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Titel der Seite: Zeckenentfernung


Zeckenentfernung - Grundsätzliches



(c) Dr. med. F. Tewald

Bei der Zeckenentfernung sind einige Regeln zu beachten, die das Übertragungsrisiko von Erkrankungen beeinflussen:

  1. Die Zecke sollte so rasch als möglich entfernt werden, denn mit zunehmender Dauer steigt das Infektionsrisiko (zumindest gilt dies für die Borreliose)
  2. Der Hinterleib sollte nicht gequetscht werden, denn es wird angenommen, dass dadurch Erreger in die Wunde gelangen und das Infektionsrisiko steigt. (Es gibt allerdings keine Daten, die dies wirklich zeigen konnten.)
  3. Es sollte weder Klebstoff, Öl noch ein Feuerzeug angewendet werden, da die Zecke in ihrem Todeskampf ebenfalls zusätzlich Erreger abgeben könnte.
  4. Bleibt der "Kopf", also der Stechapparat, in der Haut, so stellt dies kein weiteres Infektionsrisiko dar. In der Regel wird dieser im Rahmen der Wundheilung abgestoßen. (Das ist zumindest momentan die Meinung zu diesem Thema.) Der Zeckenrest muss also nicht chirurgisch entfernt werden.
  5. Verwenden Sie ein Wunddesinfektionsmittel, um eine Wundinfektion zu vermeiden.

Zeckenzangen

Normale Zeckenzangen (i.d.R. aus Kunstoff) sind nur bedingt geeignet, da sie bei Nymphen (und das ist die Mehrzahl) viel zu grob sind. Man quetscht die Zecke an irgend einer Stelle und hat dann genau den nicht erwünschten Injektionseffekt.

Splitterpinzette

Eine gute Splitterpinzette (stabil, mit spitzen Branchen) ist besser geeignet als die normalen Zeckenzangen. Wichtig ist, dass die Zecke wirklich am "Kopf" (Gnathosoma) gefasst wird und mit einem gleichmäßigen Zug entfernt wird. Ruckartiges Ziehen kann dazu führen, dass die Zecke abgerissen wird.

Weitere Möglichkeiten

  1. Es kann versucht werden, mit einem Bindfaden eine Schlinge um die Zecke zu legen. Die Schlaufe sollte sich direkt über der Haut befinden. Sitzt der Knoten, kann die Zecke mit dem Faden herausgezogen werden.
  2. Achtung nur für Fachleute: Mit einer Spritzenkanüle oder einem Skalpell (Nr. 11, stumpfe Seite in Richtung der Haut!) in den Rückenschild einstechen und die Zecke heraushebeln.
  3. Weitere kommerzielle Geräte wie z.B. Zeckenschlinge, Zeckenkarte, Zeckenlöffel sind erhältlich und unterschiedich gut geeignet.
  4. Von manchen Autoren wird empfohlen, die Zecke zusätzlich zu vereisen. Inwiefern dies zusätzlich das Infektionsrisiko senkt, ist unklar. 

Im Notfall, wenn nichts anderes zur Verfügung steht, kann man auch die spitzen Fingernägel verwenden, um eine Verzögerung der Zeckenentfernung über mehrere Stunden zu vermeiden.

Aufbewahrung der Zecke

Die entfernte Zecke kann in ein kleines Behältins eingebracht werden, um sie für eine spätere Untersuchung (falls gewünscht) zu asservieren. Um die Zecke feucht zu halten ggf. einen Tropfen NaCl oder Wasser hinzufügen. 

 

 

Der Autor der Seite übernimmt keine Haftung für die Anwendung der hier genannten Methoden. 

 

Verantwortlich für den Inhalt

Dr. med. Friedemann Tewald (0711-6357-119)


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