Testung auf SARS-CoV-2 (Erregernachweis)

Für Patientinnen und Patienten:

Wo kann ich mich testen lassen? –> hier klicken

Für Ärztinnen und Ärzte:

Die aktuelle Nationale Teststrategie SARS-CoV-2 “Wer wird in Deutschland getestet?” finden Sie hier.
Die Kosten für den Nachweis von SARS-CoV-2 (Erregernachweis) werden aktuell in folgenden Fällen übernommen:

  1. Die Testung symptomatischer Personen erfolgt als Kassenleistung EBM (Formular Muster 10C) nach den vom RKI definierten Testkriterien. -> siehe unten Abschnitt 1
  2. Die Testung asymptomatischer Personen erfolgt nach Corona-Testverordnung TestV, z.B. beim Bürgertest, nach Kontakt, nach Warnung durch Corona-Warn-App, und beim medizin. Personal (Anforderungen über Muster OEGD). > siehe unten Abschnitt 2

Für das Labor ist es wichtig, dass Sie die Coronatestung in einen der 2 Fälle einordnen und mit dem richtigen Schein (Muster 10C oder OEGD) und den notwendigen Angaben anfordern. Ansonsten handelt es sich beim SARS-CoV-2-Nachweis um eine Privat- bzw. IGeL-Leistung.

Kürzliche Änderungen:

Neue Version 8.2021 des OEGD-Scheins

In der neuen Version 8.2021 Muster OEGD wird beim Ankreuzfeld “Bestätigung-PCR nach § 4b Satz 1 TestV nach positivem Antigen-Test” der Begriff “PCR-Pooling-Test” ergänzt. Bestellformular siehe unten Scheine/Formulare , weitere Details siehe: Info der KVBW

Ab 1.Juli und. 1. August Änderungen bei der Testung asymptomatischer Personen

Es treten Änderungen der neuen Coronavirus-Testverordnung (TestV, 24. Juni 2021) in Kraft, die vor allem die Dokumentation und Abrechung der Bürgerteste betreffen. Die Vergütung der Testung reduziert sich auf 8 €, die Sachkostenpauschale auf 3,50 €. Weitere Details unter: Info der KVBW

Scheine/Formulare

  • Anforderung von SARS-CoV-2-Testungen im Labor sollen über die Formulare Muster 10C und OEGD erfolgen.
  • Bitte verwenden Sie möglichst immer die aktuelle Version der Formulare. Diese können Sie beim Kohlhammer Verlag bestellen.
    • Muster 10C (aktuelle Version 1.2021): Bestellformular
    • Muster OEGD (aktuell eingeführt wird Version 8.2021; weiterhin gültig Version: 3.2021 und 12.2020): Bestellformular / Ausfüllhilfe der KVBW
      • Version 3.2021 enthält im Vergleich zu Vorversion 12.2020 zusätzlich zwei Ankreuzfelder: 1. für die Bestätigungs-PCR nach positivem Antigenschnelltest und 2. für die Varianten-PCR (letzteres in Baden-Württemberg immer ankreuzen!)
      • In der Version 8.2021 wurde das Ankreuzfeld für die Bestätigungs-PCR nach positivem Antigen-Test um die Bestätigungs-PCR nach positivem “PCR-Pooling-Test” ergänzt.

1. Testung von symptomatischen Patienten (EBM)

  • Übersichten der KVBW / KVB:
  • Die Testung symptomatischer Personen erfolgt als Kassenleistung EBM (Formular Muster 10C) nach den vom RKI definierten Testkriterien (Flussschema des RKI):
Quelle: Flussschema: Testkriterien und Maßnahmen, RKI Stand 16.April 2021

Abrechnung nach EBM (Kassenleistung):

  • Abstrichentnahme für Labortest: GOP 02402 (und ggf. Zuschlag 02403, wenn keine Versicherten-, Grund-, Konsiliar- oder Notfallpauschale abgerechnet wird).
  • Patienten, die wegen des klinischen Verdachts oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem SARS-CoV-2 behandelt werden, sind an allen Tagen mit der Pseudo-GOP 88240 zu kennzeichnen.
  • Das Laborbudget bleibt unbelastet.

