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Deutsche Akkreditierungsstelle D-ML-17120-01-00 D-PL-17120-01
 
FDA-Registrierung
3002965587
 
Letzte Aktualisierung:
14.01.2019

Nachweis von Antikörpern gegen Influenza mittels Neutralisationstest

Hintergrund

Die Hauptantigene des Grippevirus sind die Oberflächenproteine Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N). Die Struktur dieser Oberflächenantigene ändert sich ständig, deshalb ist die durch Impfung oder Infektion erworbene Immunität stammspezifisch. Vor jeder Grippesaison werden die Impfvirusstämme von der WHO festgelegt.

 

Stammzusammensetzung der Influenzaimpfstoffe für die aktuelle Saison 2018/2019

Welche Impfstoffzusammensetzung haben wir in der kommenden Saison 2018-2019?

 

  • A(H1N1)pdm09-Komponente:
  • ein A/Michigan/45/2015 (H1N1)pdm09-ähnliches Virus

  • Influenza A(H3N2)-Komponente :

    ein A/Singapore/INFIMH-16-0019/2016-ähnlich (H3N2)-ähnliches Virus

  • Influenza B-Komponente :
  • ein B/Colorado/06/2017 (B/Victoria-Linie)-ähnliches Virus

    ein B/Phuket/3073/2013 (B/Yamagata-Linie)-ähnliches Virus

     

    Immunantwort gegen Influenza

    Das Hämagglutinin ist für die Rezeptorbindung und das Eindringen des Virus in die Wirtszelle verantwortlich. Der stammspezifische Schutz gegen Influenza korreliert mit der Höhe des anti-Hämagglutinin-Antikörpertiters. Ein Enzym-Immuno-Assay (EIA) ist für die Prüfung der vorhandenen Immunität nicht geeignet. Stammspezifische protektive Antikörper können sowohl mittels Hämagglutinationshemmtest (HHT) als auch mittels Neutralisationstest (NT) nachgewiesen werden. Im Labor Enders wird der Neutralisationstest eingesetzt.

    Testprinzip

    Vom Patientenserum wird eine Verdünnungsreihe hergestellt und diese mit Virussuspension, die eine definierte Menge an Influenzaviren enthält, gemischt. Das Virus-Serumgemisch wird nach Inkubation auf die Zellkultur gegeben. In dieser Zeit binden im Patientenserum eventuell vorhandene neutralisierende Antikörper an das Virus. Nicht gebundene Viren führen zu einer Infektion der Zellen. Die Zellkultur wird für 18–24h inkubiert. Im Rahmen einer eventuell stattfindenden Virusvermehrung werden Virusproteine in den infizierten Zellen synthetisiert. Diese können mittels monoklonaler Antikörper [in unserem Testsystem: anti-Nucleoprotein (Influenza A und Influenza B) und anti-Hämagglutinin (Influenza B)] gefärbt werden. Eine „gefärbte“ Zelle „entspricht“ einem infektiösen Viruspartikel. Die eventuell im Patientenserum enthaltenen neutralisierenden Antikörper verhindern eine Infektion. Es wird diejenige Serumverdünnung ermittelt, die zu einer 75%-igen Hemmung der Infektion im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle führt (HD75).

    Interpretation der Ergebnisse

    Die quantitative Bestimmung von Antikörpern gegen Influenza mittels Neutralisationstest (NT) dient vor allem der Beurteilung des Immunstatus vor und nach Impfung. Für die Impferfolgskontrolle sollte der Antikörpertiter in einem Erstserum (Abnahme am Tag der Impfung) und in einem Zweitserum (Abnahme 4 Wochen später) bestimmt werden. Man geht davon aus, dass ab einem HHT-Titer von >/=1:40 sowohl Infektions- als auch Erkrankungsrisiko um mindestens 50% reduziert sind [de Jong 2003]. Ein HHT-Titer von 1:40 entspricht etwa einem NT-Titer von 1:40 bei Kindern bzw. 1:80–1:160 bei Erwachsenen [Hancock 2009, Eichelberger 2009]. Bei Personen mit NT-Titern von <1:40 (Kinder) bzw. <1:160 (Erwachsene) liegt sehr wahrscheinlich keine ausreichende Immunität vor. Bei NT-Titern von >/=1:320 gehen wir davon aus, dass eine exponierte Person vor einer schweren Erkrankung geschützt ist. Allerdings können auch hohe Titer nicht zu 100% einen Schutz garantieren.

