnamentlich an das RKI melden. Diese Meldepflicht ist allerdings derzeit ausgesetzt, da die technischen Voraussetzungen noch nicht gegeben sind.

Wie hoch ist das Risiko für Schwangere?

Zurzeit gibt es keinen Anhalt für ein generell erhöhtes SARS-CoV-2-Infektionsrisiko in der Schwangerschaft.

Das absolute Risiko schwerer Krankheitsverläufe ist bei Frauen insgesamt niedrig. Es gibt jedoch Hinweise, dass die Erkrankung bei Schwangeren schwerer verlaufen kann als bei Nichtschwangeren. Basierend auf Auswertungen US-amerikanischer Daten mussten Schwangere häufiger als Nichtschwangere intensivmedizinisch behandelt (10,5/1000 versus 3,9/1000) und/oder invasiv beatmet (2,9/1000 versus 1,1/1000) werden. Bei 0,7/1000 Schwangeren bzw. 0,3/1000 Nichtschwangeren wurde eine extrakorporale Membranoxigenierung durchgeführt. Die Mortalität bei symptomatischer SARS-CoV-2-Infektion lag für Schwangere bei 1,5/1000, für Nichtschwangeren (gleichen Alters) bei 1,2/1000.

Risikofaktoren für schwere Verläufe in der Schwangerschaft sind maternales Alter >35 Jahre, hoher Body Mass Index, chronische Hypertension, vorbestehende Diabetes.

Neugeborene von Müttern mit SARS-CoV-2-Infektion sind in den meisten Fällen asymptomatisch oder zeigen einen milden Verlauf. Nach bisherigem Stand wird das Virus nur selten und dann am Ende des 3. Trimenons auf das Kind übertragen. Eine abschließende Bewertung einer möglichen Transmission im 1. und 2. Trimenon ist aufgrund fehlender Daten bisher nicht möglich.

Verantwortlich für den Inhalt:
Priv.-Doz. Dr. med. Martin Enders
Stand 04/2021