Untersuchung von Zecken auf Krankheitserreger

Verschiedene vollgesogene Zeckenweibchen
(c) Dr. med. F. Tewald

Zecken stellen eine bedeutende Infektionsquelle für den Menschen dar. Der Stich einer Zecke kann eine Vielzahl von Krankheiten übertragen.
In Mitteleuropa sind dies vor allem die Borreliose und in einigen Gebieten auch die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). 
Darüberhinaus können Erreger des Fleckfiebers (Rickettsien), des Q-Fiebers (Coxiella burnetii), der Ehrlichiose (Anaplasma phagocytophilum), Babesien und Bartonellen übertragen werden. Von größter Bedeutung sind jedoch die beiden erstgenannten Erkrankungen.

Borreliose

Die Borreliose wird durch eine Infektion mit Bakterien (Borrelia burgdorferi) hervorgerufen. Die Infektion kann eine Vielzahl von Organen befallen und auch chronische Verläufe verursachen. Die Borreliose kann in Mitteleuropa überall auftreten und hält sich nicht an bestimmte Risikogebiete. Das typische Symptom einer akuten Borreliose ist die Wanderröte (Erythema migrans), welche nach etlichen Tagen an der Stichstelle auftritt. Desweiteren können im Frühstadium auch Hirnhaut- und Nervenentzündungen auftreten. Wird die Borreliose als solche erkannt, so ist sie in der Frühphase antibiotisch gut zu behandeln. Die Untersuchung der Zecken kann bei positivem Ergebnis das weitere Vorgehen beeinflussen. Unter bestimmten Umständen können eine vorbeugende Antibiotikatherapie oder auch weitere Blutkontrollen sinnvoll sein.

Wanderröte (c) Dr. F. Tewald

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Die FSME (durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung) ist eine Viruserkrankung. Im Gegensatz zu den Borrelien ist die Infektionsrate der Zecken deutlich geringer, jedoch kann eine Übertragung sehr früh nach einem Stich erfolgen.
Die Erkrankung tritt im Gegensatz zur Borreliose regional auf.FSME-Risikogebiete werden jährlich vom RKI (Robert-Koch-Institut) bekannt gegeben.
Häufig verläuft die Infektion völlig unbemerkt. Wenn nicht tritt zunächst eine Grippe-ähnliche Erkrankung auf. Bei einem kleinen Teil kann es zusätzlich zu einer Hirnhaut-,  einer Gehirn- oder auch einer Rückenmarksentzündung kommen. Dabei können bleibende Schäden entstehen und selten sind sogar Todesfälle beschrieben. Chronische Verläufe sind nicht bekannt.
Die einzige wirksame Maßnahme zur Infektionsverhütung ist die aktive Immunisierung durch eine (dreimalige) Impfung. Im Gegensatz zur Borreliose ist die Zeckenuntersuchung auf FSME von geringerer Bedeutung, da sich aus einer positiv getesteten Zecke keine therapeutische Konsequenz ergibt

Zeckenentfernung und Untersuchung (praktisches Vorgehen)

Die wichtigste Maßnahme nach einem Zeckenstich ist die rasche, fachgerechte Entfernung der Zecke. In der Regel muss die Zecke nicht vom Arzt entfernt werden, bei speziellen Lokalisationen wie z.B. am Augenlid ist es jedoch empfehlenswert, einen Fachmann aufzusuchen.
Für die Entfernung der Zecke gibt es verschiedene Methoden. Wichtig ist, dass die Zecke möglichst am Stechapparat (“am Kopf”) gegriffen wird und mit einem gleichmäßigen Zug herausgezogen wird.  Das Quetschen des Hinterleibes sollte unbedingt vermieden werden. Eine Drehbewegung mit oder gegen den Uhrzeigersinn ist nicht notwendig. Verbleiben Teile des Stechapparates in der Haut, so stellt dies in der Regel keine Indikation zur chirurgischen Entfernung dar. Das Infektionsrisiko bezüglich Borrelien soll dadurch nicht zunehmen.  

Möglichkeiten zur Entfernung

– Zeckenzangen können verwendet werden, jedoch ist es vor allem bei Kunststoffzangen oft nicht möglich, kleine Zecken (Nymphen) direkt über der Haut am Stechapparat zu greifen.
– Bewährt haben sich spitze Splitterpinzetten. Hier ist ein präzises Greifen direkt über der Haut möglich.
– Mit einem Bindfaden kann eine Schleife um den Stechapparat direkt über der Haut gebildet werden. Die Zecke kann dann herausgezogen werden.
– Daneben gibt es noch weitere kommerziell erhältliche Entfernungshilfen.
– Im Notfall, wenn nichts anderes zur Verfügung steht, kann man auch die spitzen Fingernägel verwenden, um eine Verzögerung über mehrere Stunden zu vermeiden.

Verpackung und Transport

Die entfernte Zecke kann mit einem Tesastreifen auf den Anforderungsschein geklebt werden. Optimal ist der Transportmittels abgeschnittener Ecke eines Gefrierbeutels. Ecke abschneiden, Zecke hineingeben, Ecke mit Tesa zukleben und auf dem Anforderungsschein fixieren.
Derr Anforderungsschnein kann dann als Brief ins Labor Enders geschickt werden.

Ergebnis und Abrechnung

Die Untersuchung auf Borrelien führen wir täglich (Montag – Freitag) durch. In der Regel ist das Ergebnis innerhalb 24-48 h verfügbar. Die Untersuchung auf FSME benötigt 48 h.

Die Kosten betragen momentan für den Borreliennachweis 25.- Euro und für den FSME-Nachweis 45.- Euro.

Anforderungsschein für die Zeckenuntersuchung

Warum die Zecke gerade im Labor Enders untersuchen?

Wir sind ein medizinisches Labor, welches vor mehr als 25 Jahren von Frau Prof. Enders mit infektiologischem Schwerpunkt gegründet wurde. Die Untersuchung von Zecken auf Borrelien ist eine Methode, welche wir seit mehr als 10 Jahren praktizieren. In dieser Zeit haben wir bereits mehrere tausend Zecken untersucht. Unsere in diesen Jahren ermittelten Infektionsraten decken sich mit denen namhafter Institutionen (z.B. Landesgesundheitsamt Stuttgart). Wir stehen in wissenschaftlichem Austausch mit anderen Fachinstitutionen. Wir sind ein Team mit einer mehr als 20-jährigen Erfahrung in der Diagnostik von Borrelieninfektionen beim Menschen und können Sie deshalb bei einem positiven Ergebnis auch kompetent bezüglich der weiteren Schritte beraten. Hierfür sind wir von Montag bis Samstag auch telefonisch erreichbar.
Kosten fallen erst bei der Untersuchung an und nicht im voraus!

Verantwortlich für den Inhalt:
Dr. med. Friedemann Tewald (0711-6357-119)
Stand 11/2019