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Letzte Aktualisierung:
25.09.2019

Diagnose der Präeklampsie mit dem sFlt-1/PlGF-Quotienten



sFlt-1/PlGF-Quotienten von 280 gesunden Schwangeren (grün) und 71 Schwangerschaften mit Präeklampsie (rot), modifiziert nach Verlohren S et al, Am J Obstet Gynecol 2010;202:161-171

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Die Präeklampsie stellt eine schwere Komplikation der Spätschwangerschaft dar, die mit einer hohen maternalen und kindlichen Morbidität und Mortalität einhergeht.

Trotz intensiver Forschung ist der genaue Pathomechanismus der Präeklampsie bis heute nicht geklärt. Störungen in der Angiogenese der Plazenta scheinen eine wichtige Rolle in der Entstehung der Präeklampsie zu spielen.

Diagnose der Präeklampsie

Die Diagnose der Präeklampsie beruht bislang im Wesentlichen auf den klinischen Zeichen einer Hypertonie und Proteinurie, beide mit relativ geringer diagnostischer Sicherheit.

Mittlerweile steht mit dem sFlt-1/PlGF-Quotienten ein relativ zuverlässiger  Marker für den Ausschluss oder die weitgehende Bestätigung einer Verdachtsdiagnose aus dem mütterlichen Serum zur Verfügung.

So zeigt ein sFlt-1/PlGF-Quotient >85 (SSW 20 – 34) bzw. >110 (ab SSW 35) mit hoher Wahrschein­lichkeit die Entwicklung einer Präeklampsie in den kommenden Wochen an [1, 2, 3]. Ein sehr hoher Quotient (>655 vor SSW 34+0 bzw. >200 ab SSW >34+0) ist dabei häufig mit der Notwendigkeit einer Entbindung innerhalb von 48 Stunden assoziiert [2].

In der PROGNOSIS-Studie [4] konnte weiterhin gezeigt werden, dass ein sFlt-1/PlGF-Quotient von <38 das Auftreten einer Präeklampsie innerhalb der nächsten Woche mit hoher Sicherheit ausschließt (negativ-prädiktiver Wert 99,3 %).

SFlt-1/PlGF-Quotient ab 01.10.2019 Kassenleistung

Der sFlt-1/PlGF-Quotient ist ab 1.10.19 unter bestimmten Voraussetzungen eine Kassenleistung.

Die Patientin muss sich mindestens in SSW 24+0 befinden (bitte unbedingt die SSW angeben).

Zusätzlich muss mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllt sein:

-          Neu auftretender oder bestehender Hypertonus.

-          Präeklampsie-assoziierter organischer oder labordiagnostischer Untersuchungsbefund, welcher

keiner anderen Ursache zugeordnet werden kann.

-          Fetale Wachstumsstörung.

-          Auffälliger dopplersonographischer Befund der Aa. uterinae.

Die Bestimmung wird in unserem Labor täglich von Montag bis Samstag durchgeführt. Testdauer 2 Std.

Abrechnung (Laborkosten): EBM-Ziffer 32363 (sFlt-1/PlGF-Quotient):  62,25  €, GOÄ 2 x 27,98  €.

Untersuchungsmaterial: 1 ml Serum, Transport bei Raumtemperatur für max. 3 Tage möglich.

Normbereich des sFlt1/PlGF-Quotienten:

bis SSW 34: < 38, Graubereich 38 - 85,
ab SSW 34: < 38, Graubereich 38 - 110.

Literatur: 

[1]          Stepan H et al, Ultrasound Obstet Gynecol 2015;45:241-246

[2]          Schlembach D et al, Frauenarzt 10/2015, S. 858-865

[3]          Verlohren S et al, Hypertension 2014;63:346-352

[4]          Zeisler H et al, N Engl J Med 2016;374:13-22

Anforderungsschein

 

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