Anforderung über Muster 10C (Hinweise zum Ausfüllen):

✗ Bitte ankreuzen: Diagnostische Abklärung”

✗ Bitte, falls zutreffend, das Einverständnis zur Übermittlung des Testergebnisses an die Corona-Warn-App des Patienten markieren. (Nur wenn dieses Feld angekreuzt ist, darf das Labor das Testergebnis über die Corona-Warn-App direkt an den Patienten übermitteln!)

✗ Bitte eine (!) Telefonnummer des Patienten angeben.
Diese wird nur bei positivem Testergebnis an das Gesundheitsamt übermittelt.

2. Testung von asymptomatischen Personen (TestV)

  • Teste bei asymptomatischen Personen werden über die Corona-Testverordnung TestV (Stand 24. Juni 2021) abgerechnet; siehe hierzu die Übersichten der KVBW/KVB:

2a) PCR-Testung:

  • PCR-Testungen in den unten aufgeführten Szenarien und zur Bestätigung eines positiven Antigen-Schnelltestes müssen über Muster OEGD (Ausfüllhilfe) angefordert werden.

Abrechnung der PCR nach TestV:

  • Veranlasser ist der behandelnde Arzt oder der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD)
  • Für das vom Arzt persönlich (auch telefonisch) durchgeführte Beratungsgespräch im Zusammenhang mit der Feststellung einer Kontaktperson OHNE anschließende Testung (kein Abstrich) kann GOP 99529 abgerechnet werden.
  • Für die Abstrichentnahme kann GOP 99531 abgerechnet werden, unabhängig davon ob ein Labor- oder Schnelltest durchgeführt wird (Ausnahme: Bei Abstrichentnahme für “Bürgertest”: GOP 88310B).

Anforderung der PCR über Muster OEGD (siehe Ausfüllhilfe der KVBW):

  • Bitte oben rechts “TestV” ankreuzen . Es darf nicht gleichzeitig “Selbstzahler” oder “regionale Sondervereinbarung” angekreuzt sein
  • Zusätzlich ist der Grund der Testung verpflichtend anzugeben (bitte nur ein Feld mit zutreffendem Paragraph der TestV ankreuzen); nach Maßgabe des Sozialministeriums ist in Baden-Württemberg das Feld zur Varianten-PCR bei jedem Auftrag anzukreuzen!:
Testszenarien asymptomatische Personen (TestV)Auf Muster OEGD ankreuzen:verpflichtend ist zusätzlich der Grund der Testung anzukreuzen
Kontaktperson; der behandelnde Arzt einer mit SARS-CoV-2 infizierten Person oder der ÖGD stellen fest, wer Kontaktperson einer infizierten Person ist (Kriterien für Kontakt siehe TestV)☒ TestV ☒ Test nach § 2 TestV
Kontaktperson / CWA
Meldung “erhöhtes Risiko” durch Corona-Warn-App (=CWA)
(seit Januar 2021 nur noch nach TestV, nicht mehr als EBM abrechenbar)
☒ TestV ☒ Test nach § 2 TestV
Kontaktperson / CWA
Bei Ausbruchsgeschehen in bestimmten Einrichtungen (Betreute, Beschäftigte etc. ) auf Verlangen der Einrichtung oder des ÖGD☒ TestV ☒ Test nach § 3 TestV Ausbruchsgeschehen
Zur Verhütung der Verbreitung in bestimmten Einrichtungen im Rahmen eines Testkonzeptes von diesen oder direkt vom ÖGD veranlasst. Hierzu gehört unter anderem z. B.
– Vor Aufnahme in eine Alten-/ Pflege-/ Behinderten-/ Reha-Einrichtung
– Vor einer ambulanten OP
☒ TestV ☒ Test nach § 4 Abs. 1 Nr. 1 u. 2 TestV
Verhütung der Verbreitung
Bestätigung-PCR
(ab OEGD Version 3.2021; “PCR-Pooling-Test” ab 8.2021)
☒ TestVBestätigung-PCR nach § 4b Satz 1 TestV nach positivem Antigen-Test / PCR-Pooling-Test
Varianten-PCR
(ab OEGD Version 3.2021)
☒ TestVVarianten-PCR nach § 4b Satz 2 TestV nach positivem PCR-Test
In Baden-Württemberg immer ankreuzen!
  • Zusätzlich sind besondere Risikomerkmale anzugeben: Wird der Getestete in einer der genannten Einrichtungen betreut bzw. ist dort untergebracht oder tätig?
  • Ist der Veranlasser der Testung ein Gesundheitsamt oder ggf. eine Einrichtung/ein Unternehmen? –> dann dessen Postleitzahl eintragen.
  • Bitte, falls zutreffend, das Einverständnis zur Übermittlung des Testergebnisses an die Corona-Warn-App des Patienten markieren. (Nur wenn dieses Feld angekreuzt ist, darf das Labor das Testergebnis über die Corona-Warn-App direkt an den Patienten übermitteln!)
  • Bitte unbedingt eine (!) Telefonnummer des Patienten angeben (nicht mehrere). Diese wird nur bei positivem Testergebnis an das Gesundheitsamt übermittelt.

2b) Antigen-Schnellteste für alle Bürger:

  • Übersichten der KVBW / KVB:
  • Ab 8. März hat jeder Bürger Anspruch auf mindestens einen anlasslosen Schnelltest pro Woche.
  • Seit 1.Juli ist eine gesonderte umfassende Dokumentation und Abrechnung der sogenannten Bürgertests erforderlich (–> Info der KVBW).
    • Der Abstrich beim Bürgertest mit Erstellung eines digitalen Impfzertifikats wird nur noch mit 8,00€ vergütet (neue GOP 88310B).
    • Als Sachkosten für den Antigen-Schnelltest beim Bürgertest ist die neue GOP 88312B (3,50 Euro pauschal) abzurechnen.
    • Für einen überwachten Antigen-Test zur Eigenanwendung kann GOP 88314 (5,00€) angesetzt werden.
  • Seit 1. August werden Bürgertests nur noch vergütet, wenn die Praxis das Testergebnis und das Testzertifikat an die Corona-Warn-App (CWA) übermitteln kann (–> Info der KVBV).
  • Die bei einem positiven Antigen-Schnelltest vorgesehene zusätzliche PCR-Testung muss über Muster OEGD beauftragt werden.

Weitere Informationen zur Diagnostik siehe KWBW, u.a. “Antworten auf häufig gestellte Fragen”


Probenentnahme

Nach Empfehlungen des RKI sollen bei Verdacht auf das Vorliegen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) je nach klinischer Situation möglichst Proben parallel aus den oberen und den tiefen Atemwegen entnommen werden. Die diagnostischen Interventionen sollten unter den notwendigen Schutzmaßnahmen erfolgen (u. a. Tragen einer FFP2-Atemmaske). Weiterführende Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit SARS-CoV-2 finden Sie auf den Internetseiten des Robert-Koch-Instituts.

Bei Patienten mit Verdacht auf akute Infektion und ohne Hinweis auf Pneumonie erachten wir die Durchführung eines tiefen Nasen-Rachenabstrichs (NRA) UND eines Rachenabstrichs (RA) als ausreichend. Auf die Untersuchung von Sputum kann verzichtet werden .

Meldepflicht

Bei begründetem Verdacht besteht eine gesetzliche Meldepflicht nach IfSG §6 an das zuständige Gesundheitsamt. Meldepflichtig sind Ärzte und Angehörige eines anderen Heil- oder Pflegeberufs und Leiter von Einrichtungen. Zudem besteht eine namentliche Meldepflicht für Labore nach IfSG §7 für den direkten oder indirekten Nachweis von SARS-CoV-2, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.

Zusätzlich müssen Labore seit dem 23. Mai durch das zweite Bevölkerungsschutzgesetz (IfSG §7 Absatz 4) ALLE Untersuchungsergebnisse auf SARS-CoV-2 (positive und negative, direkter und indirekter Nachweis) nichtnamentlich an das RKI melden. Diese Meldepflicht ist allerdings derzeit ausgesetzt, da die technischen Voraussetzungen noch nicht gegeben sind.

Stand August 2021