    Der Test kann nur begrenzt zur Diagnose einer abgelaufenen stammspezifischen Infektion eingesetzt werden. Da, in Abhängigkeit von früher durchgemachten Infektionen und Impfungen, auch kreuzreagierende Antikörper vorliegen können [Hancock 2009]. Werden in einer Einzelprobe neutralisierende Antikörper nachgewiesen, so lässt dies weder einen sicheren Rückschluss auf eine kürzlich durchgemachte Influenza noch auf einen sicheren Schutz zu. Beweisend für eine kürzliche Infektion ist nur der Nachweis eines signifikanten Titeranstieges im Krankheitsverlauf (1. Blutprobe in den ersten 3 Tagen nach Erkrankungsbeginn, 2. Blutprobe 3–4 Wochen nach Erkran-kungsbeginn). In der Akutphase einer Influenza steht der Erregernachweis im Vordergrund.

    Anforderung: Nachweis von neutralisierenden Antikörpern gegen Influenza;

    Untersuchungsmaterial: Serum 2,0 ml;

    Bearbeitungszeit: 4–9 Tage;

    Referenzbereich: <1:10 Titer

     Zur Beurteilung der Testergebnisse sollten folgende Informationen vorliegen: Erkrankung ja/nein (Erkrankungsbeginn); Impfung ja/nein (Impfstoff und Impfdatum).

     

    Kosten: Nachweis von neutralisierenden Antikörpern gegen saisonale Influenza (H1N1, H3N2, B)

     
    GOP 
    Kosten 
    Es werden immer alle 4 Influenzastämme (H1N1, H3N2, 2 B-Linien) untersucht 
    EBM 
    4x32642 
    56,80€ 
    GoÄ 1,15x 
    4x4363 
    142,70 € 
    IgeL (1,0x) 
    4x4363 
    118,82 € 

    Quellen:

    WHO: Recommended composition of influenza virus vaccines for use in the

    2013-2014 northern hemisphere influenza season.

    Coudeville, L., Bailleux, F., Riche, B., Megas, F., Andre, P., Ecochard, R., 2010. Relationship between haemagglutination-inhibiting antibody titres and clinical protection against influenza: development and application of a Bayesian random-effects model. BMC Med. Res. Methodol. 10:18.

    de Jong JCPA, Beyer WEP, Rimmelzwaan GF, Boon ACM, Osterhaus ADME. Haemagglutination-inhibiting antibody to influenza virus. In: Brown FHL, Schild GC, editors. Laboratory Correlates of Immunity to Influenza Reassessment. Vol 115. Basel: Karger; 2003. pp. 63–73.

    Eichelberger M, et al. FDA/NIH/WHO public workshop on immune correlates of protection against influenza A viruses in support of pandemic vaccine development, Bethesda, Maryland, US, December 10–11, 2007. Vaccine. 2008;26(34):4299–4303

    Hancock K, Veguilla V, Lu X, Zhong W, Butler EN, Sun H, Liu F, Dong L, Devos JR, Gargiullo PM, Brammer TL, Cox NJ, Tumpey TM, Katz JM. Cross-Reactive Antibody Responses to the 2009 Pandemic H1N1 Influenza Virus. N Engl J Med. 2009; 361(20):1945-52.

    Weitere Informationen:

    Prof. Dr. med. Gisela Enders (0711/6357-120),
    PD Dr. med. Martin Enders (0711/6357-117)

     

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    Seiteninhalt

    Nachweis von Antikörpern gegen Influenza mittels Neutralisationstest
    Hintergrund
    Stammzusammensetzung der Influenzaimpfstoffe für die aktuelle Saison 2018/2019
    Immunantwort gegen Influenza
    Testprinzip
    Interpretation der Ergebnisse
    Kosten: Nachweis von neutralisierenden Antikörpern gegen saisonale Influenza (H1N1, H3N2, B)
    Quellen:
    Weitere Informationen: